Die Absage einer geplanten Benefizveranstaltung in der National Concert Hall in Dublin wird heftig kritisiert. Im Rahmen der Veranstaltung sollten Spenden für den israelischen Rettungsdienst Magen David Adom gesammelt werden. Am 11. Mai sollte das Event stattfinden. Nach einem Bericht der »Jerusalem Post« sagte das renommierte Konzerthaus den Abend nun ab.
Geplant war unter anderem die Aufführung eines Theaterstücks mit Berichten von Überlebenden sowie Ersthelfern des von der Hamas verübten Massakers vom 7. Oktober 2023. Organisiert wurde der Abend von Magen David Adom Ireland, einer irischen Hilfsorganisation zur Unterstützung des israelischen Rettungsdienstes.
Nach Angaben der Organisatoren war die Veranstaltung bereits einmal abgesagt und später wieder angesetzt worden. Das Konzerthaus hatte zunächst erklärt, man richte keine politischen Veranstaltungen aus. Später war von einem Missverständnis die Rede. Nun erfolgte erneut eine Absage, ohne nähere Begründung.
»Antisemitische Entscheidung«
In sozialen Netzwerken hatten israelfeindliche Gruppen zuvor zu Protesten gegen die Wiederaufnahme des Termins aufgerufen. Dabei wurde Magen David Adom vorgeworfen, an einem angeblichen »Völkermord« beteiligt zu sein.
Gilad Erdan, Präsident von Magen David Adom und früherer israelischer UN-Botschafter, sprach von einer antisemitischen Entscheidung sowie von Zensur, die von Unwissenheit und bösem Willen geprägt sei. Das Konzerthaus verhindere damit die Darstellung der Verbrechen vom 7. Oktober durch Augenzeugen und Helfer.
Zugleich werde Menschen in Israel lebenswichtige humanitäre Unterstützung entzogen, sagte Erdan. Er forderte die Verantwortlichen auf, die Entscheidung rückgängig zu machen.
»Beschämend und schockierend«
Auch Alan Shatter, Vorsitzender von Magen David Adom Ireland und ehemaliger irischer Justizminister, reagierte empört. Die Entscheidung sei »wirklich beschämend und schockierend«. Eine private Spendenveranstaltung für eine unabhängige, humanitäre Organisation dürfe keine Kontroverse auslösen.
Shatter forderte die Wiedereinsetzung des Termins sowie personelle Konsequenzen bei den Verantwortlichen. Der Vorfall trage zu dem wachsenden Eindruck bei, Irland sei eines der antisemitischsten Länder Europas.
Ann McElhinney, Mitautorin des geplanten Theaterstücks »October 7«, erklärte, offenbar gebe es in Irland keinen Platz für die Wahrheit über Israel. Das Stück enthalte jüdische wie arabische Stimmen. Den Betroffenen werde signalisiert, dass man ihre Geschichten nicht hören wolle. Gleichzeitig kündigte sie an, das Stück trotzdem nach Irland bringen zu wollen. im
