Meinung

Rheinland-Pfalz: Ein Wahlergebnis, das beunruhigt

Sefora Rosenberg ist Vorstandsmitglied des Jüdischen Studierendenverbands Rheinland-Pfalz und Saarland. Foto: Romanity/Priscillia Marie-Myriam Grubo

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Rheinland-Pfalz: Ein Wahlergebnis, das beunruhigt

Bei den Landtagswahlen schnitten AfD und Linkspartei bei den unter 25-Jährigen am besten ab. Für viele junge Jüdinnen und Juden ist das eine besorgniserregende Entwicklung

von Sefora Rosenberg  25.03.2026 13:17 Uhr

Das Ergebnis der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz hat mich tief erschüttert. Als Jüdin, Südpfälzerin und Vorstandsmitglied des Jüdischen Studierendenverbands Rheinland-Pfalz und Saarland, kurz »Hinenu«, macht mir vor allem eines Sorgen: Bei den 18- bis 24-Jährigen wurde die AfD mit 21 Prozent der Stimmen stärkste und »Die Linke« mit 19 Prozent zweistärkste Kraft.

Die AfD steht nicht für demokratische Werte und wird in Rheinland-Pfalz vom Verfassungsschutz als rechtsextremistischer Verdachtsfall beobachtet. Die Linkspartei zeichnet sich nicht durch Demokratiefeindlichkeit aus, der radikale Antizionismus in ihren Reihen wird aber zu einem immer größeren Problem.

Wir wollen auch künftig in einem Bundesland leben, in dem jüdisches Leben nicht nur bewahrt, sondern aktiv gefördert wird.

Dass unsere Altersgenossen fast zur Hälfte für diese Parteien gestimmt haben, beunruhigt viele junge Jüdinnen und Juden in Rheinland-Pfalz.

Von der nächsten Landesregierung erwarten wir, dass sie die politische Bildung ernst nimmt. Demokratische Werte müssen gestärkt und junge Menschen für die Gefahren von Ausgrenzung und Extremismus sensibilisiert werden. Wir wollen auch künftig in einem Bundesland leben, in dem Vielfalt geschützt, Erinnerung ernst genommen und jüdisches Leben nicht nur bewahrt, sondern aktiv gefördert wird.

»Hinenu« ist bereit, seinen Teil dazu beizutragen: Wir wollen weiterhin als jüdische Studierende auf dem Campus sichtbar sein und das Miteinander von Juden und Nichtjuden positiv gestalten.

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Was wir im Gegenzug von Politik und Behörden erwarten, ist zum einen der ausreichende Schutz unserer Veranstaltungen. Zum anderen wollen wir bei den Themen, die uns betreffen, die Möglichkeit zur Mitsprache erhalten. Mit der bisherigen SPD-geführten Landesregierung haben wir immer gut zusammengearbeitet.

Wir sind zuversichtlich, dass das auch unter dem voraussichtlich nächsten Ministerpräsidenten Gordon Schnieder, der mit der CDU die Wahl gewonnen hat, so sein wird. Unsere Hand ist ausgestreckt.

Die Autorin ist Vorstandsmitglied des Jüdischen Studierendenverbands Rheinland-Pfalz und Saarland.

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