Berlin

Elif Eralp möchte Benjamin Netanjahu verhaften lassen

Elif Eralp will für Die Linke Regierende Bürgermeisterin werden. Foto: picture alliance / SZ Photo

Elif Eralp, die Spitzenkandidatin der Partei Die Linke für die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus am 20. September, will Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu verhaften lassen, falls sie zur Regierenden Bürgermeisterin gewählt wird. Dies erklärte Eralp am 2. September in einem Interview mit der Journalistin Nalan Sipar, das auf Instagram veröffentlicht wurde.

»Ja, das müssten wir unbedingt«, sagte die Politikerin auf eine entsprechende Frage der Reporterin. »Weil Netanjahu ist angeklagt und die israelische Regierung, die rechtsextreme israelische Regierung, ist vor dem Internationalen Gerichtshof wegen Völkermord angeklagt.«

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Die Linken-Politikerin Eralp fügte hinzu, Netanjahu selbst sei »auch angeklagt wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit«. Dafür müsse er »vor den Gerichten zur Verantwortung gezogen werden.« Auf die Frage, wie sie vorgehen wolle, antworte sie: »In Berlin wird es auch mit der Kompetenz schwierig. Die Bundespolizei ist da die erste Stelle, die dafür Verantwortung trägt.«

Netanjahu müsse verhaftet werden und sich verantworten vor den internationalen Gerichten »wegen der Verbrechen, die er begangen hat.« Allerdings wurde bislang keine Anklage gegen Israels Regierungschef erhoben, sondern lediglich ein internationaler Haftbefehl gegen ihn bewilligt.

Israel bestreitet die Zuständigkeit des Internationalen Strafgerichtshofes, da das Land kein Vertragsstaat ist. Eine IStGH-Kammer hat jedoch die Zuständigkeit des Gerichtes bejaht, weil die Palästinenser seit 2015 das Römische Statut angenommen haben. Der Brite Karim Khan, der die Haftbefehle gegen Netanjahu und dessen ehemaligen Verteidigungsminister Joav Gallant beantragt hatte, wurde vor einigen Wochen wegen des Vorwurfs des sexuellen Missbrauchs ihm untergebener Frauen aus dem Amt entfernt.

Lesen Sie auch

Separat wird vor dem Internationalen Gerichtshof (IGH), der ebenfalls in Den Haag ansässig ist, eine Klage Südafrikas gegen Israel wegen angeblicher Verletzung der Völkermordkonvention verhandelt. Mit einem Abschluss dieses Verfahrens ist aber nicht vor 2030 zu rechnen. Der Haftbefehl des IStGH gegen Netanjahu und Gallant bezieht sich aber nicht auf den Vorwurf des Völkermordes.

Vor einigen Monaten hatte der New Yorker Bürgermeister Zohran Mamdani angekündigt, er werde Benjamin Netanjahu festnehmen lassen, wenn dieser zur UN-Vollversammlung nach New York kommen sollte. Später musste Mamdani aber einräumen, dass er als Bürgermeister nicht die Befugnis hätte für einen solchen Schritt. ja

Berlin

Remmo: Koçak hat bei mir im Büro gesessen

Wie eng war der Kontakt des Linken-Bundestagsabgeordneten Koçak zur Großfamilie Remmo? Nach der Berliner Wahl kamen Chatnachrichten ans Licht, die er als Fehler bezeichnete. Gab es auch ein Treffen?

 16.10.2026

Berliner Sondierungen

Özdemir: Berliner Linke hat sich »radikalisiert«

Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir schaut mit Sorge auf die politischen Geschehnisse in der Bundeshauptstadt. Seiner Ansicht nach hat sich die Berliner Linke radikalisiert

 16.10.2026

Kommentar

Deutsche Iran-Politik: Urkomische Dinge und pure Realitätsverweigerung

Der neue Botschafter der Bundesrepublik in Teheran, Axel Dittmann, produziert mit seinen Instagram-Videos unfreiwillig Realsatire

von Saba Farzan  16.10.2026

Meinung

Keine Wahlen in Palästina: Armutszeugnis für den Westen

Mahmud Abbas hat die Wahlen in den Palästinensergebieten erneut um ein Jahr verschoben und bricht damit seine Zusagen. Wann zieht man in Europa endlich Konsequenzen?

von Jacques Abramowicz  16.10.2026

Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD)

Rede des Bundesratspräsidenten

Bovenschulte zu AfD-Verbot: »Prüfen heißt nicht verbieten«

Seine letzte Rede als Bundesratspräsident nutzt Andreas Bovenschulte für einen Appell. Es geht darum, wie weit die Demokratie im Umgang mit der AfD gehen sollte – und warum kein Fehler passieren darf

 16.10.2026

München

Oberrabbiner Goldschmidt: »Wir können nicht immer wegrennen«

Jüdisches Leben in Europa hat eine Zukunft, aber nicht von allein. Dafür braucht es nach den Worten des Oberrabbiners Pinchas Goldschmidt Partner in den Regierungen und in der Zivilgesellschaft

von Barbara Just  16.10.2026

Steffen Alisch

Meinung

Die Berliner Linke und ihr DDR-Vorleben

Linker Antisemitismus, Israelfeindschaft und Genozid-Vorwurf – all das gab es bereits in der DDR unter dem Regime der Linkspartei-Vorläuferin SED

von Steffen Alisch  16.10.2026

Staatsanwaltschaft

Der Bundestag hebt die Immunität von SPD-Abgeordnetem Adis Ahmetovic auf

Ermittler durchsuchen sein Büro und Wohnungen wegen des Verdachts verbotener Absprachen

von Leonard Fischer  16.10.2026

Annäherung

Warum die FPÖ auf ein Gütesiegel aus Israel hofft - Österreichs Rechte knüpfen Verbindungen zum Likud

Noch stehen in Österreich keine Wahlen an. Dennoch will die rechte FPÖ ihr aktuelles Umfrage-Hoch mit einer Strategie untermauern, die verwundert: Die einstige Altnazi-Partei sucht Unterstützung aus Israel

von Markus Schönherr  16.10.2026