Davos

Trump: »Iran kann das Nukleare nicht machen«

Präsident Donald Trump in Davos Foto: picture alliance / Photoshot

US-Präsident Donald Trump hat dem Iran in einem Interview mit CNBC erneut scharf gedroht und betont, Teheran dürfe unter keinen Umständen Atomwaffen entwickeln. Zugleich verwies Trump auf Israels Sicherheitslage und stellte klar, dass Washington bereit sei, militärisch zu reagieren, sollte sich die Lage im Nahen Osten weiter zuspitzen.

»Iran kann das Nukleare nicht machen«, sagte Trump am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos. »Sie müssen mit dem Nuklearen aufhören.« Seine Regierung werde nun prüfen, wie weit Teheran bei seinem Atomprogramm tatsächlich sei. Sollte Iran seine Aktivitäten nicht einstellen, schloss Trump weiteres Vorgehen nicht aus.

Der Präsident behauptete zudem, seine jüngsten Drohungen hätten direkte Wirkung gezeigt. Das iranische Regime habe geplante Massenhinrichtungen nach landesweiten Protesten gestoppt, nachdem er vergangene Woche mit militärischen Konsequenzen gedroht habe. »Sie wollten am Donnerstag 837 Menschen aufhängen«, sagte Trump. »Ich habe ihnen gesagt: ›Das könnt ihr nicht tun.‹« Seither, so Trump, habe der Iran aufgehört, Demonstranten zu töten. »Sie haben Menschen wahllos auf den Straßen erschossen«, sagte er und fügte hinzu: »Wir hoffen, dass es keine weiteren Maßnahmen geben wird.«

Nervosität in der Region

Die Aussagen fallen in eine Phase hoher Nervosität in der Region. Israel bereitet sich nach Einschätzung seiner Militärführung auf mögliche Eskalationen an mehreren Fronten vor, während Teheran mehrfach angekündigt hat, im Falle eines US-Angriffs israelische Ziele ins Visier zu nehmen. Gaza bleibt dabei ein zusätzlicher Krisenherd: Trotz der Waffenruhe ist die Lage fragil, und ein regionaler Flächenbrand gilt weiterhin als möglich.

Trump machte in dem CNBC-Interview deutlich, dass die Sicherheit Israels für ihn ein zentraler Faktor bleibt, wenn es um Entscheidungen gegenüber dem Iran geht. Zugleich deutete er an, dass Washington die Entwicklungen in Gaza genau beobachte, auch wenn er im Interview keine neuen Details zu einer möglichen US-Initiative nannte.

Lesen Sie auch

Erst im weiteren Verlauf des Gesprächs sprach Trump über andere internationale Themen. Dabei bestätigte er, dass er gemeinsam mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte einen Rahmen für eine mögliche Vereinbarung zu Grönland erarbeitet habe. »Wir haben ein Konzept für einen Deal«, sagte Trump. Es handele sich um eine komplexe Vereinbarung, die später genauer erläutert werde. Der Rahmen betreffe unter anderem Rohstoffrechte und das von Trump propagierte Raketenabwehrprojekt »Golden Dome«. Auf die Frage nach der Laufzeit antwortete der Präsident: »Für immer.«

Verzicht auf Strafzölle

Trump hatte kurz zuvor erklärt, er werde vorerst auf Strafzölle gegen mehrere europäische Länder verzichten. Die Märkte reagierten positiv auf die Ankündigung, US-Aktien legten deutlich zu.

Innenpolitisch äußerte sich Trump auch zur US-Notenbank. Er erklärte, er habe seine Entscheidung über den nächsten Vorsitzenden der Federal Reserve faktisch getroffen, wolle den Namen aber noch nicht nennen. Zugleich griff er Amtsinhaber Jerome Powell erneut scharf an und bezeichnete ihn im Zusammenhang mit milliardenschweren Umbaukosten der Fed-Zentrale als entweder »inkompetent« oder »korrupt«.

Darüber hinaus sprach sich Trump erneut für eine zeitlich befristete Obergrenze von zehn Prozent auf Kreditkarten-Zinsen aus. »Ich liebe diese Idee«, sagte er, räumte jedoch ein, sie klinge eher nach einem Vorschlag »des Bürgermeisters von New York«. Auch große Investoren machte er für steigende Immobilienpreise in den USA verantwortlich und forderte Maßnahmen, um privaten Käufern wieder besseren Zugang zum Wohnungsmarkt zu ermöglichen. im

Interview

»Als Nichtjude etwas beitragen«

Michael Roth (SPD) über einen Pin gegen Antisemitismus, hasserfüllte Kommentare und Rückhalt

von Sophie Albers Ben Chamo  24.05.2026

Kiev

Israelischer Unternehmer klagt gegen Selenskyj

Timur Mindich reicht Klage gegen ein Präsidialdekret ein, mit dem persönliche Sanktionen gegen ihn verhängt worden waren

 21.05.2026

Sachsen-Anhalt

Szenario: Gegängelte Bildung, mehr rechte Gewalt mit AfD-Regierung

Laut Umfragen könnte die AfD im September in Sachsen-Anhalt an die Regierung kommen. Was das für Auswirkungen hätte, hat die Amadeu Antonio Stiftung skizziert

von Lukas Philippi  21.05.2026

Meinung

Iranischer Staatsterror: Zeit zu handeln, Herr Bundeskanzler!

Die Islamische Revolutionsgarde des Iran wollte den Erkenntnissen der Bundesanwaltschaft zufolge Josef Schuster und Volker Beck ermorden lassen. Das darf nicht ohne Konsequenzen bleiben

von Michael Thaidigsmann  21.05.2026

Berlin

Zentralrat der Juden distanziert sich von Itamar Ben-Gvir

Ein Video des rechtsextremen israelischen Ministers sorgt weltweit für Empörung. Auch die Vertretung der Juden in Deutschland äußert sich

 21.05.2026

Hamburg

Teheraner Regime soll Ermordung von Josef Schuster geplant haben

Das iranische Mord-Komplott richtete sich auch gegen den Präsidenten der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Volker Beck

 21.05.2026 Aktualisiert

Berlin

Zentralrat startet Initiative gegen Antisemitismus im Fußball

Slogans wie »Aus Liebe zum Spiel. Gegen Antisemitismus« sowie »Mitfiebern. Gegen Antisemitismus« sollen zum DFB-Pokalfinale auf digitalen Werbetafeln zu sehen sein

 21.05.2026

Tacheles-Preis

»Ihr prägt den Journalismus. Ihr prägt unser Land«

WELT-Chefredakteur Helge Fuhst hielt die Laudatio auf die Jüdische Allgemeine. Eine Dokumentation

von Helge Fuhst  21.05.2026

Nahost

Strategische Oberhand

War der Krieg gegen das iranische Regime ein Fehlschlag? Eine Analyse

von Michael Wolffsohn  21.05.2026