Nahost

Netanjahu: Stabilisierungstruppe hat keinen Zugang zu Gaza erhalten

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu Foto: copyright (c) Flash90 2026

Israel hat der internationalen Stabilisierungstruppe nach Angaben von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu keinen Zugang in den Gazastreifen gewährt. Damit widersprach Netanjahus Büro übereinstimmenden israelischen Medienberichten vom vergangenen Monat, denen zufolge nach einer Entscheidung des sogenannten Sicherheitskabinetts ein Teil der Stabilisierungstruppe in einem begrenzten Bereich des Küstenstreifens ihre Arbeit aufnehmen könne. Über die angebliche Entscheidung war kurz vor einem Besuch Netanjahus bei US-Präsident Donald Trump berichtet worden.

»Israel hat klargestellt, dass es keinen Wiederaufbau im Gazastreifen geben wird, bevor die Hamas vollständig entwaffnet ist«, bekräftigte Netanjahu nach Angaben seines Büros zudem.

Seit Oktober 2025 herrscht im Gaza-Krieg eigentlich eine Waffenruhe. Zuletzt hatte Israel nach Darstellung des Militärs gezielt ranghohe Kommandeure der islamistischen Terrororganisation Hamas und Terroristen, die an den Massakern vom 7. Oktober 2023 beteiligt waren, getötet.

Lesen Sie auch

Der israelische TV-Sender Kanal 13 berichtete am Mittwochabend, Vertreter des israelischen Sicherheitsapparats hätten davor gewarnt, dass die rechtsreligiöse Regierung Netanjahus mit Blick auf die Parlamentswahlen im Oktober aus politischen Erwägungen eine proaktive Entscheidung zur Eskalation der Kampfhandlungen treffen könnte.

Diese Warnungen kämen, nachdem die Armee in den vergangenen zwei Wochen angewiesen worden sei, die Angriffe im Gazastreifen zu verstärken. »Für uns ist klar, dass manche Leute die Fronten im Vorfeld der Wahl anheizen wollen«, zitierte der Sender einen namentlich nicht genannten Repräsentanten. »Wir werden uns nicht an unnötigen Kriegen beteiligen.«

Netanjahu lehnt den Fahrplan des von Trump ins Leben gerufenen Friedensrats bisher ab. Streit gibt es unter anderem darüber, dass von der Hamas übergebene Waffen laut dem Fahrplan eingelagert und unter palästinensischer Kontrolle bleiben sollen. Israel fordert dagegen eine komplette Entfernung der Waffen aus dem Küstenstreifen. Die Regierung befürchtet, sie könnten der Hamas sonst wieder in die Hände fallen und neue Terrorangriffe möglich machen. dpa/ja

Deutschland

Schoa-Überlebende und Antisemitismusbeauftragte rechnen mit dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels und Maha El Hissy ab

Die Hintergründe

 09.09.2026 Aktualisiert

Kommentar

Warum der Börsenverein des Deutschen Buchhandels nie wieder »Nie wieder!« sagen sollte

Wer Antisemitismus nur dort bekämpft, wo es bequem ist, bekämpft ihn nicht – und wer wie im Fall Maha El Hissy konkrete Vorwürfe nicht ernsthaft prüfen will, sollte aufhören, zu erklären, wie ernst er diesen Kampf nimmt

von Andreas Büttner  09.09.2026 Aktualisiert

Verteidigung

Nach Deal über VW-Werk: Israelische Rüstungsunternehmen wollen noch mehr in Deutschland investieren

Rafael und Elbit wollen die deutsch-israelische Zusammenarbeit bei der Produktion von Abwehrraketen und anderem Militärgerät erheblich ausweiten. Covenant will in Sachsen Marschflugkörper produzieren

 09.09.2026

Nachrichten

Basketball, Ärzte, Straßenbahn

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  09.09.2026

Mascha Malburg und Joshua Schultheis

In eigener Sache

Mascha Malburg und Joshua Schultheis werden mit dem Georg-Stefan-Troller-Preis ausgezeichnet

Die Redakteurin der Jüdischen Allgemeinen und der freie Mitarbeiter erhalten die Auszeichnung für ihre Interviewreihe mit Juden aus Deutschland

 09.09.2026

Tourismus

Chinesische Influencer für Israel

Vor dem Krieg reisten jährlich rund 150.000 Besucher aus dem Reich der Mitte in den jüdischen Staat. Die Regierung versucht nun, diese Zielgruppe zurückzugewinnen

von Sabine Brandes  09.09.2026

"Two serious people sit on outdoor metal stairs in casual, tactical clothing, appearing tired or contemplative, with sunlight casting shadows behind them against a plain wall in a rugged environment."

Netflix

Wenn Fiktion auf Realität trifft

Die israelische Erfolgsserie »Fauda« meldet sich mit einer eindrucksvollen neuen Staffel zurück

von Sarah Cohen-Fantl  09.09.2026

26. Knesset

Die Unentschiedenen könnten die Wahl entscheiden

38 Parteien treten zur Knesset-Wahl an. Umfragen zufolge herrscht zwischen den Blöcken um Premier Netanjahu und der Opposition ein enges Patt

von Sabine Brandes  09.09.2026

Taglit

Emotionales Bootcamp mit Lior Raz

Israels Superstar kam kurz vor dem Start der fünften »Fauda«-Staffel nach Berlin, um sich für »Birthright« starkzumachen. Und für einen optimistischeren jüdischen Staat

von Sophie Albers Ben Chamo  09.09.2026