Die Vorsitzende der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Berlin und Brandenburg, Cerstin Richter-Kotowski, hat vor der Abgeordnetenhauswahl am Sonntag dazu aufgerufen, den Schutz jüdischen Lebens und den Kampf gegen Antisemitismus bei der Stimmabgabe zu berücksichtigen.
»Gerade erst kam es in Berlin erneut auf offener Straße zu einem antisemitisch motivierten Übergriff auf eine Frau, die einen Davidstern trug«, erklärte Richter-Kotowski. »Wer sich in Berlin öffentlich zum Judentum oder zu Israel bekennt, setzt sich tagtäglich dieser Gefahr aus. Dies ist ein unhaltbarer
Zustand.«
Sie fordete alle Berlinerinnen und Berliner auf, bei der Stimmabgabe Haltung gegen den wachsenden Antisemitismus zu beziehen.
Zugleich äußerte die DIG-Vorsitzende Kritik an mehreren Parteien. Sie warnte vor dem BSW, der Linken und der AfD. Beim BSW verwies sie auf eine von einem Vertreter getragene Anstecknadel in der gestrigen RBB-Sendung »Wahlarena«, die eine Auslöschung Israels symbolisiere. Der Linken warf sie vor, antisemitischen Tendenzen in den eigenen Reihen nicht ausreichend entgegenzutreten, der AfD wiederum, offenen Rassismus zu dulden.
Richter-Kotowski verband ihre Kritik mit dem Appell, bei der Wahl Parteien zu unterstützen, die sich entschieden gegen Antisemitismus positionieren. im