Nahost

Straße von Hormus: Iran richtet »Mautstelle« ein

Foto: picture alliance / REUTERS

Im strategisch wichtigen Seegebiet der Straße von Hormus verschärft sich die Lage weiter. Nach Einschätzung von Experten etabliert der Iran dort zunehmend eine Art inoffizielles Kontroll- und Abgabesystem für durchfahrende Schiffe – mit potenziell weitreichenden Folgen für den Welthandel.

Analysten eines internationalen Schifffahrtsdienstes sprechen laut einem Bericht der »Times of Israel« von einem faktischen Kontrollmechanismus. Demnach agiere Teheran wie eine Art »de-facto Mautstelle«, bei der Schiffe Informationen über Ladung, Besatzung und Zielort übermitteln müssen. Diese Daten würden von den Revolutionsgarden geprüft, unter anderem im Hinblick auf Sanktionen und geopolitische Kriterien.

Teilweise sollen Schiffe sogar direkt zur Kasse gebeten worden sein. »Nicht alle Schiffe zahlen eine direkte Gebühr, aber mindestens zwei haben dies getan, und die Zahlung wurde in Yuan abgewickelt«, heißt es in der Analyse.

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Teheran will Gebühren gesetzlich verankern

Parallel dazu arbeitet das iranische Parlament offenbar an einer gesetzlichen Grundlage für solche Abgaben. Auch dies geht aus israelischen Medienberichten hervor. Ziel sei es, die Kontrolle über die Meerenge auch formal zu untermauern und gleichzeitig neue Einnahmequellen zu erschließen.

Die Straße von Hormus ist eine internationale Wasserstraße, durch die Schiffe grundsätzlich frei verkehren dürfen. Eine einseitige Einführung von Gebühren dürfte daher international auf Widerstand stoßen.

Entsprechend deutlich fallen die Reaktionen aus der Region aus. Der emiratische Energiemanager Sultan al-Jaber warnte vor gravierenden Konsequenzen für die Weltwirtschaft. »Die Militarisierung der Straße von Hormus ist kein Angriff auf ein einzelnes Land«, sagte er. im

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