Irland

Dublins Bürgermeister entschuldigt sich nach Streit um Herzog Park

Oberbürgermeister Ray McAdam Foto: picture alliance / empics

Nach der Kontroverse um eine geplante Umbenennung des Herzog Parks in Dublin in Free Palestine Park hat sich der Oberbürgermeister der irischen Hauptstadt bei der jüdischen Gemeinschaft sowie bei Anwohnern entschuldigt. Anlass seien »fehlerhafte Abläufe« und administrative Versäumnisse im Umgang mit dem Verfahren gewesen.

Die Erklärung wurde laut eines Berichts des Senders Raidió Teilifís Éireann (RTE) und anderer irischer Medien bei der monatlichen Sitzung des Stadtrats abgegeben. Bürgermeister Ray McAdam verwies dabei auf einen Beschluss des zuständigen Bezirksausschusses im Südosten der Stadt.

In dem Antrag hieß es, die Stadtverwaltung habe Fehler und Mängel im Verfahren bereits eingeräumt und sich bei gewählten Ratsmitgliedern entschuldigt. Eine entsprechende Entschuldigung gegenüber der jüdischen Gemeinschaft und den von der Debatte betroffenen Bürgern sei jedoch zunächst ausgeblieben und nun nachgeholt.

Sechster Präsident

Die Diskussion hatte im vergangenen November begonnen, nachdem auf der Tagesordnung des Stadtrats ein Vorschlag zur Umbenennung des Parks in Free Palestine Park erschienen war. Vorausgegangen war eine Entscheidung des Ausschusses für Gedenken und Namensgebung im Juli.

Lesen Sie auch

Die Pläne lösten deutliche Kritik aus. Auch Israels Präsident Isaac Herzog äußerte Bedenken. Sowohl in Irland als auch international meldeten sich Vertreter jüdischer Gemeinden mit Einwänden zu Wort.

Wenige Tage später zog der Stadtrat die Vorlage wieder zurück. Über die Umbenennung wurde nicht abgestimmt, nachdem den Ratsmitgliedern mitgeteilt worden war, dass die rechtliche Grundlage dafür nicht ausreichend gegeben sei. Nach Angaben der Stadt waren nationale Vorschriften zur Änderung offizieller Ortsbezeichnungen noch nicht vollständig in Kraft gesetzt worden.

Der Park im Süden Dublins trägt seit 1995 den Namen von Chaim Herzog, dem sechsten Präsidenten Israels. Herzog wurde in Belfast geboren und wuchs in Dublin auf. Er amtierte von 1983 bis 1993 als Staatspräsident des jüdischen Staates.

Ob der Streit um den Herzog Park damit abgeschlossen wurde, bleibt abzuwarten. im

München/Budapest

Europäische Rabbiner gratulieren Magyar zum Wahlsieg in Ungarn

»Das ungarische Volk hat eine klare Entscheidung für Demokratie, für Erneuerung und für ein zukunftsorientiertes Ungarn getroffen«, sagt Oberrabbiner Pinchas Goldschmidt

 15.04.2026

Nahost

Medien: Bombenanschlag in Teheran

In der iranischen Hauptstadt ereignet sich Berichten zufolge erstmals seit Kriegsbeginn ein Anschlag. Zwei Explosionen verletzen drei Menschen

 15.04.2026

Washington D.C.

Trump sieht Krieg mit Iran kurz vor dem Ende

Erneut wirken die Aussagen des amerikanischen Präsidenten widersprüchlich. »Wir sind noch nicht fertig«, sagt er gegenüber dem Kanal »Fox Business«

 15.04.2026

Diplomatie

Prosor kritisiert israelischen Minister wegen Merz-Schelte

Der israelische Finanzminister Bezalel Smotrich hatte dem Bundeskanzler nach dessen Kritik an der Siedlungspolitik vorgeworfen, Juden vorschreiben zu wollen, wo sie leben sollen

 14.04.2026

Warschau

Absage an Antisemitismus: Polnische Bischöfe besuchen Synagogen

Vor 40 Jahren umarmte Papst Johannes Paul II. in Roms Hauptsynagoge den dortigen Oberrabbiner. In Polen erinnern nun Bischöfe an diesen Meilenstein in den katholisch-jüdischen Beziehungen. Es gibt aber auch Misstöne

von Oliver Hinz  14.04.2026

Jom Haschoa

»Die Bedrohung ist nicht mehr abstrakt«

Israelischer Botschafter Ron Prosor fordert bei einer Gedenkveranstaltung im ehemaligen Konzentrationslager Sachsenhausen entschlossenes Handeln und den Schutz jüdischen Lebens

 14.04.2026

Düsseldorf

Studentenparlament fordert Boykott israelischer Hochschulen

Der Antrag stammt aus dem Umfeld der antisemitischen BDS-Kampagne. Jüdische Studenten und andere Demokraten üben heftige Kritik an dem Entschluss

 14.04.2026

Rom

Italien setzt Verteidigungsvereinbarung mit Israel aus

Italien unter Ministerpräsidentin Meloni gilt als enger Verbündeter Israels. Nun setzt ihre Regierung eine Vereinbarung mit dem jüdischen Staat aus. Konkrete Auswirkungen hat dies aber wohl nicht

 14.04.2026

Rechtsextremismus und Antisemitismus

Hetze und KI-Fakes belasten Arbeit in Gedenkstätten

Der Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, Axel Drecoll, beklagt eine besorgniserregende Entwicklung

 14.04.2026