Jerusalem

Netanjahu: Krieg gegen Iran »nicht vorbei«

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu Foto: POOLw

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat erklärt, der Krieg gegen den Iran sei aus seiner Sicht noch nicht beendet. In einem Interview der CBS-Sendung »60 Minutes« sagte Netanjahu, es gebe weiterhin hoch angereichertes Uran im Iran, das entfernt werden müsse. Zudem müssten verbliebene Atomanlagen zerstört und weitere Bedrohungen durch das iranische Raketenprogramm sowie die von Teheran unterstützten Stellvertretergruppen beseitigt werden.

»Der Krieg hat sehr viel erreicht, aber er ist nicht vorbei«, sagte Netanjahu. Auf die Frage, wie das angereicherte Uran aus dem Iran entfernt werden solle, antwortete er: »Man geht hinein und holt es heraus.« Über mögliche militärische Optionen wollte er nicht sprechen. US-Präsident Donald Trump habe ihm jedoch gesagt: »Ich will dort hineingehen.«

Netanjahu deutete außerdem an, dass ein Sturz der iranischen Führung möglich sei. Garantieren könne das allerdings niemand. »Wenn dieses Regime tatsächlich geschwächt oder möglicherweise gestürzt wird, dann ist das das Ende der Hisbollah, das Ende der Hamas und wahrscheinlich auch das Ende der Huthi«, sagte er.

Beschuss aus dem Libanon

Mit Blick auf den Libanon erklärte Netanjahu, Israel könne den Kampf gegen die Hisbollah unabhängig von möglichen Vereinbarungen mit Iran fortsetzen. Teheran wolle eine Waffenruhe auch auf die libanesische Front ausweiten, erklärte er. Israel werde dies jedoch nicht akzeptieren. Die Hisbollah beschieße weiterhin israelische Städte und Gemeinden.

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Berichte der »New York Times«, wonach er Trump vor Kriegsbeginn einen nahezu sicheren Regimewechsel in Iran in Aussicht gestellt habe, wies Netanjahu zurück. Er habe nie behauptet, ein solcher Ausgang sei garantiert. Beide Seiten hätten vielmehr über Risiken und Unsicherheiten gesprochen. »Es gibt Gefahren beim Handeln«, sagte Netanjahu. »Aber es gibt größere Gefahren, wenn man nicht handelt.«

Der israelische Regierungschef sprach zudem von einer möglichen Annäherung zwischen Israel und mehreren arabischen Staaten. Hinter den Kulissen gebe es Länder in der Region, die eine engere Allianz mit Israel anstrebten. Vor allem in den Bereichen Energie, Künstliche Intelligenz und Quantentechnologie sehe er neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit.

Manipulierte Plattformen

Auch die Beziehungen zu den USA thematisierte Netanjahu. Israel solle sich nach seiner Vorstellung schrittweise von amerikanischer Finanzhilfe lösen. »Ich möchte die amerikanische finanzielle Unterstützung auf null reduzieren«, sagte er. Die derzeitigen Militärhilfen in Höhe von 3,8 Milliarden Dollar jährlich sollten innerhalb der nächsten zehn Jahre beendet werden. »Ich will jetzt anfangen«, betonte Netanjahu.

Zum Krieg im Gazastreifen sagte der Ministerpräsident, die Hamas müsse entwaffnet und Gaza entmilitarisiert werden. Sollte dies kein anderes Land übernehmen, müsse Israel letztlich selbst handeln. Gleichzeitig räumte er Fehler im Krieg ein. »In Kriegen verfehlen Armeen manchmal ihre Ziele und Zivilisten sterben«, sagte Netanjahu. Dies seien Fehler, aber keine absichtlichen Taten.

Die schwindende Unterstützung für Israel in den USA führte Netanjahu vor allem auf soziale Medien zurück. Dort werde Israel gezielt beschädigt. Einige Staaten manipulierten Plattformen auf »clevere Weise«, erklärte er. Israel habe den »Propagandakrieg« nicht gut geführt. im

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