Ein 65 Jahre altes Mitglied der Deutsch-Israelischen Gesellschaft wurde in der Nacht auf Montag im unterfränkischen Höchberg bei Würzburg von einem 20-jährigen Syrer angegriffen und schwer verletzt, weil er einen Anstecker mit einer israelischen Flagge an seiner Kleidung trug. Nach Informationen der Jüdischen Allgemeinen hat der Täter sein Opfer erst in eine Nahost-Diskussion verwickelt und dann unvermittelt zugeschlagen.
Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte soll der Syrer seinem Opfer zunächst ins Gesicht geschlagen haben. Als der Mann flüchtete, habe der Angreifer ihn verfolgt, eingeholt und zu Boden gebracht. Anschließend soll der Tatverdächtige mehrfach gegen Kopf und Oberkörper des am Boden liegenden Mannes getreten haben. Nach Angaben der Zeitung endete der Angriff erst, als Polizeibeamte eingriffen. Der Täter sitzt aktuell in Untersuchungshaft. Er wurde bereits am Vorabend auf dem Höchberger Marktfest von der Polizei kontrolliert, weil er dort Personen belästigt haben soll.
Die Generalstaatsanwaltschaft hat die Ermittlungen übernommen und stuft den Fall als versuchten Mord ein.
Das Opfer wurde mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht. Laut »Bild« erlitt der Mann unter anderem einen Wirbelbruch. Die DIG Würzburg teilte mit, er liege in der Intensivstation. »Wir stehen in voller Solidarität an der Seite unseres schwerverletzten Mitglieds und wünschen eine schnelle und vollständige Genesung!«, erklärte die DIG Würzburg auf Instagram.
DIG-Präsident Volker Beck sagte der Jüdischen Allgemeinen: »Es reicht! Wer Israel mit Genozid- und Apartheid-Vorwürfen verteufelt, schafft das Klima für solche Übergriffe. Niemand mit einer Palästina-Flagge muss in Deutschland um seine körperliche Integrität fürchten, wer eine israelische Flagge zeigt, ist seines Lebens nicht sicher.«
Auch der Würzburger Oberbürgermeister Martin Heilig (Grüne) verurteilte die Tat: »Wenn ein Mensch offenbar schon wegen des Tragens eines Israel-Ansteckers angegriffen wird, ist das ein unerträglicher Angriff auf unsere demokratischen Grundwerte und unsere offene Gesellschaft. Für uns als Stadtgesellschaft gilt unmissverständlich: Antisemitismus, Hass und Gewalt haben in Würzburg und unserer Region keinen Platz.«
Die Hintergründe der Tat sind Gegenstand der laufenden Ermittlungen. Die Generalstaatsanwaltschaft sieht Anhaltspunkte für ein israelfeindliches und islamistisches Motiv. ja