Australien

Ex-Uni-Mitarbeiterin wegen antisemitischer Tirade vor Gericht

Im Mai 2024 findet vor der University of Sydney ein israelfeindliches Protestcamp statt. Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

In Sydney muss sich die frühere Universitätsmitarbeiterin Rose Nakad wegen schwerwiegender Vorwürfe vor Gericht verantworten. Sie soll im Oktober vergangenen Jahres auf dem Campus der University of Sydney jüdische Studierende beleidigt und als »die abscheulichste Sache, die je auf dieser Erde gelebt hat« bezeichnet haben. Nakad, 53, kündigte an, sich vor Gericht gegen die Vorwürfe zu verteidigen.

Die Vorfälle ereigneten sich während einer Sukkot-Feier auf dem Darlington-Campus. Laut Gerichtsunterlagen soll Nakad unter anderem gerufen haben: »Ihr zerreißt Kinder Stück für Stück« und »Ihr seid verdammte, schmutzige Zionisten«. Videoaufnahmen, die Sky News vorliegen, sollen weitere Beleidigungen zeigen, darunter Aussagen wie »Zionisten sind der niedrigste Abschaum«.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Die Universität reagierte sofort: Nakad wurde zunächst suspendiert und später entlassen. Die Verhaftung erfolgte mehr als zwei Monate nach dem Vorfall, am 22. Dezember. Vor Gericht plädierte Nakad auf »nicht schuldig« in allen Anklagepunkten, darunter zwei Vorwürfe der Einschüchterung mit der Absicht, Angst oder körperlichen Schaden zu erzeugen, sowie ein Vorwurf »beleidigenden Verhaltens«.

Am Dienstag erschien Nakad vor dem Newtown Local Court, begleitet von Unterstützern, von denen einige Keffiyehs trugen. Die Gruppe wurde zunächst nicht in den Gerichtssaal gelassen, durfte dann aber eintreten.

Lesen Sie auch

Vor dem Gerichtsgebäude kam es zu Spannungen mit Medienvertretern: Unterstützer versuchten, Filmaufnahmen von Nakad zu verhindern, wobei sie Journalisten aufforderten, zu »verschwinden«. Nakad selbst äußerte sich nicht zu den Vorwürfen.

Die Verhandlung soll im kommenden Monat fortgesetzt werden. Nakad wurde für den nächsten Termin von der Anwesenheitspflicht entbunden. im

London

»Ihm gefiel die Angst«: Frauen berichten von Epstein-Skandal

Über Jahre betrieb Jeffrey Epstein einen Missbrauchsring mit einer hohen Zahl an Opfern. In einem Fernsehinterview berichten fünf Frauen von ihren schlimmen Erfahrungen

 25.03.2026

Meinung

EU-Parlament: Fällt die Brandmauer?

Nach einem Medienbericht haben sich Vertreter der konservativen EVP-Fraktion im EU-Parlament mit rechtsextremen Kräften zur Migrationspolitik abgestimmt. Diese Enthüllung wirft viele Fragen auf

 25.03.2026

Krieg gegen Iran

Hoffnung auf Verhandlungen

Raketenalarm in Tel Aviv, Angriffe auf Teheran: Trotz neuer Vermittlungsversuche und Forderungen an den Iran bleibt eine schnelle Waffenruhe wohl unwahrscheinlich

 25.03.2026

Berlin

Kurdische Gemeinde zeichnet Ron Prosor aus

Der israelische Botschafter wurde beim Neujahrsfest für sein Engagement für die kurdische Gemeinschaft ausgezeichnet

 25.03.2026

London

Nach Brandanschlag: König Charles übernimmt Schirmherrschaft für jüdische Sicherheitsorganisation

Das Engagement des Monarchen für »Toleranz, Inklusion und interreligiöses Verständnis« passe eng zur Arbeit des Community Security Trust, so die Organisation

 25.03.2026

Kassel

Schmerzensgeld-Klage nach Antisemitismus auf documenta

Vor Gericht kam es zu keiner Einigung – wie geht es nun weiter?

 25.03.2026

Dokumentation

»Dieser Krieg ist nach meinem Dafürhalten völkerrechtswidrig«

Bundespräsident Steinmeier verurteilte im Auswärtigen Amt den Krieg Israels und der USA. Wir dokumentieren seine Rede

von Frank-Walter Steinmeier  25.03.2026

Meinung

Rheinland-Pfalz: Ein Wahlergebnis, das beunruhigt

Bei den Landtagswahlen schnitten AfD und Linkspartei bei den unter 25-Jährigen am besten ab. Für viele junge Jüdinnen und Juden ist das eine besorgniserregende Entwicklung

 25.03.2026

Gastkommentar

Wir stellen uns hinter Gregor Gysi

Der Politiker wird wegen Aussagen zur Israelfeindlichkeit in seiner Partei aus den eigenen Reihen angefeindet. Zwei Grünen-Bundestagsabgeordnete kritisieren das als Hetzkampagne autoritärer Strömungen in der Linken

von Marlene Schönberger, Max Lucks  25.03.2026