Sydney

Drohungen gegen Israels Präsidenten: 19-Jähriger angeklagt

Israels Präsident Isaac Herzog fliegt am Sonntag nach Sydney. Foto: Copyright (c) Flash90 2026

Ein 19-jähriger Mann aus Sydney steht unter Anklage, nachdem er online gedroht haben soll, den israelischen Präsidenten Isaac Herzog zu erschießen. Die Australian Broadcasting Corporation und andere australische Medien berichteten.

Herzog wird am Sonntag zu einem Besuch nach Australien reisen, wenige Wochen nach dem antisemitischen Terroranschlag am Bondi Beach in Sydney, bei dem 15 Menschen ermordet wurden.

Die australische Bundespolizei (AFP) teilte mit, Darcy Tinning habe am 19. Januar auf der Plattform X sowohl Präsident Herzog als auch US-Präsident Donald Trump bedroht. In dem Beitrag habe er konkret gedroht, Herzog mit einer Pistole zu erschießen. Tinning wurde wegen eines Verstoßes gegen das Gesetz über die Nutzung von Kommunikationsmitteln zur Androhung von Gewalt angeklagt.

Bedingte Freilassung

AFP-Kommissarin Krissy Barrett erklärte, das nationale Sicherheitsteam der Behörde (NSI) habe Tinning am Mittwoch zu Hause festgenommen und unter anderem sein Mobiltelefon sichergestellt. Barrett betonte, das Team sei im Oktober letzten Jahres eingerichtet worden, um gezielt Gruppen und Einzelpersonen zu überwachen, die jüdische Gemeinschaften in Australien bedrohen.

Lesen Sie auch

Bei der Anhörung vor dem Magistrat Daniel Covington wies die Staatsanwaltschaft auf das Risiko hin, Tinning könnte seine Drohung gegenüber Herzog umsetzen. Covington erklärte jedoch: »Obwohl die angeblichen Verstöße ernst und besorgniserregend sind, gibt es ausreichende Gründe zu der Annahme, dass Tinning die Auflagen einhalten wird.«

Tinning erhielt unter Auflagen eine Bedingte Freilassung. Er kann sein Zuhause nur in Begleitung eines Elternteils verlassen, darf soziale Medien nicht nutzen und muss seinen Reisepass abgeben. Sein Anwalt Brendan Green betonte, dass Tinning keinerlei Verbindung zu extremistischen Gruppen habe und weder Zugang zu Waffen noch eine Gewaltgeschichte habe, auch wenn seine Kommentare »völlig unangemessen« gewesen seien.

Die Behörden erwarten, dass Herzogs Besuch in Australien trotz vorübergehender Sicherheitsbeschränkungen der Polizei zu Protesten führen könnte. NSW-Polizeikommissar Mal Lanyon verlängerte die Sperren für Versammlungen in der Innenstadt und den östlichen Vororten um weitere 14 Tage, um die Sicherheit der Besucher zu gewährleisten.

Tinning muss im April erneut vor Gericht erscheinen.

Debatte

Zentralrat der Juden positioniert sich zum Thema AfD-Verbot

 05.07.2026

Religionsfreiheit

Oberrabbiner sieht religiöse Praktiken europaweit unter Druck

Bei einem Symposium in Amberg diskutierten Politiker, Vertreter von Religionsgemeinschaften und Juristen über die Einschränkungen der Religionsfreiheit

von Christoph Renzikowski  05.07.2026

Terrorismus

In diesem Land gibt es keinen Platz für Islamisten. Sie sollten konsequent abgeschoben werden

Eine Klarstellung

von Jessie Katz  05.07.2026

Kommentar

250 Gründe, die USA zu lieben

Am 4. Juli 1776 wurden die Vereinigten Staaten gegründet. Eine etwas andere Liebeserklärung

von Imanuel Marcus  04.07.2026

Parteien

AfD-Chefin Alice Weidel äußert sich zu möglichen Koalitionen mit der CDU

Wie hält es die rechtsextreme Partei ihrerseits mit einer Annäherung an die Union?

 04.07.2026

Parteitag

AfD bestätigt Führungsduo – Chrupalla verliert an Rückhalt

Die AfD hat ihr Spitzenduo Weidel-Chrupalla wiedergewählt. Chrupalla muss allerdings Federn lassen. In der zweiten Reihe gibt es neue Gesichter

von Anne-Beatrice Clasmann  04.07.2026

Essay

Die Sprache der AfD

Gewalt, NS-Bezüge und Antisemitismus: Wie die rechtsextreme Partei auch rhetorisch die Grenzen verschiebt. Eine linguistische Analyse

von Deborah Kämper  04.07.2026

Thüringen

Mehr als 30.000 Menschen protestieren gegen AfD-Parteitag

Trotz Blockaden bleibt die Stimmung meist friedlich – doch es gibt auch Zwischenfälle mit Pyrotechnik und Flaschenwürfen

von Simone Rothe  04.07.2026

Wien

Antisemitismus am Denkmal für einen Antisemiten

Ausgerechnet am umstrittenen Denkmal für den einstigen Wiener Bürgermeister Karl Lueger ist es zu einem judenfeindlichen Eklat gekommen

 03.07.2026