Schifffahrt

Iran und Oman planen Rundkurs in Straße von Hormus

An der Straße von Hormus Foto: picture alliance / AP Photo/Razieh Poudat

Der Iran verhandelt nach Angaben von Außenamtssprecher Ismail Baghai mit dem Oman über einen gemeinsamen vorläufigen Schifffahrtskorridor in der strategisch wichtigen Straße von Hormus. Dabei gehe es um einen Rundkurs statt mehrerer separater Fahrrinnen, sagte Baghai nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Irna. Diese neue Schiffsroute könnte vorübergehend genutzt werden, bis es eine endgültige Regelung gebe.

Der Streit um die Durchfahrtsrechte auf einer internationalen Schlüsselroute für Öl, Gas und Düngemittel gilt als ein wesentlicher Auslöser für die jüngste Eskalation im militärischen Konflikt zwischen den USA und dem Iran. Es geht jedoch vorwiegend um das Atom- und Raketenprogramm des Mullah-Regimes sowie seine Unterstützung für Terrororganisationen und die Bedrohung Israels.

Nach dem vorgeschlagenen Modell fahren Tanker oder Frachtschiffe auf einer nördlichen Route durch iranische Hoheitsgewässer in die Straße von Hormus ein. Nachdem die Schiffe Häfen im Iran oder in arabischen Golfstaaten angelaufen haben, nutzen sie für die Rückfahrt eine südliche Route durch omanische Hoheitsgewässer.

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Durchfahrt eingeschränkt

Die Straße von Hormus misst an ihrer schmalsten Stelle nur etwa 39 Kilometer. Da der Iran und Oman jeweils eine Zwölf-Seemeilen-Zone (etwa 22,2 Kilometer) beanspruchen, überschneiden sich die Hoheitsgewässer beider Anrainer. Internationale Gewässer existieren in diesem Bereich nicht. Das UN-Seerechtsübereinkommen (Unclos) garantiert dort ein Recht auf Transitdurchfahrten und untersagt eine Blockade von Handelsschiffen. Der Iran akzeptiert diese Rechtslage nicht.

Die geplante neue Regelung schränkt eine freie Durchfahrt im Vergleich zurzeit vor Beginn des Militärkonfliktes ein. Der Iran könnte beispielsweise kontrollieren, welche Schiffe aus welchen Ländern in die Straße von Hormus einfahren. Kriegsschiffen könnte unter anderem eine Passage verwehrt werden.

Die USA und der Iran hatten sich Mitte Juni auf ein Rahmenabkommen verständigt. Die Vereinbarung sieht vor, dass sich Teheran mit dem Oman in Abstimmung mit den Anrainerstaaten über die künftige Verwaltung der Meerenge einigen soll. dpa/ja

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