Berlin

Merz sieht weiter keine Exit-Strategie im Iran-Krieg

Kanzler Friedrich Merz Foto: picture alliance / REUTERS

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) glaubt nicht, dass die USA den Krieg im Iran schnell beenden können. »Weil die Iraner offensichtlich stärker sind als gedacht und die Amerikaner offensichtlich auch in den Verhandlungen keine wirklich überzeugende Strategie haben«, sagte Merz bei einer Diskussion mit Schülern in Marsberg im Sauerland.

»Das Problem bei solchen Konflikten ist immer: Da muss man ja nicht nur rein, da muss man auch wieder raus. Das haben wir ganz schmerzhaft bei Afghanistan gesehen, 20 Jahre lang. Wir haben das im Irak gesehen.«

Die Amerikaner seien im Iran »ganz offensichtlich ohne jede Strategie in diesen Krieg gegangen«, kritisierte Merz. Deshalb sei es umso schwerer, den Konflikt nun wieder zu beenden. »Zumal die Iraner offensichtlich sehr geschickt verhandeln - oder eben sehr geschickt nicht verhandeln«, sagte Merz. »Da wird eine ganze Nation gedemütigt durch die iranische Staatsführung.«

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»Ziemlich vertrackte Lage«

»Es ist im Augenblick eine ziemlich vertrackte Lage«, sagte der Bundeskanzler. »Und es kostet uns sehr viel Geld. Dieser Konflikt, dieser Krieg gegen den Iran hat unmittelbare Auswirkungen auf unsere Wirtschaftsleistung.«

Deutschland halte sein Angebot aufrecht, mit Minensuchbooten dafür zu sorgen, dass die Straße von Hormus, die zentral für die globale Ölversorgung ist, wieder geöffnet werden könne. Voraussetzung dafür sei aber, dass die Kampfhandlungen vorher enden.

Der Besuch des Bundeskanzlers am Carolus-Magnus-Gymnasium in Marsberg war Teil des EU-Projekttags, bei dem Schulen bundesweit Aktionen rund um die Europäische Union veranstaltet haben. Der Projekttag wurde 2007 von der damaligen deutschen EU-Ratspräsidentschaft ins Leben gerufen. Ein wichtiger Bestandteil ist seit Jahren, dass Politiker Schulen besuchen, um den Jugendlichen die Europapolitik näherzubringen. dpa

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