Augsburg

Acht Monate Haft für antisemitischen TikTok-Kommentar

Foto: picture alliance/dpa

Ein 47 Jahre alter Mann aus Augsburg ist wegen antisemitischer Hetze im Internet zu einer Freiheitsstrafe von acht Monaten ohne Bewährung verurteilt worden. Das Amtsgericht sprach ihn laut einem Bericht der »Augsburger Allgemeinen« der Volksverhetzung sowie der Billigung nationalsozialistischer Gewalt- und Willkürherrschaft schuldig. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Auslöser des Verfahrens war ein Kommentar, den der Mann im Juli 2025 auf TikTok unter einem Beitrag der »Tagesschau« zum Thema »75 Jahre Zentralrat der Juden« veröffentlicht haben soll. Dort schrieb er in fehlerhaftem Deutsch: »Adi warum hast du nicht alles ein Ende gebracht«. Nach Einschätzung der Ermittler bezog sich »Adi« auf Adolf Hitler.

Auf den Beitrag aufmerksam geworden war ein Nutzer aus Hannover, der Strafanzeige erstattete. Im Zuge der Ermittlungen identifizierte die Kriminalpolizei Augsburg den mutmaßlichen Verfasser des Kommentars.

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Vor Gericht machte der Angeklagte keine Angaben zu den Vorwürfen. Seine Verteidigerin Mira Bode beantragte einen Freispruch und argumentierte, ihrem Mandanten könne die Tat nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden.

Richter Sebastian Konrad folgte dieser Einschätzung jedoch nicht. Nach seiner Überzeugung offenbare der Angeklagte eine eindeutig antisemitische Haltung. Dabei verwies er auch auf dessen Vorstrafen: Bereits 2015 war der Mann wegen Volksverhetzung verurteilt worden, nachdem er ebenfalls gegen Juden gehetzt hatte.

Das Gericht verhängte eine Freiheitsstrafe von acht Monaten und lehnte eine Aussetzung zur Bewährung ab. Sollte der Verurteilte Berufung einlegen, müsste sich das Landgericht mit dem Fall befassen. im

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