Meinung

Der Effekt des Hasses

Wir wissen noch wenig, aber das, was wir wissen, ist entsetzlich und weltweit von grausamer Konsequenz: In der amerikanischen Hauptstadt Washington D. C. wurden zwei junge Menschen kaltblütig ermordet, als sie das Jüdische Museum verlassen haben. Der Täter hat das junge Paar aus nächster Nähe erschossen, weil es dort eine jüdische Veranstaltung besucht hatte.

Während er Menschenleben auslöschte, soll der Mann mit Keffiyah um den Hals »Free, free Palestine« gerufen haben, und als die Polizei ihn festnahm, habe er gesagt, er habe es »für Gaza« getan.

Lesen Sie auch

Die permanente Dämonisierung Israels hat zwei junge Leben zerstört - und das ihrer Angehörigen. Diese Morde stehen für die unglaubliche Eskalation des weltweiten Antisemitismus seit den Massakern der Hamas in Israel am 7. Oktober 2023 und bedeuten nicht weniger als Todesangst für Juden auf der ganzen Welt.

Im Zuge der historisch brutalen wie absurden Täter-Opfer-Umkehr nach dem Schwarzen Schabbat hat sich ein vereinter Judenhass Bahn gebrochen, den niemand mehr für möglich gehalten hat. Zuerst Online, dann auf der Straße und schließlich sogar im Freundeskreis mussten Juden erleben, dass Hasspropaganda im Jahr 80 nach der Schoa zu einem menschenverachtenden Trend geworden ist.

Juden werden beschimpft und angegriffen, fühlen sich auf Reisen nicht mehr sicher, und nun auch nicht mehr zu Hause. Denn das war auch das ermordete Paar, dessen Verlobung bevorstand, in Washington: zu Hause. Und was machen die Nachbarn?
In seligem Angedenken.

Meinung

Die Jewrovision sendet ein Signal

Bei dem Musikwettbewerb haben die Teilnehmer auch immer wieder den grassierenden Antisemitismus thematisiert. Die Politik muss die Angst jüdischer Kinder und Jugendlicher endlich ernst nehmen

von Nicole Dreyfus  20.05.2026

Essay

Wie die »New York Times« Israel verteufelt

Der Autor Nicholas Kristof überzieht Israel in einem Meinungsbeitrag mit ungeheuerlichen Vorwürfen. Doch belastbare Beweise für seine Behauptungen legt er nicht vor – und schadet damit dem Journalismus

von Daniel Neumann  19.05.2026

Meinung

Die Israel-Allergie der ARD

Douze Points für Israel - und dann Schweigen

von Guy Katz  17.05.2026

Meinung

Ein Mutmacher in trüben Zeiten

Die Abstimmung für Noam Bettan beim Eurovision Song Contest zeigt, dass sich die Bürger nicht so einfach von israelfeindlicher Propaganda beeinflussen lassen

von Daniel Killy  17.05.2026

Meinung

Orden für den Botschafter: Wie Leo XIV. Irans Regime aufwertet

Mit seinem Orden für den iranischen Botschafter beim Heiligen Stuhl verpasst der Papst den Menschen im Iran symbolisch einen Tritt in die Magengrube

von Michael Thaidigsmann  13.05.2026

Meinung

Was Sachsen-Anhalt im Herbst droht

Nach den aktuellen Umfragen ist eine Alleinregierung für die AfD zum Greifen nah. Was das allein für die Erinnerungspolitik bedeuten würde, konnte man zuletzt an der Reaktion der Landespartei auf den 8. Mai beobachten

von Mascha Malburg  13.05.2026

Debatte

Warum Dieter Nuhr den Leo-Baeck-Preis gerade jetzt verdient hat

Dass der Zentralrat der Juden den Kabarettisten ehrt, sendet ein wichtiges Signal weit über die jüdische Gemeinschaft hinaus

von Ahmad Mansour  13.05.2026

Meinung

Wer definiert das Judentum?

Die Theologische Fakultät der Universität Freiburg im Üechtland verleiht dem messianischen Rabbiner Mark S. Kinzer die Ehrendoktorwürde. Das belastet das jüdische Verhältnis zu einem katholischen Partner

von Zsolt Balkanyi-Guery  12.05.2026

Essay

Warum ich Zionist bin

Heute ist Zionismus für viele ein Schimpfwort und gleichbedeutend mit Rassismus. Da muss eine Verwechslung vorliegen. Antizionismus ist Rassismus. Der Zionismus ist die selbstverständlichste Antwort auf zweitausend Jahre Verfolgung, Vertreibung und Völkermord

von Mathias Döpfner  18.05.2026 Aktualisiert