München

Charlotte Knobloch fordert Verbotsverfahren gegen die AfD

Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern Foto: picture alliance/dpa

Die Vorsitzende der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch, hat ihre Forderung nach einem Verbotsverfahren gegen die AfD bekräftigt. »Vieles an der AfD erinnert mich heute an den Weg der Nationalsozialisten zur Macht«, sagte die 93-Jährige der »Augsburger Allgemeinen«. Juristisch, so Knobloch weiter, könne ein AfD-Verbot aber vielleicht schwierig sein.

Knobloch kritisierte auch die anderen Parteien. Die Gegenwehr, die eine Partei wie die AfD aus der demokratischen Mitte zu spüren bekommen müsse, habe in Deutschland viel zu spät eingesetzt. Zudem würden die Bekundungen, nicht mit der AfD zusammenzuarbeiten, nicht reichen. »Ihren Hass versprüht sie ja trotzdem weiter. Auch den Hass auf Juden«, so Knobloch.

Breite Unterstützung

Dass die AfD wieder verschwindet, davon geht Knobloch nicht aus. »Sie hat eine breite Unterstützung im Volk, nicht zuletzt bei den jungen Menschen.«

Bei jemandem, der am Sonntag in Mecklenburg-Vorpommern oder Berlin zur Wahl geht, würde sich Knobloch zunächst bedanken. Gleichwohl würde sie ihm sagen: »Lesen Sie doch auch die Zeitung, hören Radio und sehen fern, da kann es Ihnen doch nicht verborgen geblieben sein, dass die AfD eine zutiefst antidemokratische Partei ist.«

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Judenhass komme aber nicht nur von rechts, sondern auch von links und aus dem muslimischen Milieu. Knobloch erinnerte an den Brandanschlag auf eine Synagoge in Wuppertal, der Tatverdächtige stammt aus Afghanistan: »Das macht mich sprachlos.« kna/ja

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