New York

Rabbiner äußern sich nach Treffen mit Bürgermeister Mamdani

Bürgermeister Zohran Mamdani Foto: picture alliance / Sipa USA

Zwei Rabbiner, die am Montag an einem nichtöffentlichen Gespräch mit New Yorks Bürgermeister Zohran Mamdani teilnahmen, bewerten die Begegnung trotz erheblicher politischer Differenzen positiv. Nach dem einstündigen Treffen im Rathaus sagten sie laut »The Jerusalem Post«, Mamdani habe sich ernsthaft auf den Austausch eingelassen und in guter Absicht zugehört.

Zu dem Gespräch hatte das Büro des Bürgermeisters zur Bekämpfung von Antisemitismus eingeladen. Insgesamt zehn Rabbiner unterschiedlicher jüdischer Strömungen nahmen daran teil. Einer von ihnen war Rabbi Jonathan Leener von der Prospect Heights Shul in Brooklyn. Ein weiterer »Rabbiner S.«, der dem Bericht zufolge namentlich nicht genannt werden wollte, schilderte ebenfalls seine Eindrücke.

Rabbi S. erklärte, er habe die Gelegenheit nutzen wollen, die Sorgen seiner Gemeinde unmittelbar gegenüber dem Bürgermeister anzusprechen. Ein Organisator habe zugesichert, dass alle Teilnehmer zu Wort kommen würden. Deshalb habe er die Einladung als ernst gemeintes Angebot zum Dialog verstanden.

Grundlegend anderer Meinung

Auch für Leener war die Sicherheit jüdischer New Yorker der entscheidende Grund für seine Teilnahme. Als Rabbiner sehe er es als seine Aufgabe an, sich für die Sicherheit und das Wohlergehen der jüdischen Bevölkerung einzusetzen.

Gleichzeitig machte Leener deutlich, dass er insbesondere beim Thema Israel grundlegend anderer Meinung als Mamdani sei. Einige Äußerungen des Bürgermeisters hätten seiner Ansicht nach dazu beigetragen, die Stimmung in einer Zeit weiter anzuheizen, in der sich viele jüdische New Yorker ohnehin zunehmend verletzlich fühlten.

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Gerade deshalb habe er den direkten Austausch gesucht. Es sei wichtig gewesen, Mamdani persönlich zu erklären, wie seine Äußerungen auf jüdische Bürger wirkten. Zugleich habe das Treffen die Möglichkeit geboten, über konkrete Maßnahmen der Stadt gegen Antisemitismus und für mehr Sicherheit zu sprechen.

Israel-Kritik und Antisemitismus

Nach den Schilderungen der beiden Rabbiner nahm die Frage nach zunehmendem Antisemitismus in New York breiten Raum ein. Dabei ging es auch um den Vorwurf, Mamdanis besonders scharfe Haltung gegenüber Israel könne das Unsicherheitsgefühl jüdischer New Yorker verstärken.

Rabbi S. sagte dem Bericht zufolge, die Teilnehmer hätten dem Bürgermeister aus unterschiedlichen Perspektiven dieselbe zentrale Botschaft vermittelt: Kritik an der israelischen Regierung oder am Krieg sei eine Sache. Problematisch werde es jedoch, wenn Israel in Mamdanis öffentlicher Kommunikation immer wieder besonders herausgestellt werde, während Herausforderungen der Stadt kaum eine vergleichbare Aufmerksamkeit erhielten.

Diese Art der Rhetorik könne jüdische New Yorker entfremden und ihnen den Eindruck vermitteln, dass der Bürgermeister nicht auf ihrer Seite stehe. Zudem sei es schwer, eine vertrauensvolle Zusammenarbeit aufzubauen, wenn zwischen der israelischen Regierung und der jüdischen Bevölkerung New Yorks nicht ausreichend unterschieden werde.

Leidenschaftliche Diskussion

Die Rabbiner hätten Mamdani gebeten, diese Sorgen ernst zu nehmen und seinem Anspruch gerecht zu werden, Bürgermeister aller New Yorker zu sein. Leener zufolge verlief die Diskussion dabei teilweise leidenschaftlich. Die unterschiedlichen Positionen seien jedoch respektvoll ausgetauscht worden.

Niemand habe Mamdani dazu bringen wollen, seine politische Haltung zu Israel aufzugeben, sagte Leener. Vielmehr sei es darum gegangen, ihm die Gefühle von Isolation und Verletzlichkeit vieler jüdischer Bürger zu vermitteln.

Auch eine aus Sicht der Rabbiner bestehende Doppelmoral im Umgang mit Israel sei mehrfach angesprochen worden. Israel und die Verbindung der jüdischen Gemeinschaft zu dem Land würden teilweise anders bewertet als die Beziehungen anderer Bevölkerungsgruppen zu ausländischen Staaten oder ihrer jeweiligen Heimat.

Mamdani hatte sich unlängst geweigert, an der traditionellen Israelparade in New York teilzunehmen. Dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu drohte er wegen angeblicher Kriegsverbrechen mit einer Festnahme. Auch bezeichnete er eine pro-israelische Organisation als »Monster« und weigerte sich, die Parole »Globalize the intifada« für weltweiten Terror gegen »Zionisten« zu verurteilen. im

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