Die Spannungen zwischen den USA und Iran nehmen erneut zu. US-Präsident Donald Trump erklärte am Montag, die Waffenruhe mit Teheran sei praktisch »an massiven lebenserhaltenden Maßnahmen« angeschlossen. Hintergrund ist die ablehnende Antwort Irans auf einen amerikanischen Vorschlag für eine dauerhafte Feuerpause. Amerikanische Medien berichteten.
Nach Angaben aus Washington berief Trump eine Sitzung seines Nationalen Sicherheitsrates ein. Teilnehmer sollten unter anderem Vizepräsident JD Vance, Außenminister Marco Rubio, Verteidigungsminister Pete Hegseth sowie CIA-Direktor John Ratcliffe sein. Dabei sollte über das weitere Vorgehen im Konflikt beraten werden. Neue Militäraktionen gegen den Iran sind den Berichten nach eine Option.
Trump äußerte sich im Oval Office ungewöhnlich scharf über die iranische Antwort auf den US-Vorschlag. Das Dokument sei »unglaublich schwach«, sagte er. Weiter erklärte der Präsident: »Ich würde sagen, es ist im Moment das schwächste Dokument überhaupt, nachdem ich diesen Müll gelesen habe, das sie uns geschickt haben. Ich habe es nicht einmal zu Ende gelesen.«
Angereichertes Uran
Zugleich behauptete Trump, iranische Unterhändler hätten informell signalisiert, die USA könnten Irans Vorräte an hoch angereichertem Uran übernehmen. Diese Zusage sei später jedoch nicht mehr im offiziellen iranischen Antwortpapier aufgetaucht.
Der Präsident erklärte außerdem, er habe weiterhin einen Plan für den Umgang mit Iran. »Ich habe einen Plan. Der Plan ist, dass Iran keine Atomwaffe haben darf«, sagte Trump. Gleichzeitig sprach er von tiefen Spannungen innerhalb der iranischen Führung. Dort gebe es »Gemäßigte«, die unbedingt eine Einigung wollten, aber auch »Verrückte«, die weiterkämpfen wollten.
Mehrere US-Regierungsvertreter deuteten laut amerikanischen Medien an, Trump neige derzeit wieder zu begrenzten Militärschritten, um den Druck auf Teheran zu erhöhen. Diskutiert werde unter anderem eine Wiederaufnahme der amerikanischen Marineoperation »Project Freedom«, die Handelsschiffe durch die Straße von Hormus begleiten soll. Die Mission war erst vor wenigen Tagen gestoppt worden.
Auch eine Ausweitung der Luftangriffe gegen iranische Ziele soll demnach erwogen werden. Berichten zufolge stehen noch zahlreiche zuvor identifizierte Ziele auf der Liste des US-Militärs. Israel drängt Washington zudem offenbar zu einer Spezialoperation zur Sicherung iranischer Uranbestände. Wegen der hohen Risiken soll Trump bislang jedoch zögern.
Parallel dazu berief Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu am Montag Sicherheitsberatungen in Jerusalem ein. Nach Informationen israelischer Medien wurde dafür sogar Netanjahus Aussage in seinem Korruptionsprozess verkürzt. Bereits am Sonntag hatte der Regierungschef in einem Fernsehinterview erklärt, der Krieg sei »nicht vorbei«, da Iran weiterhin über hoch angereichertes Uran verfüge.
Der iranische Außenamtssprecher Esmaeil Baghaei griff unterdessen die USA scharf an. Washington sei »die größte Bedrohung für internationalen Frieden und Sicherheit«, sagte er in Teheran. Die amerikanische Militärpräsenz in der Region schaffe »einen Kreislauf aus Gewalt und Einschüchterung«.
»Unangemessene Forderungen«
Baghaei sprach zugleich von einem »großzügigen und verantwortungsvollen Angebot« Irans und warf den USA »unangemessene Forderungen« vor. Teheran verlangt unter anderem ein Ende der Kämpfe, die Aufhebung der amerikanischen Blockade sowie die Freigabe eingefrorener iranischer Vermögenswerte. Außerdem fordert der Iran freie Passage durch die Straße von Hormus und Sicherheitsgarantien für die Region und den Libanon.
Während das Teheraner Regime europäische Staaten davor warnte, zusätzliche Kriegsschiffe in die Region zu entsenden, kündigten Großbritannien und Frankreich für heute Beratungen mit mehr als 40 Verteidigungsministern über den Schutz der internationalen Schifffahrt an. Frankreich hat bereits den Flugzeugträger Charles de Gaulle in die Region entsandt, Großbritannien schickt den Zerstörer HMS Dragon.
Auch wirtschaftlich bleibt die Lage angespannt. Die Ölpreise stiegen nach Trumps Äußerungen weiter an. Der Preis für die Nordseesorte Brent näherte sich zeitweise der Marke von 105 Dollar pro Barrel. im