London

Epstein-Affäre: Britische Polizei ermittelt gegen früheren Minister

Ex-Minister Peter Mandelson im Juni 2025 in der Downing Street Foto: picture alliance / Anadolu

Die britische Polizei hat Medienberichten zufolge Ermittlungen gegen den früheren britischen Wirtschaftsminister Peter Mandelson eingeleitet - wegen dessen Verbindungen zu Sexualstraftäter Jeffrey Epstein. Das berichten unter anderem die Nachrichtenagentur PA und die BBC. Mandelson äußerte sich zunächst nicht.

E-Mail-Verläufe aus den vom US-Justizministerium jüngst veröffentlichten Epstein-Akten hatten zuvor nahegelegt, dass Mandelson während der Finanz- und Wirtschaftskrise sensible Informationen an den US-Unternehmer weitergegeben haben könnte. Die Polizei hatte mitgeteilt, eine Reihe von Meldungen über ein mutmaßliches Fehlverhalten in einem öffentlichen Amt erhalten zu haben.

Mandelson, der wegen seiner Verbindung zu Epstein bereits seine Rolle als britischer Botschafter in den USA verloren und seine Mitgliedschaft in der Labour-Partei sowie im britischen Oberhaus niedergelegt hatte, ist damit einer der ersten Prominenten aus den Akten, gegen den polizeilich ermittelt wird.

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Im Fokus ist auch ein Euro-Rettungsschirm

Die E-Mails fallen in die Zeit des jüdischen Politikers als Wirtschaftsminister unter Premierminister Gordon Brown 2008 bis 2010. Demnach soll Mandelson unter anderem die Entscheidung für einen 500-Milliarden-Euro-Rettungsschirm in der Euro-Krise einen Tag vor deren Verkündung an Epstein weitergegeben haben. Zudem legen die Nachrichten nahe, dass er versuchte, die Einführung einer Steuer auf Boni für Banker zu verhindern.

Der frühere Premier Brown teilte mit, er habe sich an die Polizei gewandt, um laut der PA Informationen zu »unentschuldbare und unpatriotischen« Handlungen Mandelsons zu übermitteln. An Zahlungen Epsteins an sich und seinen Ehemann, die ebenfalls aus den Akten hervorzugehen scheinen, erinnert Mandelson sich nach eigenen Angaben nicht. dpa/ja

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