Wiesbaden/Mainz 

AfD-Familienbande zwischen Rheinland-Pfalz und Hessen

Im Vorfeld der hessischen Kommunalwahlen, die am 15. März 2026 stattfinden, hängen Plakate der bereits in fünf Bundesländern als rechtsextremistisch eingestuften AfD im Frankfurter Nordwesten. Foto: picture alliance / greatif

Nicht nur die Mutter, sondern auch die Schwester und der Stiefvater des rheinland-pfälzischen AfD-Fraktionsgeschäftsführers Damian Lohr arbeiten im parlamentarischen Raum der Alternative für Deutschland. Die Familienbande reichen über den Rhein. So ist Lohrs Schwester Assistentin des hessischen AfD-Fraktionschefs Robert Lambrou. Das bestätigte die größte Oppositionsfraktion im Landtag von Hessen.

Lohrs Stiefvater arbeitet seit Januar 2022 für die AfD-Stadtfraktion im Wiesbadener Rathaus, wie Fraktionschef Denis Seldenreich der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. »Zunächst als politischer Referent und inzwischen als Büroleiter. Er wurde ausschließlich aufgrund seiner Kompetenz eingestellt«, ergänzte Seldenreich. Zuvor hatten die Zeitungen der VRM-Gruppe über beide Verbindungen berichtet.

Kürzlich war zudem bekanntgeworden, dass die AfD-Landtagsfraktion im benachbarten Rheinland-Pfalz seit zehn Jahren Lohrs Mutter, Ulrike Beckmann, beschäftigt. Bundesweit ziehen Vorwürfe von Vetternwirtschaft in der AfD immer weitere Kreise. 

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»Hervorragende Arbeitsleistung«

Hessens AfD-Fraktionschef Lambrou teilte der dpa zur Schwester des rheinland-pfälzischen AfD-Fraktionsgeschäftsführers Lohr mit: »Sie arbeitet seit sieben Jahren für die Fraktion und zeichnet sich durch eine hervorragende Arbeitsleistung aus. Eingestellt wurde sie ausschließlich aufgrund ihrer Fachkompetenz.«

In der hessischen AfD-Landtagsfraktion sind laut Lambrou davon abgesehen »keine Verwandten von Abgeordneten angestellt. Bei überzeugender Fachkompetenz schließen wir eine solche Anstellung jedoch nicht grundsätzlich aus – sie ist rechtlich zulässig.« Es gebe bei der hessischen AfD-Landtagsfraktion »keine Über-Kreuz-Anstellungen. Verwandte von mir sind in keiner Form bei der AfD beschäftigt und waren es auch nie«, betonte Lambrou. 

Er ergänzte: »Explizite Regelungen zur Anstellung von Verwandten bei der hessischen AfD-Landtagsfraktion gibt es nicht.« Die Anstellung von Mitarbeitern der Abgeordneten sei »ausdrücklich im hessischen Abgeordnetengesetz geregelt«. dpa

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