Deutschland

Nach AfD-Sieg: Cem Özdemir rief sofort jüdische Gemeinden an

Cem Özdemir Foto: Uwe Steinert

Am Montag veröffentlichte der »Spiegel« ein Interview mit dem baden-württembergischen Ministerpräsidenten. Darin erklärt Cem Özdemir unter anderem, er habe nach dem Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt zunächst die jüdischen Gemeinden in seinem Bundesland angerufen. »Meine erste Reaktion war am Montag, die jüdischen Gemeinden anzurufen und ihnen zu versichern, dass sie in Baden-Württemberg nicht auf gepackten Koffern sitzen müssen«, sagte Özdemir dem »Spiegel«. Die jüdischen Landesverbände bestätigten gegenüber der »Jüdischen Allgemeinen« die Telefonate.

Im Interview mit dem Spiegel spricht Özdemir über die Folgen des AfD-Erfolgs und die Verantwortung der demokratischen Parteien. Dabei nimmt er auch seine eigene Partei in die Pflicht. Die Ampelregierung, der er als Minister angehörte, trage eine Mitschuld am starken Abschneiden der AfD, sagte Özdemir. Die damalige Regierung habe vielen Menschen nicht das Gefühl gegeben, mit ihren Sorgen und Fragen etwa zu Migration, Sicherheit oder der wirtschaftlichen Transformation ernst genommen zu werden.

Lesen Sie auch

Özdemir fordert deshalb einen grundlegenden Kurswechsel. Demokratische Parteien müssten politische Themen wieder offensiver ansprechen und den Eindruck vermitteln, konkrete Probleme lösen zu können. Es reiche nicht aus, die AfD lediglich zu kritisieren oder Themen zu meiden, die von ihr besetzt würden. Zugleich hält Özdemir an seiner Forderung nach einem Verbotsverfahren gegen die völkischen Teile der AfD fest – ein solches Vorgehen müsse aber mit einem politischen Angebot an die AfD-Wähler verbunden werden.

Der Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt sei eine Warnung für die gesamte politische Mitte. Wenn die demokratischen Parteien nicht schnell ihre Inhalte und ihre Art zu regieren veränderten, könne sich der Erfolg der AfD auch in anderen Bundesländern wiederholen, warnt Özdemir. ja

New York

NYPD stoppt Direktvergabe an israelischen Überwachungstechnik-Hersteller

Linke Politiker und Aktivisten aus dem Umfeld von Bürgermeister Zohran Mamdani hatten den geplanten Kauf eines Ortungssystems kritisiert

 29.10.2026

Straßburg/Prag

Europarat warnt vor zunehmendem Antisemitismus in Tschechien

Sowohl die Zahl als auch die Schwere der Judenhass-Vorfälle nimmt zu

 29.10.2026

Berlin

Wie sich Elif Eralp von Terrorunterstützern mundtot machen lässt

Die Hintergründe

 29.10.2026 Aktualisiert

Dubai

Verletzter »Fly Dubai«-Pilot für Rettung von Passagieren geehrt

Dem auf einem Flug nach Tel Aviv attackierten und schwer verletzten Kapitän geht es inzwischen besser. In den Vereinigten Arabischen Emirate wurde er nun für seinen Einsatz ausgezeichnet

 29.10.2026

Berlin

Zentralrat der Juden: Linke lässt sich von Vanessa Emde auf der Nase herumtanzen

Josef Schuster: »Solange Positionspapiere nicht von konkreten personellen Konsequenzen auf jeder Ebene begleitet werden, nehme ich der Linken ihr Bekenntnis zum Kampf gegen Antisemitismus nicht ab«

von Imanuel Marcus  29.10.2026

Washington D.C.

Medien: Vance lotet mit Teheran Chance auf Verhandlungen aus

Berichten zufolge bereiten die USA und Israel neue Militärschläge gegen den Terrorsponsor Iran vor. Nun soll es neue Bemühungen um eine diplomatische Lösung geben

 29.10.2026

Essay

Der neue Jude

Warum ich Mitleid mit den Deutschen habe, die bis heute nicht begreifen wollen, dass wir keine wehrlosen Opfer mehr sind, sondern starke, selbstbestimmte Menschen, die hart zurückschlagen, wenn man uns angreift

von Zeev Avrahami  28.10.2026

Brüssel

EU setzt nach Wahl in Israel auf enge Zusammenarbeit

Nach der Parlamentswahl in Israel stehen Verhandlungen über die nächste Regierung an. Die EU will mit ihr zusammenarbeiten – und zugleich bestehende Meinungsverschiedenheiten offen ansprechen

 28.10.2026

Meinung

Alice Weidel und die AfD-Leaks

Einer Partei, in deren Reihen NS-Verbrechen relativiert werden, dürfen der Schutz jüdischen Lebens und die Pflege der Erinnerungskultur niemals anvertraut werden.

von Michaela Dudley  28.10.2026