USA

Mamdani: New York kann Netanjahu nicht festnehmen

Bürgermeister von New York City: Zohran Mamdani Foto: picture alliance / Pacific Press

New Yorks Bürgermeister Zohran Mamdani hat eingeräumt, dass die Stadt keine rechtliche Möglichkeit hat, den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu bei einem Besuch festnehmen zu lassen. Zugleich forderte er die US-Bundesregierung auf, einen Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) zu vollstrecken.

In einem auf der Plattform X veröffentlichten Video erklärte Mamdani, seine Verwaltung habe geprüft, ob die Stadt New York den Haftbefehl eigenständig umsetzen könne. Das Ergebnis sei eindeutig: »Es ist klar, dass wir keine unabhängige rechtliche Befugnis haben, diesen Haftbefehl zu vollstrecken.« Die Bundesregierung verfüge jedoch über entsprechende Kompetenzen. Deshalb rief er Washington auf, »sich dem IStGH anzuschließen und diesen Haftbefehl zu vollstrecken«.

Der Bürgermeister bezeichnete Netanjahu erneut als »Kriegsverbrecher« und erklärte, der israelische Regierungschef sei in New York »nicht willkommen«. Dies gelte ebenso für »jeden anderen Kriegsverbrecher, der sich auf freiem Fuß befindet«.

Von Wahlkampfversprechen abgerückt

Mit seinen Äußerungen rückt Mamdani von einem zentralen Wahlkampfversprechen aus dem Jahr 2025 ab. Damals hatte er angekündigt, Netanjahu im Fall eines Besuchs in New York festnehmen zu lassen. Noch vor wenigen Tagen hatte er der »New York Times« gesagt, die Rechtsabteilung der Stadt prüfe, ob eine solche Festnahme rechtlich möglich sei.

Lesen Sie auch

Netanjahu wird im September zur Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York erwartet. Gegen ihn und den früheren israelischen Verteidigungsminister Joav Gallant hatte der Internationale Strafgerichtshof im November 2024 Haftbefehle wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Zusammenhang mit dem Gaza-Krieg erlassen.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu betonte wiederholt, die israelische Armee gehe im Gazastreifen gegen die Hamas vor, nicht gegen die Zivilbevölkerung.Die Streitkräfte (IDF) haben im Verlauf des Krieges humanitäre Zonen und Fluchtrouten eingerichtet und Bewohner vor bevorstehenden Luftangriffen gewarnt.

Die Hamas missbraucht palästinensische Zivilisten im Gazastreifen als menschliche Schutzschilde. Die Terroristen verstecken Waffen und Raketen in zivilen Einrichtungen und beschießen israelische Soldaten unter anderem aus Krankenhäusern und Schulen.  

Das Büro des israelischen Ministerpräsidenten wies Mamdanis Vorwürfe zurück und bezeichnete den Internationalen Strafgerichtshof als »Scheingericht«, das »keine Zuständigkeit für Amerikaner oder Israelis« habe. Statt den damaligen Chefankläger Karim Khan zu unterstützen, solle sich Mamdani »auf die Probleme konzentrieren, die seine Politik New York eingebrockt hat«, hieß es in der Stellungnahme. ja

Medien

Protokollant des täglichen Irrsinns

Der Publizist Henryk M. Broder wird 80. Eine persönliche Würdigung von Reinhard Mohr

von Reinhard Mohr  19.08.2026

Israel

Die Eindeutigkeit der Uneindeutigen

Ben Gvirs Äußerungen sind menschenverachtend und sollten von allen verurteilt werden, denen Israel am Herzen liegt. Zugleich spiegeln sie zum Glück nicht die Gaza-Politik Israels wider

von Volker Beck  19.08.2026

Spannungen

Israelischer Angriff in Syrien heizt Streit mit Türkei an

Die Beziehungen zwischen der Türkei und Israel sind seit langem angespannt. Nun sorgt ein mutmaßlich israelischer Luftangriff in Syrien für Streit. Was ist passiert?

 19.08.2026

London

Britische Grüne hegen in internen Chats Gewaltfantasien gegen »Zionisten«

In der Chat-Konversation finden sich zudem Äußerungen, die sich pauschal gegen britische Juden richten. Eine Organisation, die sich gegen Judenhass einsetzt, prüft rechtliche Schritte

 19.08.2026

Nahost

Iran droht bei neuem Krieg mit Angriffen auf US-Ziele in Europa

Das Mullah-Regime könnte Angriffe auf US-Militärstützpunkte und andere amerikanische Einrichtungen sowie die kritische Infrastruktur befehlen

 19.08.2026

Washington D.C.

USA sanktionieren Präsidentin des Strafgerichtshofs

Die US-Regierung erhöht mit Sanktionen den Druck auf den Internationalen Strafgerichtshof - diesmal auch gegen die Präsidentin

 19.08.2026

Arlington (Virginia)

Pentagon prüft nach Iran-Krieg kleinere US-Militärpräsenz am Golf

Im Mittelpunkt steht die Frage, ob ein Teil der bislang am Golf stationierten Soldaten abgezogen und weiter westlich positioniert werden könnte

 19.08.2026

Meinung

Im Zweifel für das Narrativ?

Die »tageszeitung« (taz) veröffentlichte einen Beitrag eines Deutsch-Palästinensers, der nicht nur unrichtige Aussagen enthält, sondern eine sehr fragwürdige Erzählung propagiert

von Michael Thaidigsmann  18.08.2026

Teheran

Iran: Öffnung der Straße von Hormus hängt von USA ab

Der Iran knüpft die Öffnung der Straße von Hormus an Bedingungen im Abkommen mit den USA. Ein Professor sagt, US-Präsident Donald Trump könne sich nicht still zurückziehen

 18.08.2026