Umfrage

AfD liegt in Berlin erstmals vorn

In Berlin demonstrieren Menschen Ende Juni 2026 für ein Verbot der AfD. Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com

Einer neuen Umfrage des Instituts INSA zufolge liegt die AfD in Berlin erstmals auf Platz 1. Auf die zumindest in Teilen rechtsextremistische Partei entfallen demnach 19 Prozent der Stimmen. Dennoch kann die Berliner AfD-Chefin Kirstin Brinker, die auch Fraktionsvorsitzende im Abgeordnetenhaus ist, nicht Regierende Bürgermeisterin werden, da keine andere Partei mit ihr kooperieren will.

Laut Erhebung könnte die Berliner CDU mit ihrem neuen Spitzenkandidaten Stefan Evers mit 18 Prozent der Stimmen rechnen – ebenso wie Die Linke –, wenn die Wahl zum Abgeordnetenhaus heute stattfinden würde. Die Grünen kämen auf 16, die SPD auf 13, FDP und BSW auf jeweils vier Prozent. Bis zur Wahl am 20. September kann sich die Stimmung erneut ändern.

Die AfD konnte sich damit seit der Wiederholungswahl zum Abgeordnetenhaus im Februar 2023 fast verdoppeln. Die CDU verlor seither gut 10 Prozent, die Linke gewann 5,8 Prozent hinzu. Während die Grünen 2,4 Prozent verloren, büßte die SPD gleich 5,4 Prozent ein. Die FDP und das BSW blieben in etwa gleich.

Lesen Sie auch

Die INSA-Umfrage wurde von der rechten Publikation »Nius« in Auftrag gegeben. In den zuvor veröffentlichten Erhebungen erlangte die AfD 16 Prozent (Infratest vom 16. Juli) und stand damit auf dem vierten Platz hinter Die Linke, der CDU und den Grünen, beziehungsweise 18 Prozent (ebenfalls Infratest, 1. Juli). Alle Umfragen haben Fehlerquoten.

In allen anderen östlichen Bundesländern ist die AfD in Umfragen doppelt so stark wie in Berlin. In Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt, wo die »Alternative« (ebenso wie in Brandenburg und Niedersachsen) als gesichert rechtsextremistisch eingestuft wurde, könnte sie gar 40 Prozent und mehr erreichen.

Die bestehende schwarz-rote Koalition im Roten Rathaus hat allen Umfragen der letzten Wochen zufolge keine Mehrheit mehr. Rechnerisch wäre eine Koalition aus CDU, Grünen und SPD möglich oder eine Neuauflage von Rot-Rot-Grün. In diesem Fall wäre es jedoch ein rot-grün-rotes Projekt, in dem Die Linke die Regierende Bürgermeisterin stellen könnte, da sie die stärkste dieser drei Parteien ist.

Laut ihrem Programm will die Berliner AfD das »Bauen von ideologischen Vorgaben befreien«, eine Behörde für »Remigration« einrichten und für ein Ende der Aufnahme von Asylbewerbern sorgen. Auch eine »Bezirkspolizei« ist Teil ihres Programms.

Am schwächsten ist die AfD weiterhin in den nordwestdeutschen Hansestädten Bremen und Hamburg. Dort steht sie laut Umfragen bei 15 und 12 Prozent.

Florida

»Es geht um uns gegen den Juden«: Antisemitische Hetze im Wahlkampf

»Unsere Regierung ist nichts anderes als ein Werkzeug für jüdische Vorherrschaft«, schreibt der republikanische Vorwahl-Kandidat und Influencer Dan Bilzerian

 13.08.2026

Nahost

Ex-Botschafter Seibert fordert »klare europäische Position« zu Israel

Bis vor kurzem war er das Gesicht deutscher Diplomatie in Israel: Steffen Seibert. In einem Interview äußert er sich zu Grenzen der Staatsräson, Siedlungen, dem Terror der Hamas und gegen Boykotte

 13.08.2026

Geburtstag

Romani Rose wird 80: »Nie vergessen, zu welcher Unmenschlichkeit Menschen fähig sind«

Romani Rose kämpft gegen Vorurteile und Ausgrenzung. Der Minderheitenschutz ist für ihn eine tragende Säule der Demokratie. Nun wird der Heidelberger Bürgerrechtler 80 Jahre alt - und will weiter mitmischen

von Volker Hasenauer  13.08.2026

Meinungsfreiheit

Wenn Juden plötzlich Nazis sein sollen

Ein Gericht erklärt die Gleichsetzung von Hakenkreuz und Davidstern für zulässig. Kritiker sind irritiert

von Michael Thaidigsmann  13.08.2026

Sachsen-Anhalt

Polizeirabbiner vor der Wahl: Erstarken der AfD bereitet Sorgen         

Mehr Begegnung zwischen Juden und Nicht-Juden - das wünschen sich Deutschlands Polizeirabbiner. Sie bilden Polizeianwärter hierzulande fort und vermitteln jüdische Kultur. Seit fünf Jahren gibt es sie

von Nina Schmedding  13.08.2026

Hamburg

Haftbefehl gegen AfD-Politiker wegen offener Böhmermann-Kosten

Maximilian Krah bezeichnete den Satiriker als »einen Widerling« und erklärte, er zahle deshalb »nur widerwillig«

 13.08.2026

Hamburg

Gericht erklärt Kritik an Claim für zulässig: Journalist darf NGO »unsaubere« Zahlen vorwerfen

Der Investigativjournalist Sascha Adamek darf der Organisation vorwerfen, bei der Erfassung antimuslimischer Vorfälle mit »unsauber« erhobenen Zahlen gearbeitet zu haben. Die Hintergründe

 13.08.2026

Meinung

AfD als Sicherheitsrisiko

Es ist die Pflicht jedes Einzelnen, unsere Verfassung zu verteidigen und ein Überprüfungsverfahren anzustrengen. Verbieten kann nur unser freiheitlich-demokratischer Rechtsstaat

von Roderich Kiesewetter  13.08.2026

Los Angeles

Nick Reiner wegen Mordes an seinen Eltern angeklagt

Das Motiv für die Ermordung des bekannten Hollywood-Regisseurs Rob Reiner und dessen Frau Michele bleibt unklar. Welche Strafe kommt bei einer Verurteilung infrage?

 13.08.2026