Kommentar

Sánchez’ alter, antisemitischer Trick

Wer trägt die Verantwortung für die jüngste Katastrophe in der spanischen Kolonie Ceuta, die von Madrid als Exklave tituliert wird? Ausnahmsweise wohl nicht die »Zionisten«. Es ist Spanien! Das einstige Weltreich war die blutigste Kolonialmacht. Es hat Millionen indigene Menschen aus Amerika und Afrika auf dem Gewissen. Sie wurden versklavt oder ermordet, um die Gier nach Gold der Iberer zu stillen.

Schließlich zerbrach das spanische Reich an Trägheit und Rückständigkeit – vor allem am Freiheitskampf der über Jahrhunderte unterdrückten Völker. Im Mutterland eroberte General Franco in einem grausamen Bürgerkrieg (1936-1939) mithilfe von Faschisten und Hitlers Legion-Condor-Bombern die Macht. Von zwei winzigen Stadtkolonien Ceuta und Melilla an der Küste Marokkos aber mochten sich die wegen ihrer kolonialen Vergangenheit heute noch keineswegs reumütigen Spanier nicht trennen.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

An der Spitze der Minderheitsregierung in Madrid steht seit 2018 der Sozialist Pedro Sánchez. Er hält sich mit Duldung der linksextremen Partei »Podemos« und einer Reihe regionaler Parteien, die nach Unabhängigkeit streben, an der Macht. Den bunten Parteien-Mix eint wenig, außer den Pfründen der Regierung und ein extremer Antizionismus. Hass ist beliebig. Und weit billiger, als vor der eigenen Haustür zu kehren und endlich die Kolonien als Symbol von Unterdrückung und vergangener »Größe« aufzugeben.

Lesen Sie auch

Lieber klagt Sanchéz Israel des Völkermords an Palästinensern und Kriegsverbrechen an. Zudem fordert der politische Taschenspieler harte Sanktionen gegen Zion. Antisemitische Vorfälle nimmt er in Kauf. So heißt es auch jetzt allerorten in Spanien - mal mehr und mal weniger subtil -, dass Israel hinter dem Ansturm der Migranten auf spanisches Staatsgebiet stecken würde.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Als Kolonialmacht hält Madrid den Massen armer Afrikaner Europas Wohlstand unter die Nase. In Spanien werden illegale Zuwanderer naturalisiert, denn sie könnten für die Linke stimmen. Dass er damit das Leben Tausender gefährdet, bewegt Herrn Sánchez trotz Krokodilstränen nicht. Ebenso wenig, dass Madrid auf diese Weise eine einheitliche europäische Zuwanderungspolitik sehenden Auges unterminiert. Wenn der Protest aus Brüssel zu laut geraten sollte, wird Sánchez wieder einmal die Zionisten zu Sündenböcken stempeln.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Ein uralter Trick aus der antisemitischen Trickkiste. Mehr hat Pedro Sánchez nicht zu bieten.

Von Rafael Seligmann erschien zuletzt, »Keine Schonzeit für Juden«, Herder-Verlag.

Nahost

Netanjahu: Israel warnte Türkei vor Militäraufbau in Syrien

Israel werde keinen türkischen Militäraufbau in Syrien hinnehmen, wenn dieser sich nach Süden ausdehne und damit die Sicherheit Israels gefährde, sagt der Ministerpräsident

 20.08.2026

Archäologie

Vor 15.000 Jahren: Menschen am Carmel aßen Schlangen und Eidechsen

Die Panzerschleiche, die Pfeilnatter und die Montpellier-Schlange wurden offenbar besonders häufig verspeist

 20.08.2026

Medien

Protokollant des täglichen Irrsinns

Der Publizist Henryk M. Broder wird heute 80. Eine persönliche Würdigung von Reinhard Mohr

von Reinhard Mohr  19.08.2026

Aufarbeitung

Armee ermittelt zu Tod von Hind Rajab und Sanitätern in Gaza

Das Schicksal des palästinensischen Mädchens Hind Rajab hat Menschen auf aller Welt bewegt und empört. Nach einer Prüfung nimmt Israels Armee nun strafrechtliche Ermittlungen dazu auf

 19.08.2026

Umfrage

Immer weniger Palästinenser sympathisieren mit der Hamas

Die Hamas hat weiter an Zustimmung bei den Palästinensern verloren. Immer mehr sprechen sich für eine Verhandlungslösung und weniger für Gewalt aus. Das sind Ergebnisse einer aktuellen Umfrage

von Andrea Krogmann  19.08.2026

Israel

Die Eindeutigkeit der Uneindeutigen

Ben Gvirs Äußerungen sind menschenverachtend und sollten von allen verurteilt werden, denen Israel am Herzen liegt. Zugleich spiegeln sie zum Glück nicht die Gaza-Politik Israels wider

von Volker Beck  19.08.2026

Hamas

In einem Monat entwaffnet?

US-Sondervermittler Jared Kushner reiste nach Israel, um die nächste Phase für den Gazastreifen zu besprechen. Er spricht von diplomatischen Erfolgen

von Sabine Brandes  19.08.2026

Syrien

In Damaskus skandieren Soldaten antisemitische Parolen

Ein im Internet kursierendes Video zeigt Angehörige der syrischen Streitkräfte, die zu Gewalt gegen Juden aufrufen

 19.08.2026

Spannungen

Israelischer Angriff in Syrien heizt Streit mit Türkei an

Die Beziehungen zwischen der Türkei und Israel sind seit langem angespannt. Nun sorgt ein mutmaßlich israelischer Luftangriff in Syrien für Streit. Was ist passiert?

 19.08.2026