Schwedt

AfD-Lokalpolitikerin verteidigt »aus Versehen« Hitler

Foto: picture alliance/dpa

Die Brandenburger AfD-Kommunalpolitikerin Peggy Lindemann hat auf Instagram einen antisemitischen Post über die Epstein-Akten weiterverbreitet, in dem Adolf Hitler verteidigt wird.

Peggy Lindemann, Stadtverordnete in Schwedt und Mitglied des Kreistags Uckermark, teilte ein Video in ihrer Story, mit der Caption: »Ein Maler aus Österreich behauptete in seiner ‚Propaganda‘, dass Elite-Juden das Blut unserer Kinder trinken würden. Glaubst du heute immer noch, dass er der Böse war?« Anstelle des Wortes Juden steht in dem Beitrag ein Saftpäckchen - eine Chiffre für Juden, denn Saft heißt auf Englisch »Juice«, das wie »Jews« ausgesprochen wird.

Doch die Urheberin, die Lindemann repostet, macht aus ihrem Antisemitismus keinen Hehl. Unter der rhetorischen Frage zeigt sie eine Karikatur mit hakennasigen Juden aus dem NS-Propagandablatt »Der Stürmer« mit der Parole: »Die Juden sind unser Unglück«.

Peggy Lindemann habe den antisemitischen Beitrag zusammen mit anderen Inhalten mit Bezug auf die Epstein-Akten geteilt, wie Felix Teichner, Kreisvorsitzender der uckermärkischen AfD erklärte. »Sie hat eine ganze Reihe von Reposts zu den Epstein-Akten gemacht und da war das halt dabei«, so Teichner zum »Tagesspiegel«. Bei dem Post habe es sich um »ein Versehen« gehandelt.

Jeffrey Epstein, der Jude war, hat unzählige minderjährige Frauen missbraucht. Seit der Veröffentlichung der Ermittlungsakten kursieren zahlreiche antisemitische Verschwörungsmythen, darunter eine, die behauptet, Epstein habe auch Babys gegessen.

Peggy Lindemann hat ihren Beitrag mittlerweile gelöscht. Sie habe sich Teichner zufolge nach einem Gespräch von den Inhalten distanziert. Dennoch gibt es politische Forderungen nach Konsequenzen.

Brandenburgs Antisemitismus-Beauftragter Andreas Büttner fordert den Rücktritt Lindemanns: »Auch wenn Peggy Lindemann den Repost mittlerweile gelöscht hat, ist das vollständig inakzeptabel. Frau Lindemann muss zurücktreten und ihr Mandat in der SVV Schwedt niederlegen«, sagte er dem Tagesspiegel.

Büttner hatte den Post öffentlich gemacht und einen Screenshot veröffentlicht, nachdem der Beitrag entfernt worden war.

Lesen Sie auch

Lindemann arbeitet laut Parteiangaben seit Jahrzehnten in einer Raffinerie in Schwedt und war zeitweise Mitglied des Betriebsrats. Politisch ist sie seit 2024 in kommunalen Gremien aktiv. In sozialen Netzwerken zeigte sie sich in der Vergangenheit mit AfD-Funktionären und nahm an Demonstrationen teil, die dem rechten Spektrum zugerechnet werden. ja

EXKLUSIV

»Es geht nicht mehr«: Andreas Büttner tritt aus Linkspartei aus

Nach einem Beschluss der Linken in Niedersachsen war für Brandenburgs Antisemitismusbeauftragten das Maß voll: Er tritt aus der Partei aus

von Michael Thaidigsmann  15.03.2026

Teheran

Trotz Angriffen: Iran mobilisiert zu Al‑Kuds‑Protesten

Zum Ende des Fastenmonats Ramadan findet im Iran immer eine staatlich-inszenierte Großdemonstration gegen Israel statt. Die Führung rief die Bevölkerung auf, es dem »Feind« zu zeigen

 13.03.2026

Andenes

Kanzler Merz sieht keinen Anlass für Militäreinsatz in Straße von Hormus

Der französische Präsident treibt die Idee eines Militäreinsatzes zum Schutz von Öltankern und Handelsschiffen in der Straße von Hormus voran. Kanzler Merz ist da deutlich zurückhaltender

 13.03.2026

Washington D.C.

»Schaut mal, was heute mit diesen geistesgestörten Drecksäcken passiert«

»Wir verfügen über beispiellose Feuerkraft, unbegrenzte Munition und viel Zeit«, schreibt der amerikanische Präsident auf seiner Plattform Truth Social

 13.03.2026

Maskat

Bericht: Tote und Verletzte durch Drohne im Oman

Woher die Drohnen kamen, war zunächst nicht bekannt. Trotz Vermittlungsbemühungen wurde der Oman mehrfach zum Ziel iranischer Angriffe

 13.03.2026

Meinung

Iran: Der Verrat des Westens

Die Islamische Republik ist angeschlagen, doch ihre Unterstützer im Westen sind nach wie vor aktiv

von Jacques Abramowicz  13.03.2026

Paris

Nationaler Widerstandsrat will Übergangsregierung im Iran stellen

Die Gruppe exilierter Iraner will nach dem Sturz der Mullahs innerhalb von sechs Monaten Wahlen durchführen. Der Widerstandsrat ist jedoch höchst umstritten

 13.03.2026

Nahost

US-Tankflugzeug bei Einsatz im Irak abgestürzt

Vier der fünf Crew-Mitglieder starben

 13.03.2026

Incirlik

Iranische Rakete auf NATO-Stützpunkt in der Türkei abgefeuert

Als Reaktion auf die wachsende Bedrohung verstärkt die Allianz ihre Luftverteidigung in der Region. Ankara droht derweil dem Regime in Teheran

 13.03.2026