Khan Younis

Israel wirft Hamas Folter in Klinik vor

Nasser-Krankenhaus (Archivbild) Foto: picture alliance / Anadolu

Israels Armee und der Inlandgeheimdienst Schin Bet werfen der Hamas im Gazastreifen vor, mit Einschüchterung und Gewalt gegen schwindende Unterstützung in der Bevölkerung des Gazastreifens vorzugehen. Jüngst veröffentlichte Geheimdienstinformationen zeigten, dass die Hamas das Nasser-Krankenhaus in Khan Younis als Verwaltungszentrale »zum Zweck von Verhören, Folter und Erpressung« nutze, teilte die Armee am Donnerstag mit.

»Die Terrororganisation Hamas hat einen Rückgang der Unterstützung unter den Einwohnern des Gazastreifens festgestellt und befürchtet, ihren Einfluss auf die Bevölkerung zu verlieren«, so die israelische Armee. Sie versuche nun, ihre Herrschaft gewaltsam durchzusetzen.

Lesen Sie auch

Israel wirft der Hamas Völkerrechtsverstöße vor, indem sie zivile Infrastruktur militärisch nutze. Man habe Informationen, dass das Krankenhaus als zentrale militärische Infrastruktur der Hamas im südlichen Gazastreifen diene. Die ständige Präsenz von teils maskierten Hamas-Terroristen schüre Angst unter den Mitarbeitern und Patienten und stelle eine Gefahr dar.

Im Januar hatte die Organisation »Ärzte ohne Grenzen« (MSF) ihre nicht lebensnotwendigen medizinischen Aktivitäten im Nasser-Krankenhaus zwischenzeitlich eingestellt, unter anderem wegen der Präsenz Bewaffneter in dem Krankenhaus, die Patienten einschüchterten oder festnahmen sowie wegen des Verdachts auf Waffentransporte. Mitte April teilte MSF mit, dass die Kernaktivitäten wieder aufgenommen werden, nachdem die zuständigen Behörden Maßnahmen ergriffen hätten. kna

Shelly Meyer

Kommentar

Wer tatsächlich vom »Judenfetisch« profitiert

150 Juden in Berlin haben mit einem Offenen Brief die Linkspartei unterstützt - das sind etwa 0,4 Prozent der Berliner jüdischen Stimmen. Doch sie könnten für die breite Öffentlichkeit kaum wertvoller sein

von Shelly Meyer  04.10.2026

Kommentar

Fair Play – es sei denn, es geht um Israel

Irlands Nationalspieler verweigern Israelis den Handschlag, diskutieren darüber, ob sie überhaupt gegen sie antreten wollen – und die UEFA schweigt. So funktioniert die schleichende Etablierung von Antisemitismus als Akt des vermeintlichen humanitären Widerstandes

von Dorothea Schupelius  02.10.2026

Terror

Held von Flug FZ1073: Jetzt spricht erstmals der Flydubai-Pilot

Der bei dem Messerangriff in einer Flydubai-Maschine von Dubai nach Tel Aviv verletzte Flugkapitän äußert sich zu den Vorgängen im Cockpit. Er berichtet auch, was ihm Mut gegeben hat

 02.10.2026

Nahost

Flydubai-Drama: Auch VAE-Vertreter spricht von Terror

Aus Israel kam schon früh die Einschätzung, dass es sich bei dem Vorfall um einen Anschlagsversuch handelte. Nun äußert sich ein emiratischer Regierungsvertreter ähnlich

 02.10.2026

Kibbuz Nahal Oz

Drei Jahre nach dem Hamas-Angriff entsteht die Kollektivsiedlung neu

Der 7. Oktober 2023 hat eine tiefe Wunde in die israelischen Gemeinden entlang des Gazastreifens gerissen. Mittlerweile ist der Wiederaufbau in vollem Gange – mit gemischten Gefühlen

von Andrea Krogmann  02.10.2026

Jerusalem

Herzog über mögliche Linken-Regierung in Berlin: »Das ist äußerst verstörend«

Im ausführlichen Interview mit der WELT spricht der israelische Präsident auch über den »Fly Dubai«-Angriff, den Iran und das britische Embargo gegen sein Land

 02.10.2026

Tel Aviv

Nach Geiselhaft: »Das Leben wird nie wieder dasselbe sein«

Am 07. Oktober 2023 überfielen Terroristen aus dem Gazastreifen Grenzorte in Israel. Sie ermordeten und entführten viele Menschen, darunter auch Deutsche. Wie geht es den ehemaligen Geiseln heute?

von Cindy Riechau  02.10.2026

Besuch

Berlins scheidender Regierungschef reist nach Israel

Israels Botschafter in Deutschland äußerte kürzlich Sorge um die Sicherheit der jüdischen Community in der deutschen Hauptstadt. Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner reist nun nach Tel Aviv

 02.10.2026

Tel Aviv

»Es ist viel sicherer, mit einer israelischen Airline zu fliegen«

Der Sicherheitsexperte Eyal Tsir Cohen über den Anschlag auf den »Fly Dubai«-Flug, die aktuelle Terrorbedrohung im Luftverkehr und die Effizienz israelischer Maßnahmen

von Detlef David Kauschke  02.10.2026