Augsburg

15-Jähriger soll Anschlag auf Synagoge geplant haben

Beamte der Polizei Augsburg bei einem Einsatz Foto: picture alliance / CHROMORANGE

Wegen Terrorverdachts wird gegen einen 15 Jahre alten Jugendlichen ermittelt. Der Verdächtige soll eine große Menge an pyrotechnischen Gegenständen aufbewahrt haben, um damit einen Anschlag insbesondere auf eine Synagoge zu begehen, teilte die Münchner Generalstaatsanwaltschaft als Bayerische Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus mit. Dafür soll er auch schon einen selbstgebauten Sprengsatz gezündet haben.

Zunächst hatte die »Augsburger Allgemeine« über den Fall berichtet. Der 15-Jährige sitzt in Untersuchungshaft. Die Ermittlungen laufen bereits seit dem vergangenen Herbst. Bis zum Abschluss des Verfahrens gilt für den Jugendlichen die Unschuldsvermutung. Sein Verteidiger wies den Vorwurf eines geplanten Anschlages zurück.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll der Jugendliche mit der Terrorvereinigung »Islamischer Staat« (IS) sympathisiert haben. »Ende Oktober 2025 soll er eine Explosion mit einem Selbstlaborat herbeigeführt haben, bei der er selbst sowie eine weitere Person verletzt wurden«, sagte Oberstaatsanwalt Sebastian Murer.

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Finger weggesprengt

Nach Angaben der »Augsburger Allgemeinen« hatte sich der Teenager aus dem Landkreis Augsburg damals zwei Finger mit einer tennisballgroßen Kugelbombe weggesprengt, ein Freund sei leicht verletzt worden. Die Polizei habe später in der Garage drei Kilo Böller entdeckt, im Zimmer des 15-Jährigen und auf seinen elektronischen Geräten seien zudem weitere verdächtige Beweismittel sichergestellt worden.

Rechtsanwalt Moritz Bode, einer der Verteidiger des 15-Jährigen, sagte der Zeitung, dass es seiner Ansicht nach keine konkreten Anschlagspläne gegeben habe: »Mein Mandant hat sich mutmaßlich mit Inhalten konfrontiert, die gefährlich sein können. Aber, ohne den Ermittlungsergebnissen vorgreifen zu wollen: Dass er fest entschlossen war, einen Anschlag zu verüben, wovon die Ermittler bislang offenbar ausgehen, kann ich bislang nicht erkennen.« Bode verwies darauf, dass die seit etwa einem halben Jahr dauernde U-Haft für den Jugendlichen sehr belastend sei.

Die Generalstaatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat sowie Terrorismusfinanzierung, Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion und wegen gefährlicher Körperverletzung. Weitere Auskünfte könnten wegen der laufenden Ermittlungen sowie aus Gründen des Persönlichkeits- und des Datenschutzes derzeit nicht erteilt werden, sagte Pressesprecher Murer. dpa

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