Washington D.C.

FBI vereitelte Anschlagsplan auf Käfigkampf am Weißen Haus

FBI-Chef Kash Patel Foto: picture alliance / Sipa USA

Das FBI und der Secret Service haben nach eigenen Angaben einen Anschlag auf die »Mixed-Martial-Arts«-Veranstaltung »UFC Freedom 250« im Weißen Haus verhindert. Fünf Männer aus vier US-Bundesstaaten müssen sich nun unter anderem wegen Verschwörung zum Mord sowie wegen Waffendelikten verantworten.

Den Ermittlungen zufolge richtete sich der geplante Anschlag gegen politische Entscheidungsträger – darunter Präsident Donald Trump, Vizepräsident JD Vance und Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, wobei dieser bei der genannten Veranstaltung nicht zugegen war. Amerikanische Medien berichteten.

Ausgangspunkt der Ermittlungen war ein Hinweis aus der eigenen Familie: Die Mutter eines der Beschuldigten, Tycen Proper, wandte sich am 10. Juni an Behörden in Ohio, nachdem ihr Waffenkäufe ihres Sohnes sowie dessen Kontakte in extremistischen Online-Kreisen aufgefallen waren. Die anschließende Auswertung seiner Geräte brachte verschlüsselte Signal-Chats mit rund 23 Teilnehmern zutage, in denen unter anderem mögliche Scharfschützenpositionen und Standorte für den Drohnenstart besprochen wurden. Proper räumte seine Beteiligung später ein. In der Folge kam es zu koordinierten Festnahmen in vier Bundesstaaten.

Laut Gerichtsunterlagen sah der Plan vor, mit sprengstoffbestückten Drohnen die Nordseite der Arena anzugreifen, um die Menge in Richtung vorbereiteter Scharfschützenpositionen zu treiben. Bei der Durchsuchung beschlagnahmten Bundesagenten Waffen, Munition und taktische Ausrüstung – Drohnen wurden jedoch keine gefunden, was darauf hindeutet, dass diese Phase der Planung möglicherweise noch nicht abgeschlossen war.

Regierungsfeindliche Positionen

Die Gruppe organisierte sich nach Angaben der Ermittler über TikTok und den verschlüsselten Messenger Signal, unter anderem in einer rund 19 Mitglieder umfassenden Chatgruppe. Als Anführer identifizierten die Behörden Abraham Hermosillo Alvarez, der unter dem Decknamen »Shepherd« auftrat und ein gestuftes System aus Schützen, Drohnenbedienern, Logistik sowie Geldgebern und Influencern aufgebaut haben soll.

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Die Ermittler bringen die Gruppe mit einem Online-Netzwerk namens »Vanguard of the Old« in Verbindung, das durch ultrareligiöse, regierungsfeindliche Positionen sowie durch Verschwörungstheorien rund um die Jeffrey-Epstein-Akten auffiel. Hinzu kamen offene Ressentiments gegen die US-Unterstützung für Israel.

Die Behörden wiesen darauf hin, dass sich die ins Auge gefassten Ziele auch auf Abgeordnete erstreckten, die mit pro-israelischen politischen Aktionskomitees in Verbindung stehen – ein Hinweis auf eine ideologisch motivierte Tat, die nach Einschätzung von Sicherheitsexperten auf ein größeres extremistisches Netzwerk verweisen könnte. Nach Chat-Inhalten zufolge wollte die Gruppe mit dem Anschlag offenbar eine »Revolution anstoßen«.

Vorausschauender Sicherheitsmaßnahmen

FBI-Direktor Kash Patel würdigte den schnellen, mehrere Bundesstaaten umfassenden Einsatz. »Am 10. Juni wurden das FBI und unsere Partner in der Strafverfolgung auf eine mögliche Bedrohung der Veranstaltung ›UFC America 250‹ in Washington D.C. aufmerksam, die von Personen außerhalb der National Capital Region ausging – und dank des schnellen Handelns des FBI, unserer Partner und des Justizministeriums in einer Operation über mehrere Bundesstaaten hinweg befinden sich mehrere Personen nun in Gewahrsam, und die angeblich geplanten Anschläge wurden gestoppt«, erklärte Patel.

Sean Curran, Direktor des Secret Service, schloss sich dem Lob an. Sein Stellvertreter Matt Quinn bestätigte, dass Drohnen und Scharfschützen Teil des Plans gewesen seien, betonte zugleich aber, die Veranstaltung selbst sei wegen vorausschauender Sicherheitsmaßnahmen nie tatsächlich gefährdet gewesen. Vizepräsident Vance verwies auf den Umfang der mutmaßlichen Verschwörung, der auf erhebliche Finanzierung und Koordination schließen lasse. Die Behörden warnten zudem, dass einzelne Verdächtige weiterhin auf freiem Fuß seien. im

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