Aufarbeitung

Armee ermittelt zu Tod von Hind Rajab und Sanitätern in Gaza

Der Tod des Mädchen sorgte international für Anteilnahme Foto: picture alliance / empics

Die israelische Armee leitet strafrechtliche Ermittlungen zum Tod des palästinensischen Mädchens Hind Rajab sowie von Sanitätern im Gaza-Krieg ein. Insgesamt seien fünf tödliche Vorfälle im Gazastreifen untersucht worden, hieß es in einer Mitteilung des Militärs. 

Hind starb, nachdem das Auto, in dem sie mit Verwandten vor israelischen Angriffen floh, beschossen wurde. Sie überlebte zunächst verletzt und war in Tonaufnahmen eines Notrufs zu hören, in denen sie stundenlang um Hilfe flehte, bevor sie starb. Der Fall, einschließlich dieser Audioaufnahmen, wurde später in dem teils dokumentarischen, teils fiktionalen Film »Die Stimme von Hind Rajab« aufgearbeitet. Der Film erhielt im Februar bei einer Gala in Berlin den Preis als »wertvollster Film«. 

Die Untersuchung habe ergeben, dass israelische Soldaten zunächst auf ein Fahrzeug der Hamada-Familie geschossen hätten, wobei fünf Menschen getötet worden seien, hieß es in der Mitteilung der Armee. Hind und ihre Cousine hätten zunächst überlebt. Später seien Vorwürfen zufolge bei einem koordinierten Rettungseinsatz zwei Sanitäter durch eine Mörsergranate getötet worden. Erst mehrere Tage später seien die Leichen von sieben Familienmitgliedern, darunter die beiden Mädchen, sowie der beiden Sanitäter geborgen worden. Wegen mutmaßlicher Fehler bei der Koordinierung des Rettungseinsatzes sei in dem Fall eine strafrechtliche Untersuchung eingeleitet worden. 

Auch in einem weiteren Fall, bei dem im März vergangenen Jahres 15 Palästinenser getötet worden waren, darunter auch mehrere Sanitäter, wurden den Angaben zufolge strafrechtliche Ermittlungen aufgenommen. dpa

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