Protest

Tausende demonstrieren in Berlin für Freiheit im Iran

Tausende Demonstranten sind am Samstag nach Berlin gekommen, um für ein Ende des Regimes im Iran zu protestieren. Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com

Aus Protest gegen die autoritäre Regierung in Teheran und für Solidarität mit den Menschen im Iran haben in Berlin Tausende Menschen demonstriert. Nach Polizeiangaben versammelten sich in der Spitze etwa 10.000 Menschen am Brandenburger Tor. Zu der Kundgebung »Freiheit für Iran« hatte ein breites Bündnis internationaler Organisationen in sozialen Medien, mit Flugzetteln und großen Anzeigen in einigen Zeitungen aufgerufen. 

Die Polizei sprach von einem »absolut friedlichen« Verlauf. Sie begleitete die Versammlung nach eigenen Angaben mit rund 380 Kräften. Die Demonstranten zogen zum Potsdamer Platz und dann zurück zum Brandenburger Tor. 

Rund 340 internationale Organisationen sowie politische Persönlichkeiten unterstützen die Demonstration.

Der Veranstalter hatte bis zu 100.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern erwartet. Viele Menschen kamen aber nicht rechtzeitig zur Demonstration in Berlin an. Nach Angaben eines Sprechers wurden etwa Flüge aus Schweden und Dänemark gestrichen.

Rund 340 internationale Organisationen sowie politische Persönlichkeiten unterstützten die Demonstration. Nach Angaben des Deutschen Solidaritätskomitees für einen freien Iran wurde sie von insgesamt 312 iranischen Vereinen aus mehreren europäischen Ländern getragen.

Viele Angehörige von Getöteten bei Demo

Zu den Demonstranten gehörten laut Veranstalter viele Angehörige von Menschen, die während der jüngsten Proteste im Iran getötet oder festgenommen wurden. Viele schwenkten iranische Fahnen. Auch Fotos von der Präsidentin des im Iran verbotenen Nationalen Widerstandsrates (NWRI), Maryam Rajavi, wurden hochgehalten. Manche Menschen trugen gelbe Westen mit dem Schriftzug »Free Iran«.

Rajavi sprach zu den Demonstrierenden in Berlin. Sie forderte unter anderem ein sofortiges Eingreifen des UN-Sicherheitsrates, um Hinrichtungen von Aufständischen und politischen Gefangenen zu stoppen. Der oberste Führer Ali Chamenei müsse vor einem internationalen Gericht angeklagt werden wegen der Tausenden toten Demonstranten. 

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Der frühere US-Außenminister Mike Pompeo wurde live zugeschaltet. Weitere Redner waren der frühere Kanzleramtschef Peter Altmaier (CDU) sowie die frühere Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP). 

Eine dramatische Wirtschaftskrise und sehr hohe Inflation hatten Ende Dezember Proteste im Iran ausgelöst. Die Demonstrationen entwickelten sich zu politischen Protesten gegen das autoritäre Herrschaftssystem. Sicherheitskräfte gingen gewaltsam vor. Iranische Menschenrechtsgruppen meldeten mehr als 3.400 Tote. Genaue Zahlen lassen sich wegen der Informationssperre kaum überprüfen. dpa

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