Israel hat der internationalen Stabilisierungstruppe nach Angaben von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu keinen Zugang in den Gazastreifen gewährt. Damit widersprach Netanjahus Büro übereinstimmenden israelischen Medienberichten vom vergangenen Monat, denen zufolge nach einer Entscheidung des sogenannten Sicherheitskabinetts ein Teil der Stabilisierungstruppe in einem begrenzten Bereich des Küstenstreifens ihre Arbeit aufnehmen könne. Über die angebliche Entscheidung war kurz vor einem Besuch Netanjahus bei US-Präsident Donald Trump berichtet worden.
»Israel hat klargestellt, dass es keinen Wiederaufbau im Gazastreifen geben wird, bevor die Hamas vollständig entwaffnet ist«, bekräftigte Netanjahu nach Angaben seines Büros zudem.
Seit Oktober 2025 herrscht im Gaza-Krieg eigentlich eine Waffenruhe. Zuletzt hatte Israel nach Darstellung des Militärs gezielt ranghohe Kommandeure der islamistischen Terrororganisation Hamas und Terroristen, die an den Massakern vom 7. Oktober 2023 beteiligt waren, getötet.
Der israelische TV-Sender Kanal 13 berichtete am Mittwochabend, Vertreter des israelischen Sicherheitsapparats hätten davor gewarnt, dass die rechtsreligiöse Regierung Netanjahus mit Blick auf die Parlamentswahlen im Oktober aus politischen Erwägungen eine proaktive Entscheidung zur Eskalation der Kampfhandlungen treffen könnte.
Diese Warnungen kämen, nachdem die Armee in den vergangenen zwei Wochen angewiesen worden sei, die Angriffe im Gazastreifen zu verstärken. »Für uns ist klar, dass manche Leute die Fronten im Vorfeld der Wahl anheizen wollen«, zitierte der Sender einen namentlich nicht genannten Repräsentanten. »Wir werden uns nicht an unnötigen Kriegen beteiligen.«
Netanjahu lehnt den Fahrplan des von Trump ins Leben gerufenen Friedensrats bisher ab. Streit gibt es unter anderem darüber, dass von der Hamas übergebene Waffen laut dem Fahrplan eingelagert und unter palästinensischer Kontrolle bleiben sollen. Israel fordert dagegen eine komplette Entfernung der Waffen aus dem Küstenstreifen. Die Regierung befürchtet, sie könnten der Hamas sonst wieder in die Hände fallen und neue Terrorangriffe möglich machen. dpa/ja