New York

Rabbiner: »Zohran Mamdani ist Gefahr für jüdische Gemeinschaft«

Rabbiner Elliot Cosgrove Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com

In New York sorgt eine politische Stellungnahme für Aufsehen: Rabbi Elliot Cosgrove von der Park Avenue Synagogue auf der Upper East Side bezeichnete den Bürgermeisterkandidaten Zohran Mamdani als »Gefahr für die Sicherheit der jüdischen Gemeinschaft in New York«.

Der Geistliche kritisierte, Mamdani weigere sich, die Parole »Globalize the Intifada« zu verurteilen, erkenne das Existenzrecht Israels als jüdischer Staat nicht an, habe die Verhaftung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu gefordert und Israel im Gazakrieg mehrfach des Völkermords bezichtigt.

Cosgrove, der seit 18 Jahren die traditionsreiche Gemeinde leitet, erklärte später gegenüber der »New York Post«, es sei »nicht seine Art«, sich in politische Kampagnen einzumischen, doch diesmal habe er nicht schweigen können: »Es musste gesagt werden.« Auch israelische Medien berichteten.

Cuomo reagiert

Während seiner Ansprache empfahl Cosgrove den Gemeindemitgliedern, bei der Bürgermeisterwahl am 4. November den parteilosen Kandidaten und früheren Gouverneur Andrew Cuomo zu wählen. Eine Stimme für den Republikaner Curtis Sliwa, so Cosgrove, bedeute de facto eine Unterstützung für Mamdani: »Eine Stimme für Sliwa, wie verdienstvoll er auch sein mag, ist eine Stimme für Mamdani. Niemand sollte diese Wahl aussitzen. Wir müssen zur Abstimmung gehen.«

Lesen Sie auch

Auch der scheidende Bürgermeister Eric Adams äußerte am Freitagabend in derselben Synagoge seine Besorgnis über Mamdanis Kandidatur. Nach Angaben von Teilnehmern versprach Adams, der jüdischen Gemeinschaft auch nach dem Ende seiner Amtszeit ein Verbündeter zu bleiben.

Andrew Cuomo reagierte umgehend auf die Predigt des Rabbiners. Auf der Plattform X schrieb er: »Kraftvolle Worte von Rabbi Elliot Cosgrove« und veröffentlichte ein Video der Ansprache.

Letzte Debatte

Die Park Avenue Synagogue, gegründet 1882, gilt als eine der einflussreichsten konservativ-jüdischen Gemeinden der Stadt. Zu ihren Mitgliedern zählen unter anderem der Designer Ralph Lauren, die CNN-Moderatorin Kate Bolduan und der Broadway-Star Ben Platt.

Der Wahlkampf zwischen Mamdani, Cuomo und Sliwa steuert unterdessen auf die heiße Phase zu. Die letzte TV-Debatte vor der Wahl ist für heute Abend (Ortszeit) vorgesehen. im

Meinung

Die Juden waren’s!

Claudia Roth und die jüdische Lobby: Eine kleine Chronik der Unschuld

von Andreas Büttner  06.11.2026

Interview

»Ich bezweifle, dass Claudia Roth es ernst meint mit dem Kampf gegen Antisemitismus«

JSUD-Präsident Ron Dekel geht mit der Grünen-Politikerin hart ins Gericht und wirft ihr vor, antisemitische Narrative salonfähig zu machen

von Michael Thaidigsmann  06.11.2026

Israelfeindliche Politikerin

Berliner Linke fordert Vanessa Emde zum Mandatsverzicht auf

Nach Wochen der Diskussion über den Umgang mit der direkt gewählten Abgeordneten, scheint die Parteispitze nun durchgreifen zu wollen

 06.11.2026

Vorwurf der Kampagne

Eklat um Claudia Roth: Nun reagiert der Zentralrat

Die Grünen-Politikerin bereut es, israelfeindliche Regisseure auf der Berlinale kritisiert zu haben und sieht die Schuld dafür beim Zentralrat der Juden

 06.11.2026

Berlin

Gregor Gysi für Rauswurf von Vanessa Emde

»Ich hoffe, dass wir sie ausschließen«, sagt Gysi über die wegen israelfeindlicher Aussagen umstrittene Abgeordnete

 06.11.2026

Bayern

Charlotte Knobloch wünscht sich Ilse Aigner als Bundespräsidentin

Die bayerische Landtagspräsidentin »lebt mit den Menschen, nicht über ihnen«, so Knobloch

 06.11.2026

USA

Trump will bald Entscheidung zum Iran-Krieg verkünden

Nach der Wahlniederlage seiner Republikaner beschäftigt sich US-Präsident Trump mit der Frage, ob er den Krieg mit dem Iran wiederaufnehmen soll. Die Bemühungen der Vermittler laufen auf Hochtouren

 06.11.2026

Berlin

Emde erschien mit radikaler Anti-Israel-Aktivistin zur Fraktionssitzung

Während die Linke weiter um den Umgang mit der Neuköllner Abgeordneten ringt, provozierte diese erneut

 05.11.2026

Interview

Kann Israel ohne Amerikas Waffen bestehen?

Der Politikwissenschaftler Jonathan Rynhold erklärt, was ein Ende der US-Militärhilfe für Israels Sicherheit bedeuten würde und wie sich das Verhältnis zu Washington in Zukunft entwickeln könnte

von Sabine Brandes  05.11.2026