Aufruf

Jüdische und christliche Jugendorganisationen warnen vor der AfD

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Jüdische und christliche Jugendorganisationen haben in einem gemeinsamen Aufruf vor mehr Machtbefugnissen für die AfD gewarnt. »Die AfD greift nicht nur unsere demokratischen Werte an, sondern bedroht auch die Grundlagen eines vielfältigen und freien religiösen Lebens in Deutschland«, heißt es in der am Donnerstag veröffentlichten Erklärung von Jüdischer Studierendenunion Deutschland, der Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland und dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend.

Die AfD stelle gemeinsame Werte wie Demokratie, Religionsfreiheit, Menschenwürde und die Gleichheit aller Menschen infrage, so die Jugendverbände. Dazu zähle eine Relativierung der Schoah, »durch Angriffe auf religiöse Praktiken wie die Beschneidung und durch eine Politik, die die Existenz jüdischer Gemeinden gefährdet«. Seit dem millionenfachen Mord der Nazis an der jüdischen Bevölkerung seien jüdische Gemeinden heute auf staatliche Leistungen angewiesen, heißt es. »Wer die Lehren aus der Geschichte zurückweist oder religiöse Vielfalt bekämpft, untergräbt den Zusammenhalt unserer Gesellschaft.«

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AfD bedroht Grundlage der Kirchen

Auch die christlichen Kirchen stünden durch die AfD unter Druck, mahnen die Verbände. Sie verweisen dafür auf das Wahlprogramm der AfD in Sachsen-Anhalt, wo die Partei bei den zurückliegenden Landtagswahlen mit Abstand als stärkste Kraft hervorging. Eine mögliche AfD-Landesregierung könne das Kirchenasyl unterbinden, den staatlichen Kirchensteuereinzug abschaffen und die bisherigen Staatsleistungen an die großen Kirchen einstellen. »Damit bedroht sie nicht nur die finanzielle Grundlage kirchlicher Arbeit, sondern auch Angebote wie Jugendverbandsarbeit, Kitas, Schulsozialarbeit oder Pflegeheime.«

Die Jugendverbände betonen, dass Menschenwürde nicht von Herkunft, Religion oder Abstammung abhängen dürfe. »Ein völkisches Verständnis von Zugehörigkeit widerspricht unserem Verständnis von Demokratie und dem Menschenbild des Grundgesetzes.« Sie fordern ein gemeinsames Eintreten für ein Deutschland, »das Vielfalt lebt, das Erinnerungskultur bewahrt und in dem alle Menschen in Freiheit und Sicherheit ihren Glauben ausüben können«. kna

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