Initiative

Antisemitismusbeauftragter Klein begrüßt Gesetzentwürfe im Bundesrat

Felix Klein, Beauftragter der Bundesregierung für jüdisches Leben in Deutschland und den Kampf gegen Antisemitismus Foto: Marco Limberg

Der Antisemitismusbeauftragte Felix Klein lobt zwei Gesetzesvorstöße, die an diesem Freitag im Bundesrat diskutiert werden. In einem Antrag fordert Hessen, die Leugnung des Existenzrechts Israels unter Strafe zu stellen. In dem anderen Antrag will Nordrhein-Westfalen den Handel mit persönlichen Gegenständen von Nazi-Opfern verbieten.

Das würdevolle Andenken an die Opfer des NS-Terrors werde verletzt, wenn aus persönlichen Gegenständen kommerzieller Profit geschlagen werde, sagte Klein der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Vor dem Hintergrund der Schoah sei »der deutsche Umgang mit der Vergangenheit eine wesentliche Aufgabe unserer Gesellschaft, und damit auch der Schutz und die Sicherstellung von würdevollem Erinnern und Gedenken«.

Zum hessischen Antrag sagte er, Aufrufe wie »Tod Israel!« auf Demonstrationen seien gerade in Deutschland unerträglich. Klein ist Beauftragter der Bundesregierung für jüdisches Leben in Deutschland und den Kampf gegen Antisemitismus.

Reaktion auf israelkritische Demos

Laut hessischem Justizministerium ist es bislang nicht strafbar, das Existenzrecht Israels zu leugnen. Einschlägige Parolen könnten daher nur verfolgt werden, sofern sie Straftaten billigen oder Losungen der Terrororganisation Hamas übernehmen, etwa »From the river to the sea«.

Das neue Gesetz soll greifen, wenn zum Beispiel jemand auf einer Demonstration eine Landkarte des Nahen Ostens zeigt, auf der Israel durchgestrichen ist. Der Entwurf ist unter dem Eindruck israelkritischer Kundgebungen entstanden, bei denen das Existenzrecht des Landes öffentlich geleugnet und zur Zerstörung des Staates Israel aufgerufen worden war.

Verkauf von Judenstern-Jacke verbieten

Beim nordrhein-westfälischen Gesetzesantrag geht es um den kommerziellen Handel mit persönlichen Gegenständen von Nazi-Opfern. Wer etwa Kleidungsstücke mit Judenstern oder Tagebücher von Nazi-Opfern verkauft, würde sich künftig strafbar machen. Ausnahmen soll es für Museen, Archive und Bibliotheken geben.

Sollte sich der Bundesrat für die Anträge aussprechen, gehen sie als Bundesratsinitiativen an die Bundesregierung, die dann weiter darüber berät.

Kommentar

Mit schwerem Koffer zurück aus Berlin

Wie ein deutscher Holocaust-Überlebender auf die sich abzeichnende Koalition von SPD und Grünen mit Antisemiten, Terror-Relativierern und anderen Genozid-Schreiern blickt

von Roman Haller  11.10.2026

Schwerin/Rostock

Kurs Rot-Rot-Grün: Verhandlungen starten am Montag

SPD, Linke und Grüne wollen in Mecklenburg-Vorpommern über eine Koalition verhandeln. Dafür stimmten alle drei Parteien. Für die Grünen wäre eine Regierungsbeteiligung dort eine Premiere

 11.10.2026

Franziska Giffey

Nach der Wahl in Berlin

Franziska Giffey spricht sich gegen Koalition mit Linkspartei aus

Die noch amtierende Wirtschaftssenatorin sieht keine Basis für eine Koalition mit der Linken in Berlin. Die SPD-Politikerin fordert klare Positionen im Kampf gegen Antisemitismus. Unterdessen verteidigt Thüringens Ex-Ministerpräsident Ramelow die Sondierer gegen Kritik aus den eigenen Reihen

 11.10.2026

Nahost

Abbas verschiebt Parlaments- und Präsidentenwahl

Der Präsident der palästinensischen Autonomiebehörde, Mahmud Abbas, vertagt die Parlaments- und Präsidentschaftswahlen bis in den Herbst 2027. Seit mehr als zwei Jahrzehnten gab es keine Parlamentswahl mehr

 11.10.2026

Frachtschiffe vor Anker in der Straße von Hormus bei Bandar Abbas (Iran)

Nahost

Bericht: Iran kann noch immer Raketen und Drohnen produzieren

Teheran soll demnach weiterhin gut ausgestattet mit Raketen sein und schnell nachproduzieren können. Die USA sollen zudem Israel gedrängt haben, Iran erneut anzugreifen – alleine

 11.10.2026

Teilnehmer einer Demonstration »United4Palestine« halten Palästinenserflaggen, auch eine Flagge der Linken und eine Queer-Flagge sind zu sehen.

Berlin

Israelfeindliche Demonstration durchs Regierungsviertel

Rund 3.500 Menschen nehmen an der Demonstration unter dem Motto »United4Palestine« teil. Auch Politiker und Aktivisten der Linkspartei waren dabei. Einige Demonstranten wurden festgenommen

 11.10.2026

Feuer am Flughafen von Riad

Saudi-Arabien

Mindestens zwölf Tote bei Angriff auf Flughafen in Riad

Der Konflikt zwischen den vom Iran unterstützten Huthi im Jemen und Saudi-Arabien eskaliert. Bei dem Angriff auf den Flughafen King Chalid gibt es Tote und Hunderte Verletzte. Wie reagiert Washington?

 11.10.2026

Nahost

Test für den Pakt

Was bedeuten die jüngsten Huthi-Angriffe für das Verteidigungsabkommen, das Saudi-Arabien mit Pakistan und der Türkei unterzeichnet hat?

von Reinhard Schulze  10.10.2026

Hans-Georg Lindenau in seinem Ladengeschäft »M99 Gemischtwaren mit Revolutionsbedarf«

Deutschland

Berlin-Kreuzberg: Aushänge gegen Judenhass - Jugendliche greifen Geschäftsinhaber an

Der Staatsschutz ermittelt

 10.10.2026 Aktualisiert