Brüssel

Pride Parade nimmt Auflagen für jüdische Teilnehmer zurück

Die Brussels Pride Parade im vergangenen Jahr Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com

Die Veranstalter der LGBTQI-Parade Brussels Pride haben eine umstrittene Vorgabe gegenüber einer jüdischen Teilnehmergruppe wieder zurückgezogen. Zuvor soll der Organisation Mazal Pride mitgeteilt worden sein, dass Teilnehmer bei der Parade weder Davidsterne noch das Wort »jüdisch« auf Bannern oder Symbolen zeigen dürften. Die britische Publikation »Jewish News« berichtete.

Die diesjährige Brussels Pride feiert ihr 30-jähriges Bestehen und zählt zu den größten LGBTQI-Veranstaltungen Europas. Die Debatte begann nach einem Beitrag in der Facebook-Gruppe »BaLaGan! LGBT+ Jews in and around Brussels«, in dem ein Administrator schilderte, unter welchen Bedingungen eine Teilnahme jüdischer Gruppen zunächst möglich gewesen sei.

Demnach hätten die Organisatoren einerseits erklärt, jüdische LGBTQI-Menschen gehörten selbstverständlich zur queeren Gemeinschaft in Brüssel und würden nicht mit Israel gleichgesetzt. Zugleich hätten sie jedoch auf Sicherheitsbedenken verwiesen und verlangt, dass keine deutlich sichtbaren jüdischen Symbole verwendet werden.

Eigentlicher Gedanke

In dem veröffentlichten Beitrag hieß es: »Die Botschaft, die wir letztlich erhalten, lautet, dass unsere Anwesenheit nur akzeptiert wird, solange sie nicht zu sichtbar ist.« Weiter schrieb die Gruppe: »Wir weigern uns zu akzeptieren, dass das Auslöschen unserer Identität die Lösung sein soll.«

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Trotz der Spannungen kündigte Mazal Pride an, an der Veranstaltung teilnehmen zu wollen. »Wir werden da sein. Jüdisch, queer, Verbündete und stolzer denn je«, erklärte die Gruppe.

Die ursprünglichen Bedingungen lösten in sozialen Medien scharfe Kritik aus. Mehrere Nutzer warfen den Veranstaltern vor, jüdische Teilnehmer faktisch dazu aufzufordern, ihre Identität zu verbergen. Ein Kommentar lautete: »Wie nett von ihnen, eigens einen neuen Schrank zu schaffen, in den Juden gezwungen werden sollen.« Andere bezeichneten die Vorgaben als Widerspruch zum eigentlichen Gedanken einer Pride-Parade.

Weitere Kontroversen

Nach Angaben von »Jewish News« nahm Brussels Pride die Einschränkungen inzwischen zurück. Jüdische Teilnehmer sollen nun doch religiöse und kulturelle Symbole zeigen dürfen.

Der Vorfall reiht sich in eine Reihe ähnlicher Kontroversen bei LGBTQI-Veranstaltungen ein. Bereits 2025 hatte die britische Organisation Keshet UK erklärt, aus Sicherheitsgründen keinen jüdischen Block bei der London Pride organisieren zu können.

Auch in den USA hatte es in der Vergangenheit Streit gegeben. Bei der »Chicago Dyke March« waren 2017 Teilnehmer ausgeschlossen worden, die Regenbogenflaggen mit Davidstern trugen. Die Organisatoren begründeten dies damals damit, die Symbole seien »bedrohlich«. im

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