Teheran

Ist Irans Ex-Präsident Ahmadinedschad doch noch am Leben?

Der frühere Präsident Mahmud Ahmadinedschad Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

Elf Tage nach Berichten über seinen angeblichen Tod im Zuge der jüngsten Angriffe im Iran ist der frühere Präsident Mahmud Ahmadinedschad offenbar doch am Leben. Laut »The Atlantic« berichteten mehrere mit der Situation vertraute Personen, der Politiker habe nach einem Angriff in einem Wohnviertel im Nordosten von Teheran untertauchen können.

Der iranische Propagandasender IRIB (Islamic Republic of Iran Broadcasting) meldete vor drei Tagen, Ahmadinedschad habe Mojtaba Chamenei, dem Sohn des getöteten Ali Chamenei, zu seiner Wahl zum Obersten Führer des Iran gratuliert. Auch dies spricht offensichtlich dafür, dass der auch als Antisemit berüchtigte Politiker weiterhin lebt.

Zu Beginn des Krieges hatten Meldungen über eine Explosion in der Nähe seines Hauses für Verwirrung gesorgt. Offizielle Stellen im Iran erklärten zunächst, Ahmadinedschad sei dabei ums Leben gekommen. Inzwischen gehen Beobachter jedoch davon aus, dass der Angriff nicht seine Wohnung traf, sondern Sicherheitskräfte in der Umgebung. Im anschließenden Chaos sollen Ahmadinedschad und seine Familie das Gebiet verlassen haben.

Kritiker der Regierung

Der ehemalige Staatschef, der von 2005 bis 2013 Präsident war, gilt seit Jahren als schwierige Figur für die Führung der Islamischen Republik. Nach seinem Ausscheiden aus dem Amt entwickelte er sich zunehmend zu einem Kritiker der Regierung. Der einflussreiche Wächterrat schloss ihn deshalb von weiteren Präsidentschaftskandidaturen aus.

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Nach Angaben von Beobachtern hielt das Regime Ahmadinedschad dennoch unter strenger Kontrolle. Sicherheitskräfte hätten ihn offiziell schützen sollen, zugleich aber auch seine Bewegungen überwacht. In den Wochen vor dem Angriff sei diese Überwachung sogar deutlich verstärkt worden.

Warum der frühere Präsident Ziel eines Angriffs geworden sein könnte, bleibt unklar. Einige Experten halten es für unwahrscheinlich, dass Israel oder die USA ein besonderes Interesse an seiner Tötung gehabt hätten. Andere vermuten, der Angriff könnte unbeabsichtigt dazu geführt haben, dass Ahmadinedschad der Kontrolle der Behörden entkam.

Fest steht, dass der ehemalige Präsident weiterhin über Anhänger im Land verfügt und als Insider gilt, der das Machtgefüge der Islamischen Republik genau kennt. Gerade deshalb sehen manche Beobachter in ihm auch künftig eine mögliche politische Figur – unabhängig davon, wie der Krieg und die Machtverhältnisse im Iran ausgehen. im

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