Jerusalem

Generalstabschef warnt Knesset vor akuter Personalnot in der Armee

Generalstabschef Eyal Zamir Foto: copyright (c) Flash90 2026

Vor dem Hintergrund der anhaltenden Kämpfe an mehreren Fronten hat der israelische Generalstabschef Eyal Zamir die Knesset eindringlich vor einem wachsenden Personalmangel in der Armee gewarnt. In einer geschlossenen Sitzung des Ausschusses für Außen- und Verteidigungspolitik machte er deutlich, dass die Streitkräfte kurzfristig deutlich mehr Soldaten benötigen. Israelische Medien berichteten.

»Ich befasse mich nicht mit politischen oder legislativen Prozessen – ich befasse mich mit einem Krieg an mehreren Fronten und der Bekämpfung des Feindes«, erklärte Zamir. Er machte zugleich deutlich, dass die operative Belastung der Armee bereits jetzt an Grenzen stoße: »Um das weiterhin tun zu können, braucht die IDF sofort mehr Soldaten.«

Zamir legte den Abgeordneten einen Dreipunkteplan vor, um die Personalstärke der Armee zu sichern. Im Zentrum steht dabei eine Verlängerung des verpflichtenden Wehrdienstes für Männer von derzeit 30 auf 36 Monate. Eine Verkürzung war erst im Jahr 2024 beschlossen worden.

»Unangemessene Belastung«

Der Generalstabschef warnte, die verkürzte Dienstzeit führe zu einer erheblichen Mehrbelastung der Reservisten. »Die Verkürzung des regulären Dienstes wird eine unangemessene Belastung für die Reserven verursachen. Es gibt dringende Sicherheitsbedürfnisse«, sagte Zamir laut Teilnehmern.

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Zusätzlich verwies er darauf, dass sich die Personalsituation ab 2027 weiter verschärfen werde, wenn die ersten Jahrgänge der verkürzten Dienstzeit aus der Armee ausscheiden. Ein weiterer Punkt betrifft die Reform der Reservekräfte. Zamir forderte Änderungen, die es der Armee erlauben würden, Reservisten flexibler und länger entsprechend operativer Anforderungen einzusetzen.

Ein dritter Schwerpunkt seiner Ausführungen war die Rekrutierung ultraorthodoxer Männer. Hier drängt die Armee seit Jahren auf eine Ausweitung der Wehrpflicht, während die politische Umsetzung weiterhin umstritten bleibt.

Zamir hatte bereits zuvor vor einer kritischen Entwicklung gewarnt. Schon im März soll er gegenüber dem Sicherheitskabinett erklärt haben, die Armee könne strukturell an ihre Grenzen stoßen, wenn der Personalnachschub ausbleibe. Damals soll er gesagt haben: »Die IDF wird in sich zusammenbrechen, wenn nicht mehr Soldaten rekrutiert werden.« im

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