Paris/Berlin

Ron Prosor kritisiert Frankreich wegen Einschränkungen bei Rüstungsmesse

Ron Prosor, Botschafter des Staates Israel in Deutschland Foto: picture alliance / SvenSimon

Der israelische Botschafter in Deutschland, Ron Prosor, hat Frankreich wegen des Umgangs mit israelischen Ausstellern auf der Pariser Rüstungsmesse Eurosatory scharf kritisiert. Auf der Plattform X schrieb er: »›Kauft nicht von Juden‹ – die französische Version davon.« Er warf der französischen Regierung vor, israelische Unternehmen gezielt benachteiligt und ausgegrenzt zu haben.

Nach Darstellung des Botschafters wurden israelische Firmen zunächst über besondere Teilnahmeauflagen informiert, die für keine anderen Aussteller gegolten hätten. Die Unternehmen hätten diese erfüllt, seien überprüft und zugelassen worden. Wenige Stunden später wurden Prosor zufolge die Genehmigungen für 14 israelische Unternehmen wieder entzogen. Um ihre Stände seien physische Barrieren errichtet worden, sodass sie ihre Technologien nicht hätten präsentieren können.

Prosor betonte, es habe sich nicht um die Entscheidung einzelner Sicherheitskräfte oder Aktivisten gehandelt. »Es war eine Entscheidung, die auf höchster Ebene der französischen Regierung getroffen wurde«, schrieb er. Er sprach von einem beispiellosen Vorgang in Europa und bezeichnete die Maßnahmen als »institutionelle Diskriminierung«. Die Entscheidung der französischen Regierung sei »eine Schande«, während das Schweigen europäischer Politiker »ohrenbetäubend« sei.

<strong>Graue Planen</strong>

Die französischen Behörden hatten die Beteiligung israelischer Firmen an der Eurosatory-Messe im französischen Villepinte bei Paris vor einer Woche eingeschränkt. »Le Monde« und andere Medien berichteten. Unter anderem durfte kein offizieller israelischer Länderpavillon aufgebaut werden, auch das israelische Verteidigungsministerium war nicht offiziell vertreten.

Zudem war die Präsentation auf der Messe, die vom 15. bis zum 19. Juni stattfand, auf defensive Technologien begrenzt. Vorgesehen waren ausschließlich Systeme zur Luft- und Raketenabwehr. Offensive Waffensysteme durften nicht gezeigt werden. Die Messeorganisation Coges Events erklärte, mehrere Stände seien wegen Verstößen gegen die von Frankreich festgelegten Teilnahmebedingungen geschlossen worden.

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Am Eröffnungstag wurden nach französischen Angaben zwölf israelische Firmenstände geschlossen. Während große Unternehmen wie Israel Aerospace Industries, Elbit Systems und Rafael Advanced Defense Systems weiterhin zugänglich waren, wurden kleinere Stände teilweise mit grauen Planen und Abtrennungen versehen. Dadurch war der Zugang zu den Ausstellungsflächen blockiert.

<strong>Große Aufmerksamkeit</strong>

Die Maßnahmen verhinderten jedoch nicht, dass israelische Aussteller auf der Messe große Aufmerksamkeit erhielten. Nach Berichten aus Paris waren die israelischen Präsentationen stark besucht. Unter den Gästen befanden sich hochrangige Militärvertreter, Verteidigungsminister und Offiziere aus verschiedenen Ländern.

Im Mittelpunkt standen israelische Entwicklungen im Bereich Luftabwehr, Drohnenabwehr und moderner Kriegstechnologie. Angesichts der Erfahrungen aus aktuellen Konflikten beobachten viele Armeen weltweit die israelischen Systeme mit großem Interesse.

Das israelische Verteidigungsministerium hatte die französischen Vorgaben zuvor als »zynische Maßnahme« bezeichnet, die weder fair noch überraschend sei. Ziel sei es, israelische Technologie von einer internationalen Ausstellung auszuschließen, obwohl ihre Leistungsfähigkeit im Nahen und Mittleren Osten täglich unter Beweis gestellt werde.

Israelische Konkurrenz

Auch der israelische Botschafter in Frankreich, Joshua Zarka, kritisierte die Entscheidung vor Ort. »Es ist eine Schande, und es ist nicht akzeptabel«, sagte er. Es würden keine offensiven Systeme gezeigt. Jedes Mal werde eine neue Begründung geliefert, während es im Kern vor allem um die Sorge vor israelischer Konkurrenz gehe.

Israel hatte zuletzt Rekordwerte bei seinen Verteidigungsexporten erzielt. Für 2025 wurden Ausfuhren im Umfang von rund 16,5 Milliarden Euro gemeldet. Damit liegt das Land in diesem Bereich in einer ähnlichen Größenordnung wie Frankreich. im

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