Washington D.C.

Trump kündigt komplette Entwaffnung der Hamas an

Präsident Donald Trump Foto: picture alliance / Newscom

US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, dass die Vereinigten Staaten ein Abkommen mit der palästinensischen Terrororganisation Hamas schließen werden, das deren vollständige Entwaffnung vorsieht. Sollte sich die Hamas dem nicht beugen, drohte Trump mit Konsequenzen. Zugleich stellte er sich demonstrativ hinter ein neu geschaffenes palästinensisches Gremium, das künftig die Verwaltung des Gazastreifens übernehmen soll.

In einem Beitrag auf seiner Plattform Truth Social erklärte Trump, Washington werde mit Unterstützung Ägyptens, der Türkei und Katars eine umfassende Vereinbarung durchsetzen. Ziel sei die komplette Demilitarisierung der Hamas. »Mit der Unterstützung von Ägypten, der Türkei und Katar werden wir ein umfassendes Entmilitarisierungsabkommen mit der Hamas sichern – einschließlich der Übergabe aller Waffen und der Zerstörung jedes Tunnels«, schrieb der US-Präsident.

Die palästinensische Terrororganisation müsse ihre Verpflichtungen »sofort« erfüllen, forderte Trump. Dazu gehöre auch die Rückführung der sterblichen Überreste der letzten Geisel nach Israel. »Sie können es auf die einfache Art tun oder auf die harte«, so Trump weiter. »Die Menschen in Gaza haben lange genug gelitten. Jetzt ist der Moment.«

Schwere und leichte Waffen

Nach Darstellung der US-Regierung hatte die Hamas bereits im Vorfeld des Waffenstillstands im Oktober 2025 gegenüber hochrangigen Trump-Beratern signalisiert, zu einer Entwaffnung bereit zu sein. Die Terrororganisation bestreitet das jedoch.

Hinter den Kulissen führen die USA nach Angaben der »Times of Israel« und anderer Medien seit Wochen Gespräche mit regionalen Vermittlern. Nach Angaben eines US-Vertreters und mehrerer arabischer Diplomaten soll ein schrittweiser Prozess vereinbart worden sein, der mit der Abgabe schwerer Waffen beginnt und durch ein Rückkaufprogramm für leichtere Waffen ergänzt wird.

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Ein hochrangiger US-Beamter erklärte, die gesamte Terrorinfrastruktur im Gazastreifen solle zerstört werden. Schwere Waffen wie Raketenwerfer, Panzerabwehrwaffen und Raketen müssten »an Orte gebracht werden, an denen sie nicht mehr eingesetzt werden können«. Auffällig war, dass er leichtere Waffen nicht ausdrücklich erwähnte – ein Punkt, auf den Israel besonderen Wert legt. Aus israelischer Sicht sind Sturmgewehre entscheidend für die Kontrolle der Bevölkerung durch die Hamas, so die »Times of Israel«.

Nächste Phase des 20-Punkte-Friedensplans

Trump ging in seinem Beitrag deutlich weiter als seine Mitarbeiter. Er verlangte die Übergabe »jeder einzelnen Waffe«. Beobachter halten es für äußerst unwahrscheinlich, dass die Hamas einer vollständigen Entwaffnung zustimmt. Selbst US-Vertreter räumen ein, dass sich die Gespräche noch in einem frühen Stadium befinden.

Die Terroristen der Hamas hatten wiederholt erklärt, Waffen nur im Rahmen eines politischen Prozesses abzugeben, der zur Gründung eines palästinensischen Staates führe – eine Forderung, die Israel strikt ablehnt.

Trump verknüpfte seine Ankündigung mit einem größeren politischen Plan für Gaza. Er erklärte, die USA seien offiziell in die nächste Phase seines 20-Punkte-Friedensplans eingetreten. Seit Inkrafttreten der Waffenruhe seien »Rekordmengen« an humanitärer Hilfe nach Gaza gebracht worden. Diese Hilfe sei Zivilisten in »historischer Geschwindigkeit und Größenordnung« zugänglich gemacht worden. Selbst die Vereinten Nationen hätten dies als »beispiellos« anerkannt, schrieb Trump.

Neben der Entwaffnung von Hamas setzt Trump auf eine neue zivile Verwaltung für Gaza. Er erklärte, er unterstütze ein neu eingesetztes palästinensisches Technokratengremium, das den Gazastreifen in einer Übergangsphase regieren soll. Das Gremium trägt den Namen National Committee for the Administration of Gaza (NCAG) und umfasst 15 Mitglieder. Sie kamen am Donnerstag erstmals zusammen. im

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