Berlin

Klingbeil: AfD-Verbotsverfahren ernsthaft prüfen

SPD-Chef Lars Klingbeil Foto: picture alliance / Geisler-Fotopress

SPD-Parteichef Lars Klingbeil spricht sich klar sich für die Prüfung eines Parteiverbots der AfD und den Erhalt der Brandmauer zu der Partei aus. Die Brandmauer sei keine Frage des politischen Kalküls, sondern Konsequenz aus dem Scheitern der Weimarer Republik, schreibt der Vizekanzler und Finanzminister in einem Gastbeitrag für die Wochenzeitung »Die Zeit«. »Sie soll verhindern, dass Verfassungsfeinde politische Macht erhalten. Sie schützt die Würde jeder und jedes Einzelnen und damit unsere freiheitliche Demokratie. Für mich und meine Partei ist das nicht verhandelbar«, schreibt Klingbeil.

Die Debatte über den Umgang mit der AfD hat durch ein Gutachten für die Gesellschaft für Freiheitsrechte neue Nahrung erhalten. Es kommt zu dem Ergebnis, dass die Partei verfassungswidrig ist. Die acht Autorinnen und Autoren des Gutachtens begründeten ihre Einschätzung mit Verstößen gegen das Demokratieprinzip und die Menschenwürdegarantie. Mehr als 1000 Juristinnen und Juristen unterstützen einen Aufruf für ein AfD-Verbot.

Klingbeil schreibt, »unabhängige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler belegen damit, dass die AfD planmäßig darauf hinarbeitet, unsere Demokratie und unseren Rechtsstaat kaputtzumachen«. Es müsse deshalb ernsthaft geprüft werden, ob die Voraussetzungen für ein Verbotsverfahren vorliegen. »Dann ist ein solches Verbotsverfahren nicht nur eine Option, sondern eine demokratische Pflicht zum Schutz unseres Landes.«

Lesen Sie auch

Linke sieht die SPD in der Pflicht

Einen Antrag auf ein Parteiverbot beim Bundesverfassungsgericht können Bundestag, Bundesrat oder Bundesregierung stellen. Die Entscheidung liegt dann beim Bundesverfassungsgericht. Die Politik ist sich nicht einig, ob ein Parteiverbot beantragt werden sollte.

Angesichts der Forderung von Klingbeil sieht die Linke die Sozialdemokraten in der Pflicht. Die stellvertretende Linken-Fraktionsvorsitzende Clara Bünger sagte der »Rheinischen Post«: »Die SPD sitzt in der Bundesregierung und hat die Möglichkeit, ganz konkrete Schritte einzuleiten. Lars Klingbeil könnte noch heute eine Bund-Länder-Gruppe einleiten, um die Schritte zu konkretisieren.«

Bünger sagte, ein AfD-Verbot könne ein wichtiger Baustein sein: »Die juristischen Voraussetzungen liegen meines Erachtens auch vor.« Zugleich betonte sie: »Aber auch das allein wird die AfD nicht klein machen. Wer sie dauerhaft zurückdrängen will, muss den Menschen zeigen, dass die Politik ihr Leben verbessert und ihre Interessen ernst nimmt.« dpa

Berlin

DIG warnt vor Regierungsbeteiligung der Linken

»Verhindern Sie es«, fordert Cerstin Richter-Kotowski von den Grünen und der SPD

 22.09.2026

Linken-Bundestagsabgeordneter Ferat Koçak

Berlin

Chat mit Clan: Linke-Politiker zieht sich vorerst zurück

Der Bundestagsabgeordnete Ferat Koçak hatte Chatkontakt mit einem Mitglied der Familie Remmo. Das bezeichnet er selbst als Fehler. Damit ist die Sache aber noch nicht ausgestanden

 22.09.2026

Berlin/Schwerin

Presseschau: Politische Ränder gewinnen Landtagswahlen

Medienreaktionen auf die Abstimmungen in der Bundeshauptstadt und in Mecklenburg-Vorpommern

 22.09.2026

Berlin

Michel Friedman warnt SPD und Grüne vor Koalition mit der Berliner Linken

»Wenn die SPD und die Grünen mit dieser Linken koalieren, die antisemitische Linksextremisten und Islamisten toleriert, dann ist ihre Glaubwürdigkeit zutiefst erschüttert«, sagt der Publizist

 22.09.2026

Linken-Bundestagsabgeordneter Ferat Koçak

Berlin

Grünen-Fraktionschefin empfiehlt der Linkspartei Ausschluss von Ferat Koçak

Dröge: Koçak hat wiederholt an Veranstaltungen teilgenommen, bei denen antisemitische, Terror verherrlichende Menschen aufgetreten sind

 22.09.2026

Berlin-Wahl

Klöckners Gretchenfrage: »Wie haltet ihr es mit dem Antisemitismus?«

Die CDU-Politikerin und Bundestagspräsidentin hat SPD und Grüne auf Instagram aufgefordert, in Berlin keine Koalition mit der Linkspartei einzugehen. Ansonsten werde das »Nie wieder« zur Farce

 22.09.2026

Glosse

Ein Clan-Chef als Antisemitismusbeauftragter!

Warum Issa Remmo der »Linken« offiziell Persilscheine ausstellen und Arafat Abou-Chaker neuer Polizeipräsident in Berlin werden sollte

von Ayala Goldmann  22.09.2026

Debatte

Wehret den Anfängen gilt rechts und links

Ein Offener Brief an Bischof Christian Stäblein vom Evangelischen Arbeitskreis der CDU Berlin/Brandenburg

von Cornelia Seibeld  22.09.2026

Berlin

Gericht erlaubt Extremismus-Einstufung von »Jüdischer Stimme« wieder

Das Berliner Verwaltungsgericht hatte eine Extremismus-Einstufung des Vereins »Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost« zunächst gestoppt. Das Oberverwaltungsgericht sieht es aber anders

 22.09.2026