New Yorks Bürgermeister Zohran Mamdani unterstützt die Boykottbewegung BDS, und weil er den zur UN-Vollversammlung erwarteten israelischen Premier Benjamin Netanjahu nicht verhaften lassen kann, ruft er gerade zu Protesten auf. Während im einst sicheren Hafen der offene Israel-Hass Einzug gehalten hat, zeigt die israelische Start-up-Branche gut gelaunte Resilienz. Im Stadtteil Chelsea in Manhattan eröffnet nun ein Tech-Hub mit dem klingenden Namen »HaKibbutz NYC«.
Auf rund 1700 Quadratmetern sollen israelische Tech-Start-ups, die bereits mit US-Firmen zusammenarbeiten oder es wollen, erstmals ein »permanentes Zuhause« finden. Denn deren Zahl steigt täglich. »HaKibbutz« ist die Erfindung von Amir Wolner, der in Israel Workspaces betreibt, und Guy Franklin, Gründer und CEO von Israeli Mapped in NY. Das Unternehmen verzeichnet derzeit rund 470 israelische Start-ups in der Stadt. In den vergangenen zehn Jahren seien die Zahlen explodiert, zitiert »CTech« Franklin. Nur 56 Unternehmen waren es, als er angefangen habe.
Einem Bericht der United States-Israel Business Alliance zufolge gab es im vergangenen Jahr 20 von Israelis gegründete »Einhörner« in der Stadt, das heißt Start-ups im Wert von mehr als einer Milliarde Dollar.
Rund 470 israelische Start-ups in der Stadt
New York sei für israelische Tech-Unternehmen vor allem in den Sektoren Cybersicherheit, Finanztechnologie und Künstliche Intelligenz ein wichtiges Standbein geworden, um in die Vereinigten Staaten zu expandieren, so der Bericht. New York liegt näher an Israel als der US-Tech-Olymp Kalifornien, was die Zeitzone und Flugzeit betrifft. Außerdem ist es die Heimat einer großen jüdischen und israelischen Gemeinschaft.
»Immer mehr Firmen richten eine permanente Präsenz in New York ein, stellen lokale Teams auf und verwalten ihr US-Wachstum von hier aus«, sagt Franklin. Denen und ihren Geschäftspartnern soll HaKibbutz einen festen Standort für Treffen bieten. Eine der ersten Firmen, die es nutzt, sei das Cybersicherheitsunternehmen Zafran Security. »Wir wollten nicht nur ein weiteres Büro bauen. Wir wollten einen Ort schaffen, an dem Menschen und Unternehmen unbedingt dabei sein wollen«, sagt Wolner.
Deshalb werde der Hub Veranstaltungen anbieten, darunter Gründer- und Investorentreffen oder auch Gesprächsrunden mit Führungskräften aus beiden Ländern. Und der Ausbau sei bereits geplant, denn laut Israeli Mapped in NY gibt es in der israelischen Tech-Szene New Yorks derzeit etwa 600 offene Stellen. Der schnellstwachsende Bereich sei die digitale Gesundheit, heißt es weiter.
»Unser Ziel ist es, dass kein israelisches Unternehmen, das in New York ankommt, bei null anfangen muss«, sagt Franklin, der zudem betont, dass es keine staatliche Beteiligung Israels, der USA oder der Stadt an der Finanzierung des Projekts gebe. Für die sorgten private Investoren. Und nein, die Wahl von Mamdani und anderen Anti-Zionisten und BDS-Unterstützern ändert für die beiden Unternehmer nichts daran, dass für israelische Start-ups auch in dieser Stadt alles auf Wachstum stehe.
Einen Wermutstropfen gibt es aber doch: Nur knapp zehn Prozent der israelischen Start-ups in New York wurden gemäß Mapping-Daten von Frauen gegründet. Das muss sich ändern.