Judenhass

Erneute Antisemitismus-Skandale bei der Deutschen Welle

Der Auslandssender hat seinen Sitz im ehemaligen Bundesviertel in Bonn Foto: IMAGO/Sabine Gudath

Erneut sorgen freie Mitarbeiter der »Deutschen Welle« (DW) für Schlagzeilen im Zusammenhang mit Israelhass. Wie »Bild« am Mittwoch berichtete, sollen zwei Korrespondenten des größtenteils aus dem Bundeshaushalt finanzierten Senders die Vernichtung Israels propagiert und ihre Unterstützung für das iranische Regime bekundet haben.

Der Sender, dessen Programme in mehreren Sprachen weltweit verbreitet werden, teilte »Bild« mit, man habe die Zusammenarbeit mit den beiden Personen gestoppt und eine interne Prüfung eingeleitet.

Konkret bezeichnete eine freie Mitarbeiterin der DW im Irak am 7. Oktober 2023, dem Tag des Hamas-Massakers, den damaligen US-Präsidenten Joe Biden als »zionistischen Hund«. Kurz darauf soll die Frau eine Landkarte geteilt haben, auf der Staatsgebiet Israels palästinensisch eingefärbt war. Noch vor drei Wochen soll Amal S. auf Facebook Israel als »zionistische Entität« bezeichnet und durchgestrichen haben.

DW: Vorerst keine Zusammenarbeit mit betroffenen Mitarbeitern

Die Deutsche Welle stellte nun klar, dass die freie Journalistin seit 2025 »testweise« für den Sender als Irak-Korrespondentin tätig geworden sei, aber »keine dauerhafte Zusammenarbeit« bestehe. Ihre Beiträge seien von der Redaktion geprüft worden.

Ein weiterer freier Mitarbeiter, Mohammed A., der für DW aus dem Gazastreifen berichtete, fiel laut »Bild« ebenfalls mit problematischen Inhalten auf seinen Social-Media-Seiten auf. A. soll demnach unter anderem Terroristen als »Freiheitskämpfer« bezeichnet haben. Strittig ist noch, ob A. die fraglichen Instagram-Posts selbst erstellt oder »nur« geteilt hat. Man prüfe den Sachverhalt, sagte eine DW-Sprecherin der »Bild«, und werde A. bis zur Aufklärung nicht beauftragen.

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Vor vier Jahren kam eine vom Sender beauftragte externe dreiköpfige Prüfkommission zu dem Ergebnis, dass DW-Mitarbeiter mehrfach »zum Teil klassische antisemitische Bilder, bis hin zur Leugnung und Relativierung des Holocaust« verbreitet hatten. Damals ging es vor allem um die 200 Mitarbeiter umfassende arabischsprachige Redaktion des Senders.

Vorwurf der einseitigen Berichterstattung über Nahostkonflikt

In der Folge kündigte die DW an, größere Anstrengungen gegen Israelhass zu unternehmen. Darunter war ein Verhaltenskodex für feste und freie Mitarbeiter sowie und eine »Declaration of values« für DW-Geschäftspartner. Zudem kündigte der in Bonn ansässige Sender damals an, man sich von fünf Mitarbeitern trennen. Von diesen klagten einige allerdings erfolgreich gegen die Kündigungen.

Allerdings kam es auch in der Folgezeit immer wieder zu Problemen, vor allem in Bezug auf die Berichterstattung über den Krieg im Nahen Osten. So wurden vergangenes Jahr Vorwürfe von DW-Mitarbeitern bekannt, wonach kritische Berichte über die Hamas oder die Hisbollah bei der Deutschen Welle »sehr selten bzw. fast gar nicht vorhanden« seien. Stattdessen werde Israel oft als Hauptaggressor dargestellt.

Der Sender wies damals den Vorwurf der einseitigen Berichterstattung vehement zurück. »In unseren Redaktionen, die viele Perspektiven zusammenbringen, wird der Nahostkonflikt kontrovers diskutiert. Allgemein gilt: Die Berichterstattung dazu polarisiert in Deutschland und weltweit – wir setzen uns kritisch mit Rückmeldungen von verschiedenen Seiten auseinander«, so die DW in einer Pressemitteilung im Juli 2025. mth

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