Aschkelon

Charedi-Extremisten stürmen Haus des Chefs der Militärpolizei

Demonstrierende Charedim und Sicherheitskräfte vor dem Haus von Juval Jamin Foto: copyright (c) Flash90 2026

Am Dienstagabend ist es in Aschkelon zu einer weiteren Eskalation der Anti-Einberufungs-Proteste gekommen, als charedische Extremisten das Grundstück des Chefs der Militärpolizei, Juval Jamin, stürmten und vor dem Haus demonstrierten. Die Familie befand sich im Haus.

Generalstabschef Ejal Zamir verurteilte den Vorfall. Eine »gefährliche rote Linie« sei überschritten worden.

Premierminister Benjamin Netanjahu bezeichnete den Einbruch als »wilden Angriff« und forderte entschlossene Maßnahmen gegen die Verantwortlichen. Die Polizei veranlasste Razzien, um die an dem Vorfall Beteiligten zu finden und zu verhaften.

Volle Härte

Polizeikommissar Danny Levy verurteilte den Vorfall ebenfalls scharf und betonte, dass die Meinungsfreiheit nicht auf Gewalt, Hausfriedensbruch oder die Bedrohung von Familienmitgliedern ausgedehnt werden dürfe. Er wies die Beamten an, alle verfügbaren Ressourcen einzusetzen, um solche Verstöße zu stoppen und die Verdächtigen vor Gericht zu stellen. Legitime Demonstrationen seien geschützt, so Levy, aber Einschüchterung und Hausfriedensbruch werde mit der vollen Härte des Gesetzes geahndet.

Lesen Sie auch

Verteidigungsminister Israel Katz nannte die Täter »eine Gruppe von Kriminellen«, die vor Gericht gehören. Finanzminister Bezalel Smotrich schloss sich dem Chor der Verurteilungen an und forderte die Polizei auf, die Ordnung auf den Straßen wiederherzustellen.

Oppositionsführer sehen die Verantwortung für die eskalierende Gewalt in der Regierungspolitik. Der ehemalige IDF-Generalstabschef Gadi Eisenkot, Mitglied der Fraktion Nationale Einheitspartei, sagte, der Angriff sei auf eine Regierungspolitik zurückzuführen, die die Wehrdienstverweigerung in Kriegszeiten ermögliche. Er warnte, dass Israel sich in einen Staat verwandle, in dem Banden ungestraft die Straßen terrorisieren könnten.

Gewalttätige Konfrontationen

Der Vorsitzende der Nationalen Einheitspartei, Benny Gantz, erklärte, dieser Protest habe »nichts Jüdisches«. Wenn die Behörden nicht entschlossen handelten, könnte Blutvergießen folgen.

Der Vorfall in Aschkelon ist der jüngste in einer Reihe gewalttätiger Konfrontationen im Zusammenhang mit den Protesten von Charedim gegen die Wehrpflicht, der eigentlich alle Israelis unterliegen. In den vergangenen Wochen kam es immer wieder Zusammenstößen, darunter die Beinahe-Lynchjustiz an Soldatinnen in Bnei Brak sowie Angriffe auf charedische Soldaten, die die Einberufung unterstützen. Hochrangige Militärbeamte haben privat eingeräumt, dass bestimmte Viertel für uniformiertes Personal effektiv zu »No-Go-Zonen« geworden seien.

Die Eskalation erfolgt zu einem Zeitpunkt, da die IDF nach den Anschlägen vom 7. Oktober mit kritischen Personalengpässen konfrontiert ist. Militärführer haben wiederholt die operative Notwendigkeit einer breiteren Wehrpflicht betont. sbc

Jerusalem

Netanjahu: Israel hat iranische Bombe verhindert

Israels Premier bezeichnete den Angriff auf den Iran als »größte Luftoperation« in der Geschichte des Landes

 22.06.2026

Bildung

Israel setzt auf Künstliche Intelligenz im Englischunterricht

Der Start des Programms fällt in eine Phase, in der die Schulen des jüdischen Staates mit erheblichen Problemen beim Sprachenunterricht kämpfen

 22.06.2026

Uganda

Entebbe-Entführung 1976: Debatten um Linksterror und Antisemitismus

Vor 50 Jahren entführten zwei Deutsche und zwei Palästinenser einen Airbus aus Israel nach Uganda. Dabei sollen sie Geiseln nach antisemitischen Kriterien voneinander getrennt haben. Die Tat befeuerte das Unbehagen vieler Linker mit Gewalt

von Nils Sandrisser  22.06.2026

Süd-Libanon

Israelische Armee entdeckt Hisbollah-Tunnel mit Raketenstellungen

Die Raketenschächte sind durch Luftangriffe nur schwer oder gar nicht vollständig zerstörbar, so die IDF. Die Terroristen hätten den Tunnel für unterschiedliche operative Zwecke genutzt

 22.06.2026

Absichtserklärung

Trumps Frieden – Irans Sieg

Während der US-Präsident das Memorandum mit Teheran als Durchbruch feiert, warnen Experten in Israel vor Zugeständnissen bei der Atomfrage und im Libanon

von Sabine Brandes  21.06.2026

Jerusalem

Umfrage: 92 Prozent der Israelis sehen Iran als Kriegssieger

Nur wenige Israelis halten die Kriegsführung ihrer Regierung für erfolgreich. Die Mehrheit sieht eine geschwächte Sicherheit und unerreichte Ziele.

 21.06.2026

Jerusalem

Israel lehnt Einschränkungen im Kampf gegen Hisbollah ab

Verteidigungsminister Israel Katz kündigt an, dass die israelische Armee auch weiterhin »Maßnahmen zur Beseitigung von Bedrohungen« im Südlibanon ergreifen könne

 21.06.2026

Kommentar

Wie Holger Friedrich und seine »Berliner Zeitung« Juden instrumentalisieren

Ob in der Debatte über den Umgang mit KI oder Kreml-Diktator Wladimir Putin: Der Verleger interessiert sich nur dann für Juden, wenn es seinen Interessen dient

von Matthias Meisner  19.06.2026

Safed

Festgenommene Hisbollah-Terroristen in zivilem Krankenhaus in Nordisrael behandelt

Im Ziv Medical Center in Safed waren die libanesischen Patienten einem Zeitungsbericht zufolge gefesselt und wurden rund um die Uhr von Soldaten bewacht

 19.06.2026