Im Streit um die Schifffahrt durch die Straße von Hormus zeichnet sich nach Angaben aus Teheran eine mögliche Einigung zwischen Iran und Oman ab. Nach Darstellung iranischer Vertreter ist ein Rahmenabkommen für den kommerziellen Schiffsverkehr weit fortgeschritten. Eine sofortige vollständige Wiederöffnung der strategisch wichtigen Wasserstraße sei damit jedoch nicht verbunden. Zugleich betonte die iranische Führung, die USA müssten zunächst ihre Zusagen erfüllen, bevor weitere Schritte erfolgen könnten.
Aus iranischer Sicht finden derzeit keine direkten Gespräche mit Washington statt. Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf warf US-Präsident Donald Trump vor, mit immer neuen Ankündigungen und Rückziehern eine »Theaterdiplomatie« zu betreiben. Auf der Plattform X schrieb er: »Ein massiver Angriff steht bevor … ach nein, sie wollen verhandeln.« Einschüchterung, gebrochene Versprechen und Falschinformationen seien keine erfolgreiche Verhandlungsstrategie. »Erkennen Sie die Tatsachen an und erfüllen Sie Ihre Verpflichtungen. Wir brauchen kein weiteres Theater.«
Trump erklärte dagegen im Weißen Haus, die Gespräche entwickelten sich positiv und ein Abkommen könne »bald« zustande kommen. Er sagte zugleich, die amerikanische Blockade iranischer Häfen bleibe bis auf Weiteres bestehen, wie aus amerikanischen Medienberichten hervorgeht. Nach Angaben informierter Kreise könnte eine zunächst auf 60 Tage befristete Vereinbarung über eine sichere Passage durch die Straße von Hormus den Weg für neue Gespräche über das iranische Atomprogramm ebnen.
Gegenseitiges Einvernehmen
Nach den bisher bekannt gewordenen Einzelheiten würde die Schifffahrt während dieser Frist ohne Durchfahrtsgebühren erfolgen. Handelsschiffe sollen demnach die Meerenge über eine von Iran kontrollierte Route befahren und sie über einen von Oman überwachten Korridor wieder verlassen. Die Vereinbarung könnte im gegenseitigen Einvernehmen verlängert werden.
Parallel dazu hält die militärische und politische Spannung in der Region an. Nach Angaben eines saudi-arabischen Regierungsvertreters bereitet sich das Königreich auf mögliche koordinierte Angriffe irakischer Milizen vor, die mit den vom Iran unterstützten Huthi zusammenarbeiten sollen. Die Huthi hatten zuvor erklärt, eine großangelegte Militäraktion gegen saudi-arabische Streitkräfte durchgeführt zu haben.
Unterdessen wies Trump Berichte über schwindende amerikanische Munitionsbestände zurück. Die Vereinigten Staaten verfügten über »gewaltige Mengen« an Waffen, erklärte der Präsident. Gleichzeitig räumte er ein, dass einzelne Munitionsarten knapper geworden seien. Außerdem stellte er sich demonstrativ hinter Verteidigungsminister Pete Hegseth, nachdem Medien über Unzufriedenheit im Weißen Haus wegen sinkender Raketenbestände berichtet hatten. im