Berlin

JFDA veröffentlicht Dossier zur Parole »Globalize the Intifada«

Eine Pro-Terror-Demonstration am 16. Mai 2026 in Berlin Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com

Das Jüdische Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus (JFDA) hat eine neue Publikation zur umstrittenen Parole »Globalize the Intifada« vorgestellt. In dem Dossier setzt sich die Organisation mit der Bedeutung und Wirkung des Slogans auseinander, der in den vergangenen Monaten bei israelfeindlichen Demonstrationen, an Universitäten sowie in sozialen Netzwerken verstärkt verwendet worden ist.

Nach Auffassung des JFDA wird die Parole häufig als Ausdruck politischer Solidarität dargestellt, während ihre historische und ideologische Dimension ausgeblendet werde. Das Dossier argumentiert, dass der Begriff »Intifada« für viele Juden untrennbar mit Terroranschlägen, Gewalt und Bedrohungserfahrungen verbunden sei.

Die Veröffentlichung trägt den Titel »›Globalize the Intifada?‹ Überlegungen zu einer antisemitischen Parole«. Darin untersuchen die Autoren die Losung aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Neben historischen und politischen Hintergründen werden auch psychologische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte beleuchtet.

Lesen Sie auch

Gewalt- und Bedrohungsrhetorik

Nach Angaben des JFDA verweist der Ruf nach einer weltweiten Intifada nicht auf eine neutrale Form des Protests, sondern auf die Ausweitung eines gewaltsamen Konflikts. Die Autoren sehen darin eine Delegitimierung Israels sowie eine Bedrohung jüdischen Lebens über den Nahen Osten hinaus.

Das Dossier richtet sich an ein breites Publikum, darunter Fachleute aus Bildungseinrichtungen, Medien, Verwaltung und Zivilgesellschaft. Ziel sei es, die Wahrnehmung für antisemitische Gewalt- und Bedrohungsrhetorik zu schärfen und eine Grundlage für deren Einordnung zu schaffen.

Im Vorwort schreibt JFDA-Gründer und Sprecher Levi Salomon: »Eine Gesellschaft, die Gewaltparolen gegen jüdisches Leben duldet oder verharmlost, gibt deshalb nicht nur eine Minderheit preis, sondern beschädigt sich selbst.«

Das JFDA ruft dazu auf, die Publikation in der Bildungs- und Aufklärungsarbeit zu nutzen und die darin enthaltenen Analysen einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. im

Das JFDA-Dossier ist hier einsehbar.

Benjamin Graumann Jüdische Gemeinde Frankfurt

Kommentar

Die verlorene Mitte

Beim Betrachten des Wahlkampfs zu den Landtagswahlen im Herbst muss man feststellen: Judenhass ist in Deutschland längst kein Ausschlusskriterium mehr für die Parteien der sogenannten politischen Mitte

von Benjamin Graumann  21.08.2026

Berlin/Brüssel/Jerusalem

Sieben Staaten und EU verlangen Stopp von Siedlungsprojekt im Westjordanland

Deutschland, Frankreich, Italien, Großbritannien und weitere Länder fordern Israel auf, die geplante Bebauung zu stoppen. Die EU bereitet offenbar ein Sanktionspaket vor

 21.08.2026

Khan Younis

Israel wirft Hamas Folter in Klinik vor

Die Terrororganisation soll ein Krankenhaus im Süden des Gazastreifens als Folterzentrale nutzen, um ihre Macht über die Bevölkerung auszubauen

 20.08.2026

Berlin

Diskriminierung wegen falscher Hummus-Aussprache?

Im Ortsteil Prenzlauer Berg soll ein arabisches Restaurant einen israelischen Gast wegen der vermeintlich falschen Aussprache des Kichererbsengerichts nicht bedient haben. Das Lokal widerspricht dem Vorwurf

 20.08.2026

USA

Amerikas nächster Präsident?

Rahm Emanuel gilt als Hoffnungsträger der Demokraten und steht für einen Kurs der Mitte – sowohl in innenpolitischen Fragen als auch im Verhältnis zu Israel. Eine Annäherung

von Joshua Schultheis  20.08.2026

München

Knobloch in Zeiten von Judenhass: »Ich habe mich getäuscht«

Die ehemalige Präsidentin des Zentralrats der Juden spricht offen über ihre Enttäuschung: Warum die Reaktion auf das Hamas-Massaker ihr nicht genügt und der Judenhass sie tief erschüttert

 20.08.2026

Florida

Nach antisemitischen Angriffen: »Hebräischer Hammer« gewinnt Vorwahl

Der jüdische Abgeordnete Randy Fine, ein republikanischer Israel-Unterstützer, setzt sich gegen den Antisemiten Dan Bilzerian durch

 20.08.2026

Berlin

Medienbericht: Andreas Franck will nicht Antisemitismusbeauftragter werden

Das Bundesinnenministerium wollte die Absage Francks auf Anfrage weder bestätigen noch dementieren

 20.08.2026

Mar del Plata

Argentinien entlässt Bundesrichter wegen antisemitischer Äußerungen

Der Justizrat sieht einen schweren Verstoß gegen die für Richter geltenden Anforderungen an Anstand und Unparteilichkeit

 20.08.2026