Dresden

Im Landtag: AfD-Abgeordneter festgesetzt

Der AfD-Landtagsabgeordnete Jörg Dornau (links, blaues Jackett und Hemd), mit Parteikollegen (2021) Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild

Im sächsischen Landtag sorgte am Dienstag ein außergewöhnlicher Einsatz für Aufsehen: Polizeibeamte führten den Abgeordneten Jörg Dornau der rechtsextremistischen AfD aus dem Plenarsaal und zur Befragung in einen separaten Raum. Wie »Bild« berichtet, erfolgte der Zugriff unmittelbar nach der offiziellen Aufhebung seiner Immunität durch den Landtag, die zuvor vom Immunitätsausschuss empfohlen worden war.

Hintergrund sind Ermittlungen der Leipziger Staatsanwaltschaft wegen mutmaßlicher Verstöße gegen das Außenwirtschaftsgesetz (AWG). Dornau soll im August 2022 Kasachstan als Bestimmungsland für einen Teleskoplader angegeben haben, um ein Ausfuhrverbot nach Belarus zu umgehen, heißt es in dem Zeitungsbericht. Tatsächlich sei das Gerät nach Belarus geliefert worden. Laut Staatsanwaltschaft sind solche Umgehungsgeschäfte nach europäischem Recht strafbar.

Lesen Sie auch

Dornau betreibt »Bild« zufolge gemeinsam mit belarussischen Partnern auf rund 1000 Hektar eine landwirtschaftliche Firma namens »OOO Zybulka-Bel«, unter anderem mit Zwiebelanbau. Wie es in dem Bericht weiter heißt, gab es in der Vergangenheit Vorwürfe, wonach auf seiner Farm politische Gefangene des Lukaschenko-Regimes eingesetzt wurden. Zudem hatte das Landtagspräsidium 2024 ein Ordnungsgeld von über 20.000 Euro verhängt, weil Dornau Einkünfte aus dem Belarus-Geschäft nicht korrekt angegeben hatte.

Die Festsetzung eines Abgeordneten während einer Landtagssitzung gilt als beispiellos in Sachsen. Dornau selbst äußerte sich bisher nicht zu den Vorwürfen. Die Bundes-AfD hatte sich bereits öffentlich von den möglichen Geschäftspraktiken distanziert und betont, dass man sich im Falle einer Bestätigung der Anschuldigungen deutlich abgrenzen werde. im

In eigener Sache

»Jüdische Allgemeine« erhält Tacheles-Preis

Der Tacheles-Preis wird alle zwei Jahre an Personen oder Organisationen verliehen, die sich für die Sicherung einer jüdischen Zukunft in Deutschland einsetzen. Die Laudatio hält der neue WELT-Chefredakteur Helge Fuhst

 18.05.2026

Berlin

Josef Schuster für Bestrafung der Leugnung von Israels Existenzrecht

Der Zentralratspräsident stellt sich hinter das Vorhaben aus Hessen. Derweil sind einige Strafrechtler skeptisch

 18.05.2026

Interview

»Sonntagsreden reichen nicht«

Hessens Justizminister Christian Heinz will, dass Aufrufe zur Vernichtung Israels künftig unter Strafe stehen. Wie lässt sich ein solcher Eingriff in die Meinungsfreiheit begründen? Ein Gespräch über Staatsräson, den Schutz jüdischen Lebens und Mehrheiten im Bundesrat

von Joshua Schultheis  18.05.2026

Mailand

Provokantes »Hitler mit Kufiya«-Mural bei israelfeindlicher Demonstration aufgetaucht

Nach Angaben des Künstlers versteht sich die Aktion als Warnung vor wachsender gesellschaftlicher Radikalisierung und der zunehmenden Normalisierung antisemitischer Sprache

 18.05.2026

Washington D.C.

Mutmaßlicher Drahtzieher von Angriffen auf jüdische Einrichtungen vor Gericht

Auch für einen Brandanschlag auf ein jüdisches Restaurant in München soll Mohammad Baqer Saad Dawood Al-Saadi verantwortlich sein

 18.05.2026

Initiative

Offener Brief jüdischer Organisationen an Berliner Senatorin

Nachdem eine Klage des jüdischen Studenten Lahav Shapira gegen die Freie Universität Berlin für unzulässig erklärt worden ist, fordern jüdische Organisationen eine Gesetzesänderung

 18.05.2026 Aktualisiert

Potsdam

Forscher: Offenheit für AfD wächst trotz mehr Radikalität

Der Extremismusforscher Botsch erklärt, warum die Bereitschaft wächst, die zumindest in Teilen rechtsextremistische Partei zu wählen - ungeachtet ihrer Entwicklung

von Marc-Oliver von Riegen  18.05.2026

Ramallah

Abbas will blockierte Gelder als Terror-Renten verwenden

In Zusammenhang mit Israels Entscheidung, Teile der Steuereinnahmen für die PSA einzubehalten, spricht der Palästinenserpräsident von einem Rechtsbruch, will aber weiterhin illegale Terror-Renten bezahlen

 18.05.2026

Pilsen

Wie es mit Marla Svenja Liebich weitergehen könnte

Nach monatelanger Fahndung wurde die Rechtsextremistin gefasst. Seit einigen Wochen sitzt sie in Tschechien in Haft. Ein Gericht dort will nun über eine Auslieferung entscheiden

 18.05.2026