Nahost

Trump kündigt neue Gespräche mit Iran an – Verhandlungen sollen heute beginnen

US-Präsident Donald Trump am Sonntag (Ortszeit) an Bord der Air Force One Foto: picture alliance / AP Photo/Jacquelyn Martin

US-Präsident Donald Trump hat überraschend neue Verhandlungen mit dem Iran angekündigt und damit die Hoffnung auf eine diplomatische Lösung im Konflikt geweckt. Nach seinen Angaben sollen die Gespräche am Montagnachmittag beginnen. Erst am Vortag hatte Trump erklärt, einen bereits vorbereiteten Militärschlag gegen den Iran kurzfristig gestoppt zu haben.

An Bord der Air Force One sagte Trump, die ursprünglich geplanten Angriffe wären die »größten seit dem Zweiten Weltkrieg« gewesen. Nach seinen Worten habe Teheran ein solches Szenario unbedingt vermeiden wollen. »Eine Vereinbarung steht unmittelbar bevor«, erklärte der Präsident. Diese betreffe sowohl die Öffnung der Straße von Hormus als auch »letztlich die Denuklearisierung des Iran«.

Nach Angaben Trumps sprach er vor seiner Entscheidung mit dem saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman. Dieser habe ihm geraten, eine diplomatische Einigung einem neuen Militäreinsatz vorzuziehen.

Export von Erdöl

Nach Informationen eines an den Vermittlungsbemühungen beteiligten Regionalvertreters sieht der aktuelle Vorschlag vor, dass Washington und Teheran an den Verhandlungstisch zurückkehren und offene Streitpunkte schrittweise klären. Bestandteil des Konzepts sei die Wiederöffnung der Straße von Hormus sowie ein Ende militärischer Angriffe in der Region. Dazu gehörten auch Attacken iranisch unterstützter Terrorgruppen im Irak auf Staaten am Persischen Golf und auf Jordanien.

Im Gegenzug würden die USA ihre Seeblockade gegen den Iran beenden und dem Land wieder den Export von Erdöl ermöglichen – entsprechend einer zuvor diskutierten Waffenstillstandsvereinbarung. Eine endgültige Einigung sei allerdings noch nicht erzielt worden. Die Vermittlungsgespräche liefen weiter.

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Unterdessen wächst in den USA die Kritik an der Informationspolitik der Regierung. Obwohl Verteidigungsminister Pete Hegseth zu Beginn seiner Amtszeit maximale Transparenz versprochen hatte, veröffentlicht das Pentagon inzwischen nur noch wenige Details zum Verlauf des seit sechs Monaten andauernden Konflikts.

Finanzierung des Militäreinsatzes

Laut amerikanischen Medien befinden sich weiterhin mehr als 50.000 US-Soldaten im Nahen Osten. Bislang seien 18 amerikanische Soldaten ums Leben gekommen, Hunderte weitere seien verletzt worden. Zudem habe die Regierung den Kongress um weitere 67 Milliarden Dollar (58 Milliarden Euro) zur Finanzierung des Militäreinsatzes gebeten. Öffentliche Pressekonferenzen des Pentagons habe es seit Anfang Mai praktisch nicht mehr gegeben.

Auch innerhalb der Republikanischen Partei werden Forderungen nach mehr Offenheit laut. Der republikanische Kongressabgeordnete Mike Turner erklärte, die Regierung müsse den Kongress deutlich umfassender informieren. »Ich glaube nicht, dass irgendjemand mit dem Umfang der Informationen zufrieden ist, die wir erhalten«, sagte er.

Nach einem Bericht des israelischen Senders Channel 12 sollte Israel an den inzwischen abgesagten Angriffen auf iranische Energieanlagen beteiligt werden. Demnach hatten die Vorbereitungen bereits am Mittwoch begonnen – einen Tag nach dem Treffen von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu mit US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus. Den Angriffsplan soll das US-Zentralkommando (CENTCOM) ausgearbeitet haben.

Die Operation wurde demnach rund 24 Stunden vor ihrem geplanten Beginn gestoppt. Israel habe erst durch Trumps Mitteilung in den sozialen Medien erfahren, dass der Einsatz nicht stattfinden werde. im

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