New York

Angehörige von Opfern des 11. September wollen Mamdani von Gedenkfeier ausschließen

New Yorks Bürgermeister Zohran Mamdani Foto: picture alliance / Everett Collection

Familien von Opfern der Terroranschläge vom 11. September 2001 fordern, dass New Yorks Bürgermeister Zohran Mamdani nicht an der zentralen Gedenkveranstaltung zum 25. Jahrestag der Anschläge am Ground Zero teilnehmen darf. Sie werfen dem Politiker laut einem Bericht der »New York Post« vor, sich in der Vergangenheit nicht ausreichend von Terrorismus distanziert und Personen unterstützt zu haben, die die Anschläge verharmlost hätten.

Giovanni Galante, dessen Ehefrau Grace Catherine Galante im Alter von 29 Jahren bei den Angriffen von al-Qaida getötet wurde, gehört zu den Initiatoren einer Petition gegen eine Teilnahme Mamdanis. Innerhalb kurzer Zeit sammelte die Initiative nach eigenen Angaben mehr als 1100 Unterschriften, darunter von mindestens 300 Angehörigen von 9/11-Opfern.

»Dieser Tag ist für uns heilig«, sagte Galante gegenüber der Zeitung. Die Gedenkveranstaltung sei weder politisch noch eine Plattform für Menschen mit bestimmten Ansichten. Mamdanis Anwesenheit wäre »zutiefst verletzend und unangemessen – wie ein unerwünschter Gast bei einer sehr persönlichen Zeremonie«.

Zahlreiche Vorwürfe

Die Organisatoren der Petition hoffen, genügend Unterstützung zu erhalten, um die Stadtverwaltung und die Verantwortlichen des gemeinnützigen »9/11 Memorial & Museum« davon zu überzeugen, Mamdani von der Zeremonie am früheren Standort der Zwillingstürme in Lower Manhattan fernzuhalten.

In der Petition werden zahlreiche Vorwürfe gegen den seit Januar amtierenden Bürgermeister aufgeführt. Kritisiert wird unter anderem, dass Mamdani sich geweigert habe, den Slogan »Globalize the Intifada« eindeutig zu verurteilen. Gegner der Parole sehen darin einen Aufruf zu Gewalt gegen Juden.

Die Unterzeichner verweisen außerdem auf frühere Kontakte Mamdanis zu Personen, die sie als extremistisch einstufen. Dazu zählen etwa seine Verbindung zu Imam Siraj Wahhaj während des Bürgermeisterwahlkampfs sowie seine Unterstützung bestimmter politischer Kandidaten mit umstrittenen Aussagen zu den Anschlägen vom 11. September.

Prediger verteidigt

Auch Mamdanis Ernennung von Ramzi Kassem zum Rechtsberater der Stadt wird in der Petition kritisiert. Kassem habe in der Vergangenheit juristische Vertretungen für Personen übernommen, die von den Initiatoren als Unterstützer oder Sympathisanten islamistischer Extremisten bezeichnet werden.

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Die Verfasser der Petition werfen Mamdani zudem vor, in früheren Beiträgen den radikalen Prediger Anwar al-Awlaki verteidigt und die USA für dessen Entwicklung zum Terroristen verantwortlich gemacht zu haben. Al-Awlaki hatte Kontakte zu mehreren späteren 9/11-Attentätern und wurde 2011 bei einem US-Drohnenangriff im Jemen getötet.

Cheri Sparacio, deren Ehemann Thomas im Alter von 35 Jahren bei den Anschlägen ums Leben kam, sagte, es gebe »so viele weitere Beispiele«, warum Mamdanis Teilnahme respektlos wäre, dass sie gar nicht alle in die Petition habe aufnehmen können.

Keine Parteipolitik

Sie verwies unter anderem auf Mamdanis langjährige Nähe zu dem linken Influencer Hasan Piker, der in der Vergangenheit erklärt hatte, Amerika habe die Anschläge von 2001 »verdient«. Außerdem kritisierte sie Mamdanis frühere Aussage, auch Muslime seien nach den Anschlägen vom 11. September Opfer gewesen, weil diese zu einer Welle von Islamfeindlichkeit geführt hätten.

Monica Iken-Murphy, deren Ehemann Michael Iken bei den Anschlägen starb und die sich für die Entstehung des 9/11 Memorial & Museum eingesetzt hatte, unterschrieb die Petition ebenfalls. Sie betonte jedoch, es gehe nicht um Parteipolitik.

»Ich möchte nicht, dass sich Familien unwohl fühlen«, sagte sie laut »The New York Post«. Politiker, die von Beginn an Teil des Aufarbeitungs- und Heilungsprozesses gewesen seien, sollten an der Jubiläumszeremonie teilnehmen. Andere könnten an einem anderen Tag kommen, damit die Angehörigen diesen Moment für sich hätten.

Mamdani will kommen

Das 9/11 Memorial & Museum erklärte, die Veranstaltung werde bewusst parteipolitisch neutral gehalten. Sprecherin Julie Wood sagte, Regierungsvertreter aller politischen Lager – darunter Präsidenten, Gouverneure und Bürgermeister – hätten seit 2001 an den Zeremonien teilgenommen, um gemeinsam der Opfer zu gedenken. Sie würden jedoch keine Reden halten und in einem gesonderten Bereich bleiben.

Mamdani selbst plant nach Angaben seines Sprechers weiterhin, an der Gedenkfeier teilzunehmen. »Bürgermeister Mamdani wird die Familien, Überlebenden und Ersthelfer ehren, die für immer von diesen verheerenden Angriffen betroffen sind«, erklärte Sprecher Jeremy Edwards. Er werde gemeinsam mit ihnen an der Zeremonie teilnehmen und daran erinnern, dass die Stadt diesen Tag niemals vergessen werde.

Die Organisatoren der Petition kündigten an, sich auch an den Stadtrat von New York zu wenden. Die republikanische Stadträtin Joann Ariola erklärte, sie habe Verständnis für die Forderung der Angehörigen. »Dies ist ein Bürgermeister, der Kandidaten unterstützt hat und von Personen unterstützt wurde, die offen gesagt haben, Amerika habe den 11. September verdient«, sagte sie. im

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