Nahost

Iran erklärt Straße von Hormus für geschlossen

Der Persische Golf, die Straße von Hormus und der Golf von Oman in einer Satellitenaufnahme Foto: picture alliance / dpa

Das iranische Regime hat die Straße von Hormus, die wichtigste Öl-Handelsroute der Welt, für geschlossen erklärt. Ebrahim Dschabari, Berater des Oberkommandierenden der Revolutionsgarden, drohte jedem, der sie dennoch passieren will: »Die Straße von Hormus ist geschlossen. Wenn jemand versucht, sie zu passieren, werden die Helden der Revolutionsgarden und der regulären Marine diese Schiffe in Brand setzen.«

Es ist die bislang deutlichste Drohung gegen den internationalen Schiffsverkehr in der strategisch wichtigen Wasserstraße. Auch israelische Medien berichteten.

Unklar blieb zunächst, ob die Ankündigung bereits praktische Folgen hat. Der US-Sender Fox News zitierte das Zentralkommando der amerikanischen Streitkräfte, United States Central Command, mit der Einschätzung, die Meerenge sei weiterhin passierbar.

Lebensader des globalen Ölmarktes

Zuvor hatten die Revolutionsgarden erklärt, im Rahmen ihrer Vergeltungsmaßnahmen gegen die USA und Israel einen angeblich mit den Vereinigten Staaten verbundenen Öltanker angegriffen zu haben. In einer Stellungnahme hieß es, der Tanker »Athe Nova« stehe nach Treffern durch zwei Drohnen weiterhin in Flammen.

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Die Straße von Hormus gilt als wichtigste Transportroute für Erdöl weltweit. Rund ein Fünftel des täglichen globalen Ölverbrauchs passiert die nur etwa 33 Kilometer breite Meerenge, die die großen Förderländer am Golf – darunter Saudi-Arabien, Irak, Iran und die Vereinigten Arabischen Emirate – mit dem Golf von Oman und dem Arabischen Meer verbindet.

Entsprechend nervös reagierten die Märkte. Die Ölpreise sprangen zeitweise um bis zu 13 Prozent nach oben und erreichten den höchsten Stand seit Januar 2025. Händler befürchten, dass eine tatsächliche Blockade die Versorgung massiv beeinträchtigen und die ohnehin fragile Sicherheitslage in der Region weiter destabilisieren könnte.

Wiederholte Warnungen

Die Drohung aus Teheran steht im Zusammenhang mit den jüngsten Luftangriffen der USA und Israels auf iranische Ziele. Ziel der Angriffe ist ein Ende der Atom- und Raketenprogramme des Teheraner Regimes und ein Stopp dessen Unterstützung für Terrororganisationen in der Region. Unter anderem wurde Irans oberster Führer Ali Chamenei getötet. US-Präsident Donald Trump hatte den Iran zuvor wiederholt gewarnt und den Iranern Unterstützung beim Sturz der religiösen Führung angeboten.

Seit Beginn der Offensive feuert der Iran seinerseits Raketen auf Israel sowie auf Golfstaaten, in denen US-Stützpunkte stationiert sind, darunter Katar, Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate. Mit der nun erklärten Schließung der Straße von Hormus setzt Teheran eine seit Jahren formulierte Drohung um, im Falle eines Angriffs die strategische Passage zu blockieren.

Bereits zuvor war die internationale Schifffahrt in der Region durch Drohnen- und Raketenangriffe der vom Iran unterstützten Huthi im Roten Meer beeinträchtigt worden. im

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