Diplomatischer Konflikt

Streit um russisches Schiff in Haifa: Ukraine bestellt Israels Botschafter ein

Der Hafen von Haifa Foto: copyright (c) Flash90 2024

Zwischen Israel und der Ukraine ist ein diplomatischer Konflikt um ein russisches Frachtschiff im Hafen von Haifa entbrannt. Die Regierung in Kiew bestellte den israelischen Botschafter ein, nachdem das Schiff »Panormitis« mit mutmaßlich aus besetzten ukrainischen Gebieten stammendem Getreide in Israel eingetroffen war. »The Jerusalem Post« und andere israelische Medien berichteten.

Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha erklärte, die guten Beziehungen zwischen beiden Ländern dürften nicht durch Russlands »illegalen Handel mit gestohlenem ukrainischem Getreide« beschädigt werden.

Sybiha kritisierte, Israel habe auf frühere ukrainische Beschwerden nicht angemessen reagiert. »Nun, da ein weiteres solches Schiff in Haifa angekommen ist, warnen wir Israel erneut davor, gestohlenes Getreide anzunehmen und unsere Beziehungen zu beschädigen«, schrieb er auf X.

Prüfung angekündigt

Nach Angaben einer ukrainischen diplomatischen Quelle behält sich Kiew rechtliche und diplomatische Schritte vor, sollte das Schiff entladen werden. Wenn Ladung und Schiff nicht zurückgewiesen würden, könne die Ukraine »das gesamte Spektrum diplomatischer und internationaler rechtlicher Reaktionen« nutzen.

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Israels Außenminister Gideon Sa’ar reagierte ebenfalls öffentlich und kritisierte die Vorgehensweise Kiews. »Diplomatische Beziehungen werden nicht auf Twitter geführt«, schrieb er. Zugleich erklärte der Minister: »Behauptungen sind keine Beweise.« Die Ukraine habe sich zunächst nicht mit einem formellen Rechtshilfeersuchen an Israel gewandt, sondern direkt Medien und soziale Netzwerke eingeschaltet.

Er kündigte jedoch an, der Vorgang werde geprüft. Israel sei »ein Staat, der sich an Recht und Gesetz hält und über unabhängige Strafverfolgungsbehörden verfügt«.

Weitere Lieferungen

Nach einem Bericht von »Haaretz« sollen in diesem Jahr bereits vier Lieferungen mit Getreide aus besetzten ukrainischen Gebieten in Israel gelöscht worden sein.

Die ukrainische Seite sprach von einer »Geldwäsche gestohlener Waren« und warf Israel vor, frühere Forderungen ignoriert zu haben. Man beobachte die Route des Schiffes genau. Ein Einlaufen ohne Konsequenzen werde es nicht geben. im

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